Suchen

eGovernment allein ist zu wenig

Leben in der Smart City und im Smart Village

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Wir werden es künftig mit einer „Kommunikationswolke“ über der Stadt zu tun haben in der alle Systeme miteinander kommunizieren. Diese Wolke wird Unternehmen untereinander und mit ihren Kunden vernetzen, Bürger mit Bürgern (social Networks) und Bürger mit Verwaltungen. Besonders kleinere Unternehmen, Geschäfte und Selbständige werden durch die flexible Einbindung in weltweite Wertschöpfungsketten profitieren. Mit dieser „Wolke“ wird die Globalisierung allumfassend.

Bei Smart-Infrastructure sorgt das Internet der Dinge für den Informationsaustausch zwischen Gegenständen. Funksensoren werden in Alltagsgegenstände eingebettet. Es entsteht eine Umgebungsintelligenz. Abfallunternehmen können so recylingfähige Flaschen im Vorbeifahren in den Abfallbehältern identifizieren. Drucksensitive Böden in Wohnungen zeigen an, wenn eine ältere Person gefallen ist und dort hilflos liegt. In Paris funken die Bäume den Gärtnern ihren Gesundheitsstand zu.

Zunehmend wird es möglich, IKT-Komponenten und mikroelektronische Sensoren auch in einfache Gegenstände und Produkte zu integrieren oder großflächig in Lebensräume der Menschen einzubringen und über drahtlose Kommunikation miteinander zu vernetzten.

Bei Smart-Education geht es um die Vernetzung von Bildungseinrichtungen vom Kindergarten über die Grundschule bis zu den weiterführenden Schulen aber auch anderer Bildungseinrichtungen in der Kommune. Auch zivilgesellschaftliche Akteure sind mit einzubinden, wie z.B. die Oma, die bereit ist, Kindern vorzulesen. Auf einer internetgestützten Bildungsplattform sind alle Bildungspotenziale transparent und nutzbar – eBörsen für die Kinderbetreuung sind hier genauso eingebunden wie der Zugang zum weltweiten Wissen mittels eLearning und Webcam. Solche Bildungsplattformen sind auch für den ländlichen Raum eine neue Chance, junge Menschen exellent auszubilden. Gerade Lernorte und Lernwelten außerhalb der Schulen können miteinander verbunden werden.

Bei Smart-Traffic „hüpfen“ über das Internet Informationen über den aktuellen Zustand der Straßen vom voraus fahrenden Fahrzeug auf das hinterher fahrende Fahrzeug und geben somit Warnhinweise weiter. Auch im ÖPNV werden immer mehr Zugänge zu Bussen und Bahnen mittels RFID gesteuert.

Smart-Retail macht durch Funklabels herkömmliche Kassen in den Supermärkten überflüssig und gibt Produkten ein digitales Gedächtnis. Waren die im Regal stehen geben einen Funkimpuls ab. Dieser öffnet Webseiten, die z.B. über Garantieerklärungen, Bedienungshinweise u.s.w. informieren. Darüber hinaus kann mit dieser mobilen Technologie die Lieferkette problemlos nachgewiesen werden.

Smart-Work Center schaffen insbesondere im ländlichen Raum Plätze für intelligentes Arbeiten – ergänzt durch virtuelle Konferenzen wie Telepräsenz zur Verfügung zu stellen und durch hochwertige Verpflegungs- und Finanzdienstleistungen sowie Kinderbetreuung zu ergänzen.

Breitband – Infrastruktur der Zukunft

Smart-Cities und Smart Villages setzen eine hochwertige Breitbandkommunikation voraus. Jeder Haushalt und jede Einrichtung mit ihren Infrastrukturen muss bis zum Jahre 2015 einen Anschluss mit einer Bandbreite von mindestens 100 Mbit/s haben. Nach einer Untersuchung von Cisco wird der IP-Verkehr in Westeuropa bis zum Jahr 2012 bezogen auf das Jahr 2007 um das Achtfache anwachsen. Nach Auffassung der OECD ist Breitband die derzeit wichtigste bereichsübergreifende Entwicklung auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnik. Breitband wird als Basisinfrastruktur über die Zukunft der Kommunen und der damit in ihr lebenden Menschen und der dort ansässigen Unternehmen entscheiden. Angesichts der Herausforderungen, vor denen die Kommunen in den nächsten Jahren stehen, brauchen wir Leitbilder und Konzepte, die konsequent den Weg einer Smart-City oder eines Smart-Villages gehen. T-City in Friedrichshafen ist ein Anfang. Sie könnte die erste deutsche Smart-City werden und damit neben New Songdo City in Korea weltweit Geschichte schreiben, die globalen Probleme auf lokaler Ebene zu lösen.

(ID:2018016)