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Interview Leitbilder des New Public Management müssen auch bei der Beschaffung gelten

| Redakteur: Manfred Klein

Noch immer ist die Beschaffung das Stiefkind der Verwaltungsreform, so eine Booz & Company-Studie.

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11 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entfallen auf das Beschaffungsvolumen der Öffentlichen Hand
11 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entfallen auf das Beschaffungsvolumen der Öffentlichen Hand
( Archiv: Vogel Business Media )

eGovernment Computing sprach mit Ulrich Bergmoser von Booz & Company über die Hintergründe.

Herr Bergmoser, die zentrale Aussage der Booz & Company-Studie ist sicher, das enorme Einsparpotenzial des Staates von 30 Milliarden Euro. Wie kommt die Untersuchung zu diesem gigantischen Wert?

Bergmoser: „Gigantisch“ ist das öffentliche Einkaufsvolumen selbst: Vorsichtig gerechnet werden mehr als 260 Milliarden Euro Steuergelder jährlich für Güter und Dienstleistungen eingesetzt. Unsere Studie hat untersucht, wie dies geschieht, indem wir den öffentlichen Einkauf mit den Fähigkeiten und Ergebnissen reifer Einkaufsorganisationen verglichen haben. In der industriellen Beschaffung hat die lange Entwicklung zu einem strategischen Einkauf die Gesamtkosten im Mittel um etwa 20 Prozent abgesenkt. Dies belegen die Ergebnisse von mehr als 300 Einkaufsprojekten. Demgegenüber ist der Einkauf der Öffentlichen Hand immer noch mehr ein Anhang der öffentlichen Wertschöpfung als ihr integraler Bestandteil: Die Studie zeigt, dass weniger als 5 Prozent der Vergabestellen sich weder als strategische Einkaufsorganisation betrachten noch so agieren. Die große Masse des öffentlichen Einkaufs wird folglich mit einem veralteten organisatorischen Modell durchgeführt. Dadurch liegen die Gesamtergebnisse rund 15 Prozent unter dem Niveau reifer Einkaufsorganisationen.

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