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eGovernment-Kooperation MACH entwickelt mit regionalen Partnern KI- und Smart-City-Konzepte

Autor: Manfred Klein

Das Arbeiten in Netzwerken zahlt sich für die MACH AG und ihre Partner aus. Zwei Jahre nach der Gründung des Joint Innovation Lab, kurz JIL, sowie dem Beginn der Zusammen­arbeit mit der Universität zu Lübeck und dem Land-Schleswig-Holstein können die Partner einen weiteren Erfolg verbuchen. Die MACH AG und eine Projektgruppe der Lübecker Universität werden gemeinsam digitale Lernangebote für den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in Öffentlichen Verwaltungen entwickeln. Das Vorhaben, das am 1. August startet und auf ein Jahr angelegt ist, wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt.

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Nicht nur in der KI-Forschung bringt das Arbeiten in Netzwerken für die MACH AG Erfolge
Nicht nur in der KI-Forschung bringt das Arbeiten in Netzwerken für die MACH AG Erfolge
(© RS-Studios – stock.adobe.com)

Die Leitung des Projekts haben Jan Hedtfeld, Leiter Innovation bei der MACH AG, und Prof. Dr. Moreen Heine, Professorin für E-Government und Open Data Systems am Institut für Multimediale und Interaktive Systeme der Universität zu Lübeck. Die Staatskanzlei Schleswig-Holstein sowie die Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung (FHVD) in Altenholz und Reinfeld mit ihrem Kompetenzzentrum für Verwaltungsmanagement (KOMMA) beteiligen sich als assoziierte Partner.

In Kooperation mit der MACH AG soll das Institut für Multimediale und Interaktive Systeme sogenannte Learning Nuggets erarbeiten, also kleine Lerneinheiten, die sich an Mitarbeiter:innen in Öffentlichen Verwaltungen, in Unternehmen mit eGovernment-Fokus, an Studierende sowie an die Adressaten von Verwaltungsleistungen – also die Bürger – richten. Geplant sind derzeit unter anderem digitale Lerneinheiten zu KI-Einsatzszenarien, zu den juristischen Rahmenbedingungen, zur Erklärbarkeit von KI und zur Interaktion zwischen Mensch und KI-System erarbeitet.

Die zur Entwicklung genutzte Plattform „KI-Campus“ wurde laut MACH AG so angelegt, dass sie die Lernenden in den Mittelpunkt der Angebote stellt. Alle Lerneinheiten und die genutzten Technologien würden daher auch dem Prinzip der Offenheit von Ressourcen und Quellcodes folgen. Ziel sei die Entwicklung abwechslungsreicher KI-Lernangebote mit großer Reichweite, die auf die Rahmenbedingungen im öffentlichen Sektor und die Vorkenntnisse der Lernenden abgestimmt sind. Auf diese Weise können – da sind sich die Initiatoren einig – notwendige Kompetenzen im Umgang mit und der Gestaltung von KI-Anwendungen in öffentlichen Verwaltungen entwickelt werden.

Jan Hedtfeld, Leiter Innovation bei der MACH AG, erklärte dazu: „Das ist ein schöner Erfolg für das Joint Innovation Lab und zeigt, wie relevant das Thema KI auch für die Öffentliche Verwaltung ist. Ich freue mich darauf, mit hochkarätigen Partnern die verschiedenen Aspekte der Künstlichen Intelligenz für die Verwaltungsmitarbeiter:innen verständlich zu erklären.“

Moreen Heine, Professorin für E-Government und Open Data Systems am Institut für Multimediale und Interaktive Systeme der Universität zu Lübeck, freut sich ebenfalls über die Förderzusage des Bundesforschungsministeriums und unterstreicht: „Der Bedarf an KI-Kompetenz wächst in allen Branchen. Auch im öffentlichen Sektor ist es ideal, wenn Verwaltungsexpertise und Kenntnisse zu den KI-Anwendungsoptionen und zu grundlegenden Technologien und Rahmenbedingungen aufeinandertreffen. Verwaltungen, die selbst über KI-Kompetenzen verfügen, sind besser in der Lage, Anforderungen an KI-Systeme zu formulieren und so deren Einsatz mitzugestalten. Die Lernangebote, die wir in KIÖV entwickeln werden, sind dafür ein wichtiger Baustein.“

Damit nicht genug, haben die eGovernment-Macher von MACH auch eine Smart-City-Kooperation gestartet.

