Studie zum Glasfaserausbau in Europa

Litauen und die Schweiz deklassieren Deutschland

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Die umfangreichsten Rollouts gab es 2013 in Spanien, mit 2,4 Millionen mehr anschlussbereiten Haushalten (Homes Passed), in Frankreich waren es 710.000, in Portugal und Schweden jeweils 550.000. Es gibt also auch in Ländern mit bestandener Glasfaser-Reifprüfung durchaus noch Luft nach oben, wie auch das Beispiel Schweden zeigt.

England und Deutschland schafften auch 2013 nicht einmal die Minimalschwelle von einem Prozent der Haushalte, die einen Glasfaseranschluss nutzen.

Neu im FTTH Ranking ist die Schweiz. Hier sind mittlerweile immerhin 2 Prozent aller Haushalte Glasfaser-vernetzt, das entspricht einem Zuwachs von 235 Prozent für 2013. Unter den 73.816 FTTH/B-Nutzern bei den Eidgenossen waren im vergangenen Jahr 70 Prozent Neuanschlüsse, das ist Europarekord. Die Türkei (46 Prozent), Spanien (39 Prozent) und Polen (32 Prozent) landeten auf den Plätzen, mit niedrigeren Zuwächsen, allerdings bei weit größerer Bevölkerung.

„Es besteht dringender Handlungsbedarf – und ich werde das Gefühl nicht los, dass einige politische Entscheidungsträger die Gefahren eines verzögerten Breitbandausbaus unterschätzen", betonte Karin Ahl, Präsidentin des FTTH Councils Europe auf ihrer Eröffnungsrede zur FTTH Conference 2014.

Ein gutes Zeichen für die Betreiber: Die Anzahl der Glasfaser-Nutzer steigt mit 29 Prozent stärker als die Anzahl der anschlussbereiten Haushalte (22 Prozent), die getätigten Investitionen rechnen sich also in immer besserem Ausmaß. Das ist auch für den Endanwender eine gute Nachricht. Denn mehr Glasfaser-Abonnenten ermutigen auch mehr Anbieter, neue Breitband-Services und -Applikationen zu entwickeln. Der Verbraucher darf sich dann auch auf günstigere Preise freuen.

Das weltweite und europäische FTTH Ranking sowie die Präsentation der Pressekonferenz auf der FTTH Conference 2014 gibt es auch zum Download.

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