Trends & Perspektiven Lebenszyklusanalyse von ERP-Systemen im Öffentlichen Sektor

Autor / Redakteur: Bahram Maghsoudi / Gerald Viola

Die Planung, Überwachung, Steuerung und Auswertung von betriebswirtschaftlichen und logistischen Prozessen in Unternehmen und Organisationen wird seit den Siebzigerjahren verstärkt von standardisierten ERP-Systemen unterstützt. Neben Eigenentwicklungen und kleineren Anbietern hat vor allem die Lösung der SAP AG einen hohen Stand von Installationen auch im Öffentlichen Bereich erreicht.

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Der Artikel zeichnet zunächst die Ursachen dieser Entwicklung auf Basis der fachlichen Anforderungen der Organisation nach und stellt den aktuellen Stand der Markt- und Produktreife aus Sicht des Öffentlichen Bereichs vor. Zur methodischen Analyse des Produktreifegrads wird der Hype-Cycle-Ansatz der amerikanischen Gartner Group (1999) angewandt, der bereits auf anderen Gebieten breite Anwendung gefunden hat und über das klassische vierstufige Portfoliomodell hinaus wesentlich differenziertere Betrachtungen ermöglicht.

Ein großer Teil des weltweit fragmentierten ERP-Marktes ist zwischen den Anbietern

  • SAP (ERP) mit etwa 25 bis 30 Prozent Marktanteil,
  • Oracle (eBusiness Suite, PeopleSoft, J. D. Edwards) mit etwa 15 Prozent Anteil,
  • Sage (Office Line und Classic Line) mit rund 7 Prozent Marktanteil,
  • Microsoft (Navision, diverse Systeme) mit etwa 5 Prozent Marktanteil
  • aufgeteilt.

In Deutschland folgen nach einer Studie des Konradin-Verlages (aus dem Jahr 2005) Baan (heute Teil der Infor Global Solutions), Mach, ABAS, PSI und AP/P2plus auf den Rängen.

SAP R/3, das 1992 aus dem Mainframe-orientierten Vorgänger SAP R/2 in weiten Teilen neu entwickelt wurde, wurde 2005 durch die neue Version SAP ERP abgelöst. SAP ERP besteht aus Komponenten, die funktionell, aber nicht architektonisch getrennt sind. Dies sind im Wesentlichen: FI (Finance), HCM (Human Capital Management), PSM (Branchenlösung Public Sector Management), CO/PS (Controlling und Projektsystem), MM (Materials Management), SD (Sales and Distribution) und PM (Plant Maintenance). Diese Module bieten auch weiterhin den Kern der Funktionalität, die SAP-Anwender im Öffentlichen Bereich einsetzen.

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