Auf dem Weg zum digitalen Rathaus

Kreis Lippe verwaltet Kita-Gebühren mit dem nPA

| Redakteur: Susanne Ehneß

Lesegerät für den nPA vor dem eGovernment-Portal des Kreises Lippe
Lesegerät für den nPA vor dem eGovernment-Portal des Kreises Lippe (Bild: Agentbase AG)

Einen zeitsparenden Online-Service bietet der Kreis Lippe an: Eltern können alle Schritte zur Festsetzung der Gebühren einer Kindertagesstätte selbstständig vornehmen. Der Verwaltungsvorgang läuft dabei über ein eGovernment-Portal des kommunalen Rechenzentrums.

Im Kreis Lippe können sich Eltern von Krippen-, Kindergarten- oder Hortkindern etwas Zeit sparen. Ein neuer Online-Service ermöglicht die elektronische Abwicklung aller für die vorläufige Festsetzung der Elternbeiträge erforderlichen Schritte von der Meldung der Kindertageseinrichtung bis hin zur Zustellung des Bescheids und Abbuchung.

Der digitale Verwaltungsprozess der Kindertagesstätten wird so stark vereinfacht und spart sowohl den Antragstellern als auch der Verwaltung einiges an Zeit und Aufwand. Denn sobald Nutzer ihre Daten eingegeben haben, landen diese gleich beim zuständigen Sachbearbeiter.

Projektverlauf

Im Februar 2013 ging das Kita-Verwaltungsprogramm erstmals online, seit Mai können Eltern mithilfe eines digitalen Bürgerkontos selbstständig agieren.

Voraussetzung: Für die Nutzung des eGovernment-Portals bedarf es einer einmaligen Registrierung, entweder manuell oder mithilfe der elektronisch gespeicherten Daten auf dem neuen Personalausweis.

„Das digitale Kita-Projekt der Kreisverwaltung Lippe wurde sehr gut angenommen. Wir sind stolz darauf, dass wir diesen fortschrittlichen Service anbieten können und damit zu den Vorreitern in Sachen eGovernment gehören“, erklärt Reinhold Harnisch, Geschäftsführer des Kommunalen Rechenzentrums Minden-Ravensberg/Lippe (krz).

Das krz hat den Online-Service gemeinsam mit dem IT-Dienstleister Agentbase entwickelt. Basis ist die Portallösung IBM Websphere. Die Entscheidung für IBM war das Ergebnis eines Vergleichstests zwischen verschiedenen Software-Lösungen für Online-Portale. Aufgrund der Skalierbarkeit und des Preis-Leistungs-Verhältnisses erhielt schließlich Websphere den Zuschlag.

Anschließend folgten neun Monate Implementierungszeit, dann erfolgte im Februar 2013 der Start. Zunächst konnten die Kindertageseinrichtungen und Träger im Zuständigkeitsbereich des Kreises Lippe Anmeldungen und Änderungsmitteilungen komplett elektronisch an die Verwaltung übermitteln, drei Monate später kamen dann die Eltern zum Zuge. Das digitale Bürgerkonto macht sie nun unabhängig von den Öffnungszeiten der Behörde.

Weitere Ziele

Das Kita-Projekt der Kreisverwaltung Lippe soll nur der erste Baustein auf dem Weg zu einem digitalen Rathaus sein. Das entwickelte Bürgerkonto kann laut Reinhold Harnisch erweitert werden, und zwar um fast alle Prozesse, die derzeit das persönliche Erscheinen in einer Behörde notwendig machen. Ausgenommen von der Digitalisierung seien lediglich Eheschließungen, Scheidungen und Adoptionen.

Der nächste geplante Schritt ist die Integration eines Bezahlsystems. Beispielsweise wären dann die Zulassung des neuen Autos oder die Verlängerung des Personalausweises einfach online abzuwickeln. Kommunen könnten außerdem Kinderfreizeiten über das Onlineportal planen – inklusive deren Anmeldung und Bezahlung. Oder für Baufirmen wäre die Genehmigung für die Absperrung einer Straße nur einige Klicks entfernt.

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