Zugang zu Ultrahochfeld-MRTs für Herzpatienten

Kürzere Untersuchungszeiten und verbesserte Bildqualität

| Redakteur: Jürgen Sprenzinger

Durch die „ProMRI-Technologie“ haben nun auch Herzpatienten Zugang zu Ultrahochfeld-MRT-Untersuchungen.
Durch die „ProMRI-Technologie“ haben nun auch Herzpatienten Zugang zu Ultrahochfeld-MRT-Untersuchungen. (Bild: Biotronic)

Biotronic, ein Hersteller von kardiovaskulärer Medizintechnik, verschafft Herzpatienten erstmals Zugang zu Ultrahochfeld-MRTs (Magnetresonanztomographie/Kernspin). Implantierbare Defibrillatoren mit „ProMRI- Technologie“ erhalten zudem CE-Zulassung für Ganzkörper-MRT-Untersuchungen

Patienten können mit einem Biotronic-ICD (implantierbaren Kardioverter-Defibrillator) nun auch Ganzkörper-MRT-Untersuchungen bei einer Standard-Scanstärke von 1,5 T (Tesla) vornehmen lassen. Durch die weiterentwickelte „ProMRI-Technologie“ haben Herzpatienten nun Zugang zu Ultrahochfeld-MRT-Untersuchungen. Der Vorteil: Patienten profitieren von kürzeren Untersuchungszeiten und die Ärzte wiederum von einer besseren Bildqualität.

Einkammer- und DX-ICDs mit atrialer Diagnostik sind unter Berücksichtigung einer Scan-Ausschlusszone rückwirkend für Ultrahochfeld-Scans von 3,0 T zugelassen. Das bedeutet, dass aufgrund der vorausschauenden Forschungs- und Entwicklungsarbeit bestimmte Biotronic-ICDs, die bereits heute implantiert sind, für MRT-Untersuchungen zugelassen sind.

Ganzkörper-MRT-Untersuchungen auch für ICD-Patienten möglich

Nachdem das Unternehmen bereits im Jahr 2011 ICD-Trägern den Zugang zu MRT-Untersuchungen eröffnet hat, hat es nun für seine Einkammer-, Zweikammer- und DX-ICDs mit atrialer Diagnostik die CE-Zulassung für Ganzkörper-MRTs erhalten. Diese gilt rückwirkend und für eine Scan-Stärke von 1,5 T. Dadurch entfällt für ICD-Patienten des Unternehmens die Scan-Ausschlusszone und sie profitieren von den erweiterten Untersuchungsmöglichkeiten.

Längst ist das MRT die erste Wahl unter den bildgebenden Verfahren, insbesondere bei der Weichgewebediagnostik. Viele Herzrhythmuspatienten leiden unter den Folgen eines Schlaganfalls oder unter Begleiterkrankungen wie Demenz, Krebs oder Arthritis, die häufig im Rahmen einer MRT-Untersuchung diagnostiziert werden.

Die MRT-Fähigkeit zählt

Das unterstreicht die wachsende Bedeutung der MRT-Fähigkeit von Herzimplantaten. Noch bis vor Kurzem durften sich Patienten mit einem Schrittmacher oder ICD einem MRT nicht unterziehen, da während der Untersuchung starke Magnetfelder entstehen und Radiowellen eine Störung im Implantat bewirken konnten. Noch sind Scanner mit einer Stärke von 1,5 T der klinische Standard, doch liefern die 3,0-T-MRT-Geräte eine deutlich bessere Bildqualität und verkürzen zudem die Aufnahmezeit. Mit MRT-Aufnahmen höherer Auflösung können Ärzte Weichgewebestrukturen komplexester Morphologie erkennen, beispielsweise im Bereich des Gehirns. Kürzere Aufnahmezeiten helfen vor allem Patienten, die an Klaustrophobie leiden oder denen es schwer fällt stillzuhalten, wie etwa Kleinkindern oder Erwachsene mit Demenz. Der klinische Nutzen von 3,0-T-MRT-Geräten in Kliniken nimmt weltweit zu.

„Als Radiologe möchte ich Herzpatienten Zugang zu der für sie besten Diagnosemöglichkeit verschaffen, um ihnen bei der Behandlung ihrer Begleiterkrankungen zu helfen", erklärt Dr. Philippe Cart, Manchester Hopital, Charleville-Mézières, Frankreich. „Patienten mit einem ICD sind nun in der Lage, sich je nach medizinischer Indikation auf einem sicherem Weg genau der MRT-Untersuchung zu unterziehen, die sie benötigen.“

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