Univention-System im Landtag Brandenburg

Linux-Server schaffen Optionen für die PC-Strategie

03.11.2009 | Autor / Redakteur: Dr. Stephan Hendl, Ludger Schmitz / Gerald Viola

Büroangestellten lässt sich notfalls verordnen, mit welchen PC-Systemen sie zu arbeiten haben, nicht aber den Abgeordneten eines Parlaments. Der IT-Bereich des brandenburgischen Landtags wird künftig Windows- und Linux-Desktops gleichermaßen betreuen – mittels einer Linux-Lösung auf dem zentralen Serversystem.

Parallel zur Bundestagswahl fand in Brandenburg auch die Wahl zum neuen Landesparlament statt. Für die IT-technische Betreuung der Landtagsabgeordneten ist nunmehr das Referat V2, Sachgebiet IT, der Landtagsverwaltung zuständig. Für dessen Computerspezialisten ist das eine neue Aufgabe und Herausforderung. Denn in puncto PC-Support waren sie bisher nur für die Arbeitsplatzrechner der rund 120 Verwaltungsmitarbeiter des brandenburgischen Landtags verantwortlich. Und die arbeiten seit Jahren an OpenSuse-Linux-Desktops mit der Benutzeroberfläche Gnome.

Die Zukunft wird vielfältiger aussehen. Jeder der 88 Abgeordneten bekommt ein Notebook mit UMTS-Zugang für das Arbeiten von unterwegs und einen Arbeitsplatzcomputer für sein Wahlkreisbüro. Die Mandatsträger sollen selbst entscheiden, welche von drei Ausstattungsoptionen sie für ihre Rechner haben möchten: entweder eine reine Microsoft-Umgebung oder Windows mit Open-Source-Anwendungen wie Firefox und StarOffice/OpenOffice oder ein reines Linux- und Open-Source-System.

Die IT steht also künftig vor der Aufgabe, auf den PCs die Betriebssysteme Windows und Linux sowie Microsoft- und Open-Source-Anwendungen zu unterstützen. Den Verantwortlichen war früh klar, dass dadurch ausufernder Turnschuh-Support drohte. Um das zu verhindern, war eine zentrale Administration der PCs erforderlich. Zu Jahresbeginn 2009 entwickelte sich die Idee, die anstehenden Neuerungen auch gleich für Verbesserungen der Serverstruktur zu nutzen.

„Signifikante Verbesserung“

Das Sachgebiet IT der Landtagsverwaltung verwendete diverse Server mit unterschiedlichen Betriebssystemen: Sun-Solaris-Systeme für Spezialanwendungen wie die Parlamentsdokumentation und einen LDAP-Dienst, die Linux-Distributionen Suse Linux Enterprise Server (SLES) und CentOS 5 für weitere zentrale Dienste (Name Service, NFS etc.) sowie zwei Windows-Terminalserver. Bisher wurden alle Systeme einzeln administriert. Das verursachte erheblichen Aufwand. Nach der Definition der Ziele im Januar 2009 (siehe Kasten) kam eine Evaluierung durch T-Systems Anfang April zu dem Schluss, die ins Auge gefasste Open-Source-Server-Lösung Univention Corporate Server (UCS) sei geeignet: „Die Analyse hat ergeben, dass eine Einführung von UCS beim Landtag Brandenburg möglich ist und eine signifikante Verbesserung im Bereich des Managements der IT-Infrastruktur erbringen wird. Durch das zentrale Managementsystem von UCS ist die Administration transparenter und ermöglicht eine effizientere Verwaltung der IT-Umgebung.“

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