Modellieren statt programmieren

Low Code und die Körperschaftsteuer

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Umsetzung der rechtlichen Grundlagen

Hier beginnt auch die eigentliche Umsetzung eines Gesetzes in behördliche Software. In der Vordruckkommission des Bundesministeriums der Finanzen kommen Steuerexperten aus den Fachreferaten mehrmals im Jahr zusammen, um zu diskutieren, wie sich gesetzliche Neuerungen, aber auch aktuelle Rechtsprechung administrativ umsetzen lassen. Es geht um die Frage, welche Informationen im Rahmen der Steuererklärung erhoben werden – und mittlerweile auch darum, wie sich das digital abbilden lässt.

Auch das Team von Björn Claudy ist in der Vordruckkommission vertreten. „Früher haben wir PDF-Dokumente bearbeitet. Im Nachgang mussten wir dann darauf aufbauend die Felder im Detail festlegen“, erinnert er sich. „Heute klären wir auch die Detailebene direkt in der Gruppe gestützt durch das ELSTER-Tool.“

Die Prioritäten dabei sind klar: „Wenn der Vordruck ausgedruckt nicht schön aussieht, ist das nicht so tragisch. Wichtig ist, dass die elektronische Steuererklärung gut strukturiert ist. Dazu muss man wissen: Bei der Körperschaftsteuer gibt es eine elektronische Abgabeverpflichtung. Fast alle Fälle kommen elektronisch rein. Der Papiervordruck wird nur noch in Härtefällen verwendet. Früher haben wir viel Zeit in die Optik des Papiervordrucks gesteckt. Heute investieren wir die Zeit in den elektronischen Datensatz“.

Die Herausforderungen bei der Erstellung des Formulars sind vielfältig. Einerseits sind rechtliche Vorgaben zu berücksichtigen. Andererseits muss abgewogen werden, welche steuerfachlichen Sachverhalte wie tief geprüft werden sollen. Das Ergebnis dieser Diskussion findet sich letztendlich in dem Steuerformular wieder und bestimmt, welche Zeilen mit welchen Formulierungen in das Formular kommen. Genau dieser Prozess ist aktuell der erste Schritt der digitalen Umsetzung eines Steuergesetzes: Aus dem Gesetz werden zunächst einmal Felder abgeleitet.

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