Servicekonto.NRW

Land und Kommunen vereinbaren gemeinsame Weiterentwicklung

| Redakteur: Manfred Klein

(Bild: © Nmedia - Fotolia)

Das Land Nordrhein-Westfalen und der Dachverband kommunaler IT-Dienstleister (KDN) haben zu Beginn der CeBIT das Servicekonto.NRW vorgestellt. Nun legen beide noch eins drauf, indem sie auf dem Kommunaltag eine Absichtserklärung unterzeichnen, die unter anderem eine gemeinsame Weiterentwicklung sicherstellen soll.

Dazu heißt es: „Das Land Nordrhein-Westfalen, vertreten durch Hartmut Beuß, den Beauftragten der Landesregierung Nordrhein-Westfalen für Informationstechnik (CIO), die Kommunalen Spitzenverbände als Vertretung der Kommunen sowie der KDN als Dachverband der kommunalen IT-Dienstleister bekräftigen mit der Vereinbarung ihren Willen, durch ein gemeinsames Vorgehen den Bürgerinnen und Bürgern in Nordrhein-Westfalen das Identifizieren und Authentifizieren in digitalen Verwaltungsverfahren so leicht wie möglich zu machen. Einmal Registrieren soll reichen, um die so geschaffene digitale Identität in allen Online-Verfahren von Land und Kommunen nutzen zu können.“

Die rechtliche Grundlage dafür bildet das Gesetz zur Förderung der elektronischen Verwaltung in Nordrhein-Westfalen (eGovernment-Gesetz NRW). Es verpflichtet Land und Kommunen, ab 2018 ihren Bürgerinnen und Bürgern ein Verfahren zum Online-Identifizieren anzubieten. Dies wird mit dem gemeinsam bereitgestellten Servicekonto.NRW erfüllt.

Die Verantwortung für den gemeinsamen Betrieb des Servicekonto.NRW liegt beim Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes NRW. Der Betrieb selbst soll im Rahmen einer Datenverarbeitung im Auftrag auf den KDN – Dachverband kommunaler IT-Dienstleister übertragen werden, der dazu das Kommunale Rechenzentrum Niederrhein und die Stadt Münster – citeq beauftragt. Die Komponenten des Servicekonto.NRW sowie den eID-Server hat die Governikus KG auf Basis der Produktfamilie Autent entwickelt, einer Anwendung des IT-Planungsrats.

Die Partner vereinbarten weiterhin, das Servicekonto.NRW gemeinsam weiter zu entwickeln und hierzu noch eine gesonderte Vereinbarung zu schließen. Grundlage der Weiterentwicklung sollen die Eckpunktepapiere des CIO und des KDN zum Servicekonto.NRW sowie die entsprechenden Konzepte und Beschlüsse des IT-Planungsrats sein.

Insbesondere im Angebot weiterer, nutzerfreundlicher Authentifizierungsmethoden sehen die Partner eine wichtige Grundlage, dass elektronische Identitäten in Verwaltungsverfahren einfacher und damit stärker verbreitet werden.

Die Partner seien ferner davon überzeugt, dass mit dem gemeinsamen Angebot von Basisdiensten wie dem Servicekonto.NRW die Akzeptanz von digitalen Verwaltungsangeboten steigt und die Entwicklung von eGovernment in Nordrhein-Westfalen beschleunigt wird.

Bislang ist das Servicekonto jedoch nur in einer Testversion zugänglich. Für das Servicekonto wird ein Berechtigungszertifikat zum Auslesen der elektronischen Identität des Personalausweises genutzt: Das erspart den Behörden den Aufwand und die Kosten, ein eigenes Zertifikat beantragen und installieren zu müssen. Das derzeit nur für den kommunalen Bereich gültige Zertifikat wird nach Inkrafttreten der bereits vom Landeskabinett NRW verabschiedeten Rechtsverordnung für Land und Kommunen durch ein anderes Zertifikat ersetzt, das auch für die Ministerien und Behörden des Landes gültig ist

Einige weitere technische Details haben wir im Folgenden zusammengestellt:

  • DataClearing NRW und Governikus: DataClearing NRW stellt die Kommunikationsinfrastruktur bereit. Die citeq und das KRZN betreiben den Dienst im Auftrag des KDN, dem der Betrieb im Rahmen einer Datenverarbeitung im Auftrag übertragen wird. Die Komponenten des Servicekonto.NRW sowie den eID-Server zur Feststellung der elektronischen Identität hat die Governikus KG aus Bremen auf Basis der Produktfamilie Autent, die eine Anwendung des IT-Planungsrats ist, entwickelt.
  • Elektronische Identität des Personalausweises:
  • Für das Servicekonto wird ein Berechtigungszertifikat zum Auslesen der elektronischen Identität des Personalausweises genutzt. Das erspart den Behörden den Aufwand und die Kosten, ein eigenes Zertifikat beantragen und installieren zu müssen. Das derzeit nur für den kommunalen Bereich gültige Zertifikat wird nach Inkrafttreten der bereits vom Landeskabinett NRW verabschiedeten Rechtsverordnung für Land und Kommunen durch ein anderes Zertifikat ersetzt, das auch für die Ministerien und Behörden des Landes gültig ist.
  • Interoperabilität mit anderen Portalen: Servicekonten gibt es nicht nur in NRW, sondern in allen Bundesländern. Die einzelnen Lösungen müssen miteinander arbeiten, also interoperabel sein. Auf dem Stand des IT-Planungsrates (Halle 7, Stand B42) präsentieren das Ministerium für Inneres und Kommunales NRW und der KDN auf der Themeninsel „Interoperable Servicekonten“ gemeinsam mit dem federführenden Land Bayern die in einem Interoperabilitätsprojekt erzielten Ergebnisse.
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