Baden-Württembergs CIO Stefan Krebs im Interview

Krebs bündelt die IT der Landesverwaltung

| Redakteur: Manfred Klein

Stefan Krebs, CIO des Landes Baden-Württemberg, setzt beim Aufbau des BITBW auf Diplomatie und Überzeugungsarbeit
Stefan Krebs, CIO des Landes Baden-Württemberg, setzt beim Aufbau des BITBW auf Diplomatie und Überzeugungsarbeit (Bild: Innenministerium Baden-Württemberg)

Beinahe hundert Tage ist Baden-Württembergs CIO Stefan Krebs nun schon im Amt. Zeit also für eine ersten Erfahrunsgbericht. In seiner Arbeit setzt Krebs auf Kooperation, scheut aber auch die Konfrontation – wenn es sein muss – nicht.

Seine Eindrücke und erste Erfahrungen mit der Landes-IT schildert Krebs im Interview mit eGovernment Computing.

Herr Krebs, was zeichnet das eGovernment-Gesetz des Landes Baden-Württemberg aus?

Krebs: Wir übernehmen natürlich die Regelungen des Bundesgesetzes, um ein Auseinanderfallen des Rechts zu vermeiden. Die Besonderheit unseres Landesgesetzes ist, dass auch die Organisation der IT-Steuerung und konkret die Rolle des CIO dort geregelt werden soll. Da man bewusst den Dienstantritt des CIO abgewartet hat, um ihm, also letztlich mir, die Möglichkeit der Mitgestaltung zu geben, sind wir noch mitten im Gesetzgebungsverfahrenas Nachholbedarf. Das will ich nicht leugnen.

Auf der anderen Seite können wir aber auch bereits viele erfolgreiche und wegweisende Projekte vorweisen. So ist das Landes-Portal service-bw bereits seit dem Jahr 2003 erfolgreich und mit starker Resonanz in Betrieb. Damit war Baden-Württemberg in Deutschland ein Pionier.

Inzwischen binden mehr als 600 Kommunen Informationsobjekte von service-bw in ihre eigenen Webseiten ein. Der weitaus größte Teil der Zugriffe auf in service-bw geführte Informationsobjekte erfolgt über kommunale Portale.

Service-bw ist zudem die Wissensbasis für fast alle der rund 100 Kommunen mit mehr als drei Millionen Einwohnern, die am Behördenruf 115 teilnehmen. Aktuell modernisieren wir service-bw umfassend und werden das neue Portal Anfang 2016 in Betrieb nehmen.

Sie sehen das Portal als integralen Bestandteil der eGovernment-Strategie des Landes?

Ergänzendes zum Thema
 
Ziele und Voraussetzungen

Krebs: In der Tat kann der Bürger über das Portal schon sehr viele Dinge erledigen. So stellen wir den Bürgern auf dem Portal schon jetzt einen sicheren Datenraum zur Verfügung, wo sie ihre Unterlagen und Kopien sicher speichern können. Ich persönlich halte das für eine tolle Sache und ich glaube, dass solche Portale ganz entscheidend zum Erfolg von eGovernment beitragen werden, weil man damit eine Verbindung zwischen Bürger und Verwaltung schafft, die dauerhaft belastbar ist.

Die Schwierigkeit ist ja, dass Verwaltungsvorgänge oft von einer gewissen Einmaligkeit sind. Man wird eben nur einmal geboren und auch geheiratet wird – wenn man's richtig macht – nur einmal. Über ein sicheres und einfach zu bedienendes Servicekonto aber lassen sich sehr viel mehr Dinge abwickeln. Auch können hier neue Dienstleistungen für den Bürger angeboten werden.

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