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An die Luft gesetzt Kreisverwaltung Lüneburg gestaltet Serverraum energieeffizient

| Autor: Ira Zahorsky

Bereits in den 1990er Jahren stattete die Kreisverwaltung Lüneburg die Arbeitsplätze energieeffizient mit Thin Clients statt mit PCs aus. Auch der neue Serverraum soll mit „grüner“ IT-Infrastruktur konzipiert werden.

„Unser neuer Serverraum ist schlicht – sachgerecht aber gleichzeitig modern und zukunftssicher. Und durch das durchdachte Klimakonzept reduzieren wir unseren CO2-Ausstoß pro Jahr um mehr als 10 Tonnen – einfach mit unserer frischen norddeutschen Außenluft“, so Stefan Domanske, IT-Service Landkreis Lüneburg.
„Unser neuer Serverraum ist schlicht – sachgerecht aber gleichzeitig modern und zukunftssicher. Und durch das durchdachte Klimakonzept reduzieren wir unseren CO2-Ausstoß pro Jahr um mehr als 10 Tonnen – einfach mit unserer frischen norddeutschen Außenluft“, so Stefan Domanske, IT-Service Landkreis Lüneburg.
(Bild: Landkreis Lüneburg)

Der bisherige Haupt-Serverraum der Kreisverwaltung Lüneburg, bereits seit 1992 in Betrieb, war in Bezug auf Brandschutz, Sicherheitssysteme und Energieversorgung/-effizienz nicht mehr auf der Höhe der Zeit und auch räumlich an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen. Durch den Umzug in neue Räumlichkeiten konnte man auch den Serverraum modern und umweltfreundlich sowie ausfallsicher und hochverfügbar zu gestalten. Bedingungen waren unter anderem, dass Migrationen in kürzester Zeit möglich und die IT-Kapazitäten erweiterbar sind, extreme Energieeffizienz und damit einhergehend entsprechendes Einsparpotenzial. Außerdem sollte die (verglichen mit klassischen Rechenzentren) verhältnismäßig geringe Leistungsaufnahme der Server-Infrastruktur sowie die Lage der Kreisverwaltung in der dicht bebauten Lüneburger Innenstadt berücksichtigt werden.

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Lösungsansatz

Für den neuen Serverraum gemäß Bitkom Kat. C und mit Brandschutzklasse F90 wurde ein umfassendes Raumkonzept inklusive Sicherheitszone und Löschanlage mit Novec 1230 erstellt. Zur Optimierung der Stromversorgung wurde diese komplett, also vom Hausanschluss über die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) bis hin zu den PDU (Power Distribution Units) in den Serverschränken, neu errichtet, was eine ständige Überwachung des gesamten Energiebedarfs ebenso möglich macht wie die gezielte Steuerung der Energieversorgung bis hinunter zum einzelnen Servernetzteil. Redundante Leitungswege und ein integriertes Notstromaggregat ermöglichen das Weiterarbeiten des Systems auch bei Ausfall des Energieversorgers.

Mithilfe der Open-Source-Monitoring-Software Icinga werden Betriebszustände, Temperaturen und Energieverbrauch aller Komponenten, Luftfeuchtigkeit, Außentemperatur und weitere Messwerte ständig erfasst, protokolliert und analysiert; bei Schwellwertüberschreitungen wird automatisch ein Alarm ausgelöst.

Real Time Dashboard for Icinga, ein eigens entwickeltes, leicht lesbares Frontend für Icinga, ermöglicht dem IT-Service die Überwachung aller Systeme und Funktionen sowie des aktuellen Stromverbrauchs und der Wärmeentwicklung auf eigenen Bildschirmen; somit kann auch im Falle neuer Serverhardware immer der jeweils ideale Standort gewählt werden.

Zur Serverkühlung dienen so genannte Rear Door Heat Exchangers (RDHx), spezielle Lamellen-Einsätze in den rückwärtigen Türen der Serverschränke. Diese kühlen die im Server erwärmte Luft direkt wieder herunter, sodass die Abwärme der Geräte die Serverschränke selbst praktisch nie verlässt und auch die Raumluft nicht aufheizt.

( Bild: Landkreis Lüneburg )

Ein weiteres Element des Kühlsystems ist die frische norddeutsche Luft: Diese kühlt Kühlflüssigkeit, die dann dem Serverraum zugeführt wird, mithilfe eines Wärmetauschers im Außenbereich (s. Bild) energiesparend herunter (indirekte Kühlung). Darüber hinaus erhöht die Verlegung der Außengeräte vom Dach in den ebenerdigen Gebäudeschatten zusätzlich den Wirkungsgrad der Klimatisierung.

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Nutzen und Vorteile

Der PUE-Wert des neuen Serverraums liegt bei 1,18. Als hervorragend gelten Werte ≤ 1,3. Der DCiE-Wert, der den Wirkungsgrad der im Rechenzentrum eingesetzten Energie bezeichnet liegt über 91 Prozent, der CADE-Wert zur Beschreibung der Gesamteffizienz beträgt 55,4 Prozent. Als exzellent gelten Werte > 40 Prozent.

Dank der effizienten Energienutzung wird ein Einsparpotenzial von 20.000 kWh/Jahr einschließlich der entsprechenden Reduktion von CO2-Emissionen erwartet.

Diese eigens für die Kreisverwaltung Lüneburg entwickelte Lösung kann sich zudem auch als Vorbild für andere Verwaltungen oder kleine und mittelständische Unternehmen/Organisationen in einer vergleichbaren Situation eignen: In dicht bebautem Gebiet angesiedelt, mit einer Server-Leistungsaufnahme zwischen 10 und 20 kW/h, einer gegebenen, nicht änderbaren Gebäudestruktur und dem Wunsch nach einer leistungsfähigen, energieeffizienten IT-Lösung.

(ID:43720300)

Über den Autor

 Ira Zahorsky

Ira Zahorsky

Redakteurin und Online-CvD, IT-BUSINESS