Zusammen mit der TraveKom, einem Tochterunternehmen der Lübecker Stadtwerke, wollen die beiden Lübecker Unternehmen in dem neuen Geschäftsfeld im Bereich „Smart City“ beziehungsweise „Smart Region“ nachhaltige digitale Angebote für Städte und Kommunen am Markt etablieren. Im Rahmen einer vom Clustermanagement Digitale Wirtschaft Schleswig-Holstein (DiWiSH) initiierten Tour durch norddeutsche Digitalunternehmen gaben sie vor einigen Tagen im Beisein von Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz ihre Zusammenarbeit bekannt und unterzeichneten einen entsprechenden Kooperationsvertrag.

MACH und TraveKom wollen für eine gemeinsame Smart-City-Plattform zunächst Anwendungen rund um die Themen zentrale Anliegenmeldung durch Bürger, intelligente Hochwassermessung und -warnung in Echtzeit, sowie zentrale Speicherung und Auswertung von Umweltdaten entwickeln. Die Messung von Hochwasserpegeln und Umweltdaten soll dabei über spezielle Sensoren erfolgen, während ein LoRaWan-Netz die Werte direkt in die Smart-City-Datenplattform überträgt, sodass alle immer Bürger rechtzeitig informiert beziehungsweise gewarnt werden können.

Dr. Bernd Buchholz, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein, begrüßt den Schritt von MACH und TraveKom, das Thema Smart City gemeinsam anzugehen. „Gerade im Hinblick auf die Aufstockung des Smart-City-Programms um 500 Millionen Euro im Konjunktur- und Krisenbewältigungspaket der Bundesregierung, wird deutlich, wie wichtig zukünftig intelligente, vernetzte ressourceneffiziente Kommunen sein werden“, so der Wirtschaftsminister. „Umso erfreulicher ist es, dass sich heute in Lübeck zwei innovative Akteure zusammentun, um ein weiteres Smart-City-Projekt mit Leben zu füllen. Mit dem verstärkten Glasfaserausbau werden wir auch weiterhin die Voraussetzungen für solche Initiativen im Rahmen der Digitalisierung schaffen und die Smart City Landkarte des echten Nordens mit weiteren Orten ergänzen.“

Rolf Sahre, Vorstandsvorsitzender der MACH AG, beschreibt die Kooperation der beiden Unternehmen so: „Es ist unser gemeinsames Ziel, die digitale Zukunft unserer Städte zu gestalten und dabei die Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Hier sehen wir große Potenziale für Lübeck und darüber hinaus. Durch den nachhaltigen Einsatz moderner Technologien möchten wir helfen, gesellschaftliche Fortschritte zu erzielen und eine bessere Lebensqualität zu schaffen.“

Christoph Schweizer, Geschäftsführer der TraveKom, ergänzt: „Für die TraveKom ist ein vollständiges Lösungsangebot im Bereich Smart City wichtig, damit wir uns als Komplettanbieter für Städte und Kommunen positionieren können. Mit der MACH AG haben wir dafür einen perfekten Partner gefunden. Gemeinsam können wir die Entwicklung digitaler Strategien und ihre erfolgreiche Umsetzung anbieten und so einen unmittelbaren Nutzen für Bürger:innen, Wirtschaft und Verwaltung bringen: im Zentrum steht dabei eine integrierte Plattform, die die digitalen Angebote für alle effizient und einfach nutzbar macht.“

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