Kommunale Initiative

Landesweites Kita-Portal startet Pilotbetrieb

| Autor: Susanne Ehneß

Das Kita-Portal ist gebaut, nun folgt die Pilotphase
Das Kita-Portal ist gebaut, nun folgt die Pilotphase (Bild: Irina Schmidt_Fotolia.com)

Die Datenbank für schleswig-holsteinische Kindertagesstätten hat den Testbetrieb aufgenommen. Das Projekt entstand auf Initiative der Kommunen.

Familienministerin Kristin Alheit, Jochen von Allwörden (Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Landesverbände) und Matthias-Christian Bonse (Bürgermeister der Stadt Wahlstedt) haben offiziell den Pilotbetrieb für die landesweite Kita-Datenbank der Stadt Wahl­stedt im Kreis Segeberg gestartet. Während des dreimonatigen Pilotbetriebs testen die Kreise Segeberg, Ostholstein, Stormarn und Rendsburg-Eckernförde sowie die Hansestadt Lübeck mit zwölf Kommunalverwaltungen und vielen örtlichen Kitas die Funktionen der auf kommunale Initiative entstandenen interaktiven Datenbank, die online zugänglich ist.

Im Verlauf der Testphase, die von Februar an etwa drei Monate andauert, werden in Schleswig-Holstein rund 180 Einrichtungen in das Kita-Portal aufgenommen. „Viele Eltern wissen aus eigener Erfahrung, was für ein Hürdenlauf eine Kita-Anmeldung sein kann“, erklärt Sozialministerin Alheit. Das Kita-Portal solle ein Türöffner für die Kitas werden und den Zugang für Familien deutlich erleichtern. „Zugleich bekommen Träger und Kommunen eine verlässlichere Grundlage für die Bedarfsplanung. Dies ist essentiell für einen passgenauen Kita-Ausbau. Mit dem Projekt setzen wir den Wunsch vieler Familien und Kommunen in Schleswig-Holstein um. Das Portal wird davon leben, dass möglichst alle Einrichtungen und Gemeinden mitmachen“.

„Wir sind davon überzeugt“, ergänzt Jochen von Allwörden, „dass alle Beteiligten von der landesweiten Kita-Datenbank profitieren werden: Die Eltern erfahren tagesaktuell, wo Betreuungsplätze zur Verfügung stehen, die Kommunen erkennen Doppel- und Mehrfach­anmeldungen und erhalten so eine Grundlage für die Planung und Sicherstellung des erforderlichen Betreuungsangebotes, und die Kitas werden unter anderem durch die automatische Erstellung von Statistiken und durch andere Verwaltungsfunktionen entlastet.“ Das Online-Portal ersetze aber nicht die persönliche Vorsprache der Eltern in der Kita. „Das Kita-Portal macht Voranmeldungen möglich, die Platzvergabe und der Abschluss des Betreuungsvertrages erfolgen weiterhin in der Kita.“

Planungssicherheit

Matthias-Christian Bonse, Bürgermeister der Stadt Wahlstedt, betont: „Wir sind als Stadt schon immer in enger Abstimmung mit den Trägern der Kitas, um gerade auch die Thematik der Doppelanmeldungen möglichst rechtzeitig abzugleichen. Die neue Datenbank wird hierbei einen enormen Vorteil hinsichtlich der Planungs­sicherheit für alle Beteiligten, wie Stadt, Träger und gerade auch den Eltern bringen.“

Online erhalten Eltern die Möglichkeit, sich die Einrichtungen anzusehen. Über die Eingabe von Suchkriterien können die Eltern die entsprechenden Einrichtungen finden – Krippe, Kita oder Hort. Die Profilseiten enthalten folgende Informationen:

  • Öffnungszeiten, Kontaktdaten,
  • Fotos der Einrichtung,
  • Altersgruppen und freie Plätze,
  • Beschreibung zur Einrichtung,
  • Maske zur Voranmeldung.

Der Echtbetrieb des Kita-Portals soll Mitte 2016 starten. Das Sozial­ministerium erwartet, dass sich nahezu alle rund 1.100 Städte und Gemeinden sowie die örtlichen Träger der Jugendhilfe beteiligen.

Bei der weiteren Umsetzung wird das Sozialministerium die Aufgaben einer zentralen Stelle übernehmen, die die Ordnungsmäßigkeit der gemeinsamen Datenverarbeitung sicherstellen soll. Für die Erstellung der Software, die Projektbegleitung, die Durchführung von Schulungen in den Kommunalverwaltungen und den Kita-Einrichtungen sind seit 2014 Fördermittel von insgesamt 470.000 Euro aus IT-Harmonisierungsmitteln des Landes bereitgestellt worden. Für den laufenden Betrieb und die Betreuung der Anwender sind weitere Mittel vorgesehen. Die Projektbetreuung erfolgt durch den IT-Dienstleister Dataport.

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