Freistaat startet Digital Bavaria Macht sich Bayern bei eGovernment selbst Konkurrenz?

Redakteur: Manfred Klein

Der Wirtschaftsminister des Freistaats, Martin Zeil (FDP), hat nun mit Digital Bavaria eine Strategie zur digitalen Zukunft Bayerns vorgestellt. eGovernment spielt dabei eine zentrale Rolle. Unklar bleibt allerdings, wie Zeil dabei mit Bayern-CIO Franz Josef Pschierer zusammenarbeitet.

Firmen zum Thema

Bayern wirft den digitalen Innovationsmotor an
Bayern wirft den digitalen Innovationsmotor an
(Foto: ©-frank-peters - Fotolia.com)

Die Ziele der Initiative werden so beschrieben: „Mit Digital Bavaria verfolgen wir die Vision, Bayern bis zum Jahr 2020 zum erstklassigen digitalen Wirtschaftsstandort zu machen. Bayern soll weltweit ein Spitzenstandort sein, der industrielle Stärke mit den Anwendungsmöglichkeiten der Digitalisierung vereint. Die Digitalisierung erfasst und verändert viele Bereiche unserer Gesellschaft. Sie hat nachhaltige Auswirkungen auf die Wirtschaft, insbesondere auf den produzierenden Sektor, der exportstarken Basis unseres Wohlstandes in Bayern, und auf weite Bereiche des Dienstleistungssektors. Digitalisierung ist der größte Innovationstreiber der Welt.“

Dazu Zeil: „Wir werfen den digitalen Innovationsmotor an.“

Die Funktion von eGovernment in diesem Prozess beschreibt die Studie so: „Auch dem Thema eGovernment kommt eine zentrale Bedeutung für die Wirtschaft zu. Angesichts von 140 Behördenkontakten, die ein durchschnittliches Unternehmen jährlich hat, können elektronische Kommunikation und die digitale Abwicklung von Verwaltungsvorgängen spürbar zur Verringerung von Bürokratiekosten beitragen.“

Die Initiative beschreibt die Digitalisierung der Wirtschaft als den Innovationsmotor des 21. Jahrhunderts. Die Fortschritte der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) und die rasante Entwicklung des Internets und seiner Anwendungen führten zu tiefgreifenden Umbrüchen in Wirtschaft und Gesellschaft. Dies ermögliche einzigartige Chancen auf einen nachhaltigen Wachstumsschub und vielfältige neue Beschäftigungsmöglichkeiten in Bayern.

Folgende Wachstumsfelder werden in der Initiative genannt:

» Die Digitalisierung bewirkt einen Automatisierungsschub und stellt einen Quantensprung in der Informationsverarbeitung dar.

» Sie führt zu mehr Effizienz und einer höheren Flexibilität der Wirtschaft und ermöglicht damit eine höhere Produktivität. Dadurch werden zusätzliche Arbeitsplätze und mehr Wohlstand geschaffen.

» Durch die Digitalisierung werden neue Wertschöpfungsketten ermöglicht, die von der bayerischen Wirtschaft - vom Handwerksbetrieb bis zum „Global Player“ – in neue Produkte und Dienstleistungen umgesetzt werden können.

Um diese Potenziale heben zu können, startet das bayerische Wirtschaftsministerium nun ein umfangreiches Förderprogramm, das insgesamt 12 Punkte enthält.

Das Herzstück von Digital Bavaria ist ein Förderprogramm mit dem Bayern fit gemacht werden soll, für die digitale Zukunft. Das Programm mit einer Fördersumme von insgesamt 439 Millionen Euro, verteilt auf fünf Jahre, konzentriert sich auf folgende zwölf Leuchtturmprojekte:

» IT-Sicherheit

» Vernetzte Mobilität

» Digitalisierte Produktion

» Digital Engineering

» Embedded-Systems Anwenderzentrum

» Technologieinitiative Digital Bavaria

» Modellregion Digitale Gesundheitswirtschaft Franken

» Digitalisierung in Handel, Handwerk und Tourismus

» Kompetenzzentrum Internet

» Gründerinitiative digitale, internetbasierte Wirtschaft

» Ansiedlung

» Internationalisierung

Zur Umsetzung werden in Digital Bavaria verschiedene Handlungsfelder definiert. Eines davon ist der weitere Ausbau der Breitbandversorgung. Aufbauen auf den Ergebnissen der bisherigen Breitbandinitiative soll Bayern nun den nächsten Schritt tun.

„Bayern steht nun vor der nächsten großen Herausforderung, sich für die digitale Zukunft mit hohen und sehr hohen Bandbreiten zu rüsten. Für eine zunehmende Anzahl von interaktiven Anwendungen werden in nicht allzu ferner Zukunft Bandbreiten benötigt, für die die bestehenden Netze nicht ausreichen. Exponentiell steigende Datendurchsätze erfordern Netze mit immer höheren Übertragungsgeschwindigkeiten bis hin zum Endkunden.“

Im ländlichen Raum sei diese Herausforderung besonders groß, weil hier die erforderlichen Hochgeschwindigkeitsnetze ohne staatliche Anreize nicht entstehen werden.

„Die vielen mittelständischen Unternehmer im Flächenland Bayern werden ihre Spitzenstellung im Zeitalter der beschleunigten Digitalisierung aber nur halten können, wenn sie über hochleistungsfähige Datenzugänge in die superschnelle virtuelle Welt des World Wide Web eingebunden sind.“

(ID:37713490)