Status quo und Zukunft der (digitalen) Krankenversicherung

Krankenversicherungen im digitalen Zeitalter

| Autor / Redakteur: Andreas Espenschied* / Susanne Ehneß

Der Gesundheitsmarkt in Deutschland befindet sich in einem radikalen Umbruch
Der Gesundheitsmarkt in Deutschland befindet sich in einem radikalen Umbruch (Bild: Gina Sanders_Fotolia.com)

Der Gesundheitsmarkt in Deutschland befindet sich in einem radikalen Umbruch. Einerseits verzeichnen alle Anbieter von Gesundheits- und Pflege-IT sowie sämtliche Leistungserbringer ein dynamisches Wachstum. Andererseits reduziert sich die Zahl der Gesetzlichen Krankenkassen von Jahr zu Jahr.

Die Konsolidierung des deutschen Gesundheitsmarktes hat zwei Hauptgründe: Zum einen geraten mehr oder weniger alle Anbieter unter Kostendruck, zum anderen kommt langfristig kein Krankenversicherungsunternehmen am ­digitalen Zug der Zeit vorbei. Diesen Schritt in die Digitalisierung haben die BITMARCK Holding GmbH und die Software AG Deutschland mit der Entwicklung von „21c|ng“ gewagt. Als neue Software-Generation für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist „21c|ng“ die konsequente Weiterentwicklung des etablierten Kernsystems „iskv_21c“ – Krankenkassen profitieren von optimierten Prozessen, integrierten Systemen und zahlreichen weiteren fachlich-funktionalen Vorteilen.

Vision 2025

In weniger als zehn Jahren wird sich die GKV-Branche anderen Wirtschaftszweigen immer stärker angenähert haben und sich kaum mehr von diesen unterscheiden. Gesetzliche Krankenversicherungen (GKVen) werden Cloud- und Big-Data-Technologien nutzen; Krankenkassendaten werden – so unvorstellbar das heute scheinen mag – in einem großen Netz digital verarbeitet. Nur wenige, spezielle Prozesse werden in zehn Jahren noch manuell bearbeitet, über 50 Prozent aller ­Prozesse werden dagegen digital ablaufen.

„Wir wissen genau wo die Reise hingeht – in den kommenden zehn Jahren werden wir immer mehr in die digitale Welt übergehen. Unter anderem, weil die Anwender auf Seiten der Ämter, Unternehmen und schließlich auch Krankenkassen erwarten, dass man ­ihnen mobile und flexible Dienstleistungen anbietet“, so Werner Rieche, Geschäftsführer der Software AG Deutschland. Die meisten Versicherten können beispielsweise jobbedingt nicht mehr zu ­regulären Öffnungszeiten in eine Servicestelle kommen.

Diesen Kunden kommen Krankenkassen entgegen, die einen Großteil der Korrespondenz zu jeder Zeit, mobil, online oder telefonisch ermöglichen. Dadurch wird sich die Rolle des Kundenbetreuers grundlegend verändern: Für alle Kunden, die nicht nur Pflichtleistungen in Anspruch nehmen, wird er zum Berater, der die Versicherten durch den zunehmend komplexen Gesundheitsdschungel lotst.

Daher benötigen die GKVen jetzt erstens eine Digitalisierungsstrategie, die von der Unternehmensspitze aus implementiert wird, und zweitens IT-Abteilungen, die die Anforderungen aus den Fachabteilungen verstehen und ihnen gerecht werden. Die hierfür notwendigen Investitionen können jedoch vor allem kleinere Kassen alleine kaum schultern. Für sie empfiehlt es sich, externe Partner mit ins Boot zu holen, damit sie das Potenzial ihrer größeren Agilität ausschöpfen und sich einen zeitlichen Vorteil verschaffen können. Zudem bringen diese Partner das ­intern meist nicht vorhandene ­Infrastruktur- und Prozess-Know-how mit.

Auf dem Weg

2012 leitete die BITMARCK-Unternehmensgruppe gemeinsam mit der Software AG die Entwicklung von „21c|ng“ ein. Die Gesetzlichen Krankenkassen sollten auf dem Weg zur Digitalisierung begleitet und unterstützt werden. „Leitgedanke war dabei, dass sich die ­Gestaltung der Plattform an gängigen Services und Funktionen orientiert, die auch privat häufig genutzt werden“, erläutert Andreas Strausfeld, Vorsitzender der Geschäftsführung der BITMARCK-Unternehmensgruppe. „Darüber hinaus sollte 21c|ng die Datenverarbeitung von Millionen Versicherten ermöglichen, vorhandene Partnersysteme integrieren und – ganz wichtig – als flexible Software seine Vorteile für Krankenkassen jeder Größe ausspielen.“

Die Entwicklung brachte einige Herausforderungen. Stichwort Datenverwaltung: Bei größeren Krankenkassen müssen die Daten von Millionen Versicherten korrekt bearbeitet werden. Künftig können die Krankenkassen nun ohne Datenmigration agieren und die Schulungsaufwände reduzieren, dank einer intuitiven und leichtbedienbaren Oberfläche. So behalten die Sachbearbeiter alle Dossiers und Arbeitsschritte im Auge, und die Prozesseffizienz steigt. Dies verdeutlicht das Beispiel der neuen 360-Grad-Sicht: Der Anwender hat zugleich Informationen aus sechs Komponenten (Partner, Meldungen, Wahltarife, CRM, ZVK, Leistungen), elf Menüpunkten und 35 Registern im Blick.

Der Autor: Andreas Espenschied, Senior Vice President Marketing & Business Development der Software AG Deutschland
Der Autor: Andreas Espenschied, Senior Vice President Marketing & Business Development der Software AG Deutschland (Bild: Software AG)

„Digitalisierung bedeutet Geschwindigkeit, Flexibilität und Kostensenkung“, betont Rieche, „und diese Stichwörter kommen im Projekt mit der BITMARCK sehr gut zum Ausdruck.“ Plattformen, die eine agile Vernetzung und Datenverarbeitung mit geringem Kostenaufwand ermöglichen, entsprechen demnach dem Puls der Zeit. So lässt sich eine solide Basis für künftige Digitalisierungsschritte und Herausforderungen der Krankenkassen gestalten.

* Andreas Espenschied, Senior Vice President Marketing & Business Development der Software AG Deutschland

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