Trends & Perspektiven

Lebenszyklusanalyse von ERP-Systemen im Öffentlichen Sektor

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Qualitativer Sprung

Die neue Generation der ERP-Lösungen beginnt sich gegenwärtig herauszubilden und beinhaltet neben einer breiten Optimierung und Reorganisation von Datenbank- und Hardwareumgebungen nach Maßgabe des technischen Fortschritts einen qualitativen Sprung von der rein transaktionalen Prozessebene der Datenerfassung hin zu einer ganzheitlichen Einbindung aller Auswertungs- und Steuerungsanforderungen in eine übergreifende Service-Architektur mit einheitlichen technischen Sprachen, Standards und Datenmodellen. Beispielhaft dafür sind folgende Komponenten:

  • Business Intelligence (BI) umfasst alle Warenhaus-, Managementinformations- und sonstigen OLAP-Funktionen im SAP-Umfeld.
  • Customer Relationship Management (CRM) ist ein unabhängiges Paket, das erweiterte Funktionalität für Kundenbetreuung mittels einer eigenständigen Software-Architektur bietet und auf einem gesonderten Server läuft; mit dem ERP gegebenenfalls gemeinsame Daten werden dabei via Replizierung abgeglichen.
  • Supply Chain Management (SCM), Supplier Relationship Management (SRM) und Product Lifecycle Management (PLM) Systeme ergänzen in ähnlicher Weise das Basissystem um branchenübergreifend nutzbare Funktionen.

Diese Gesamtentwicklung wird mit dem Stichwort SOA (Service Oriented Architecture) umschrieben und fokussiert in der Entwicklung weniger auf die Weiterentwicklung operativer Komponenten, als auf eine übergreifend nutzbare Warenhausumgebung (OLAP – Online Analytical Processing), die gemeinsam mit Fach- und ERP-Anwendungen auf einer gemeinsamen technischen Plattform einheitlich betrieben, jedoch über neue Medien (Portale, mobile Geräte) dezentral bedient, beplant und ausgewertet wird.

Seit einiger Zeit gibt es auch freie Software für ERP, zum Teil auch unter lizenzgebührenfreien Open-Source-Lizenzen. Freie ERP-Software wird von ERP-Anbietern angeboten, die auf Basis dieser Software kostenpflichtige Dienstleistungen erbringen.

Weiterentwicklung und Ausbau

Die vierte Generation der ERP-Lösungen beginnt sich gegenwärtig herauszubilden und beinhaltet neben einer breiten Optimierung und Reorganisation von Datenbank- und Hardwareumgebungen nach Maßgabe des technischen Fortschritts einen qualitativen Sprung von der rein transaktionalen Prozessebene der Datenerfassung hin zu einer ganzheitlichen Einbindung aller Auswertungs- und Steuerungsanforderungen in eine übergreifende Service-Architektur mit einheitlichen technischen Sprachen, Standards und Datenmodellen.

Die Automatisierung der Belegerfassung schreitet weiter voran. Das Massenscannen von Belegen mit OCR-Funktionen wird zu einer vereinfachten Belegkontierung und -prüfung führen und erfordert dafür ausgerüstete Systemumgebungen. Diese müssen weiterhin in der Lage sein, interne und externe Dienstleister einzubinden (beispielsweise im Berechtigungskonzept).

Der Prozess zum Aufbau integrierter Controlling-Datenbanken ist noch nicht abgeschlossen, die Steuerungsrelevanz interner Rechnungsdaten hat den Level der gewerblichen Wirtschaft noch nicht durchgängig erreicht. Neben die „klassische“ KLR treten zunehmend Anforderungen an Projektsteuerungssysteme und Auswertungen operativer und strategischer Produkt- und Kostenkontierungen. Neben der nachrangigen Auswertung von Ist-Daten spielt angesichts knapper werdender Mittel auch die betriebswirtschaftliche Geld- und Ressourcenplanung eine immer größere Rolle.

Ausgehend vom Bestellwesen hat sich auch die Logistik stetig weiterentwickelt und wird in Zukunft über B2B-Anforderungen die Organisationsgrenzen standardisiert „überwinden“. Der optimierte Einkauf spielt zunehmend auch eine Rolle bei Wirtschaftlichkeitserwägungen in technisch orientierten Organisationen. Dabei werden webgestützte Bestellmasken mit automatischer Kontierungs- und Katalogfindung immer wichtiger. Für Zwecke dezentraler Erfassungs-, Wartungs- und Produktionsabläufe wird die Anbindung von mobilen Umgebungen, wie Palms, Erfassungsterminals etc. eine größere Rolle spielen.

Die Bereitstellung dezentral frei zugänglicher Navigations- und Auswertungsumgebungen für den Datenbestand spielt außerdem eine immer größere Rolle in verteilten Organisationen.

Die Vereinfachung und Dezentralisierung von Administrationsprozessen über Web- und Terminalszenarios wird ebenfalls stärker in den Vordergrund gerückt. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Nachhaltung und Auswertung des Mitarbeiterbestandes weiter an. Stichworte hierfür sind Bewerbermanagement, Qualifikationsverwaltung, Veranstaltungsmanagement usw.

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