eGovernment in Mecklenburg-Vorpommern

Kooperatives eGovernment als Erfolgsgarant

| Redakteur: Manfred Klein

Das Schweriner Schloss, in dem der Landtag des Landes Mecklenburg-Vorpommern tagt, könnte bald eine wichtige Adresse für eGovernment werden
Das Schweriner Schloss, in dem der Landtag des Landes Mecklenburg-Vorpommern tagt, könnte bald eine wichtige Adresse für eGovernment werden (Foto: Ministerium für Inneres und Sport Mecklenburg-Vorpommern)

Mit einer Einbindung aller Ver­waltungsebenen ver­sucht Mecklenburg-Vor­pommern trotz finanzieller En­pässe und immer komplexer werdender IT-Projekte den An­forderungen an ein modernes eGovernment gerecht zu werden. Zur Umsetzung hat man in Schwerin zahlreiche erfolgreiche Einzelmaßnahmen entwickelt – nicht nur den eGovernment-Monitor.

In Mecklenburg-Vorpommern bewerten die Verantwortlichen eGovernment so: „eGovernment ist kein Selbstzweck, sondern unterstützt und optimiert die Verwaltungsarbeit enorm. Dabei setzt es zunehmend auch wichtige Impulse für die Modernisierung der Verwaltungs­arbeit.“

„IT und eGovernment dringen dabei in Bereiche vor, die vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen wären. So sind Verfahren wie die elektronische Personalakte und der elektronische Rechtsverkehr längst gesetzlich normiert und befinden sich in der Umsetzung. Der verbindliche elektronische Rechtsverkehr sogar bis 2018. Damit sind nicht nur stark steigende IT-Budgets in den Haushalten der Verwaltung verbunden, die trotz aller Notwendigkeit zur Haushaltskonsolidierung aufgebracht werden müssen, sondern es nimmt auch deutlich eine Industrialisierung der Verwaltung zu.“

Kooperationen s­tärken eGovernment

Eine Möglichkeit, dem finanziellen Druck im eGovernment auszuweichen, bieten Ebenen übergreifende Verwaltungskooperationen. Eine Option, von der man in Schwerin auch regen Gebrauch macht. Aktuelle Projekte sind hier die Einführung der 115 in Mecklenburg-Vorpommern sowie Systeme zum Prozess- und Wissensmanagement in den Verwaltungen des Landes.

Diese Konzentration auf Groß­projekte führt aber auch dazu, dass die absolute Zahl an neuen Projekten im Vergleich zu den vergangenen Jahren abgenommen hat. Im Gegenzug steigt jedoch die inhaltliche Komplexität enorm an, da verstärkt komplizierte Prozessabläufe – vom elektronischen Antrag bis zur Fachverfahrensintegration – in die Systeme integriert werden müssen.

Natürlich werden parallel dazu bereits im Betrieb befindliche Verfahren kontinuierlich weiterentwickelt. Nach Einschätzung der eGovernment-Verantwortlichen in Mecklenburg-Vorpommern fehlt es dabei vielen IT-Fachleuten und Entscheidern an einer kurzen, strukturierte Übersicht der bereits betriebenen Verfahren, der laufenden Projekte und der strategischen Entwicklungen, um ähnlich gelagerte Bedarfe zu erkennen, Doppelentwicklungen vermeiden und sinnvolle Standards zwischen den Verfahren etablieren zu können.

Was kann der eGovernment-Monitor?

In Schwerin will man daher einen grundlegend neuen Weg bei der Verbreitung relevanter Informationen rund um eGovernment und die Umsetzung des eGovernment-Masterplanes gehen. Der eGovernment-Fortschrittsmonitor der Landesverwaltung Mecklenburg-Vorpommern soll hier bei der notwendigen Informationsübermittlung neue Maßstäbe setzen, indem er es ermöglicht, sich mit unterschiedlichen Fragestellungen über die wichtigsten eGovernment-Maßnahmen der Landesverwaltung zu informieren.

So soll der eGovernment-Monitor die Möglichkeit bieten, herauszufinden, welche Verfahren den Bürger direkt bei der Abwicklung seiner Anliegen unterstützen beziehungsweise, welche Infrastrukturprojekte gerade von wem bearbeitet werden.

In einer erweiterten Intranet­version soll es darüber hinaus als Informationssystem für Führungskräfte geeignet sein und diesen einen Überblick über den Status der Verfahren des eigenen Geschäftsbereichs verschaffen.

Den Kern des eGovernment-Fortschrittsmonitors bildet eine Einstiegsseite mit vielfältigen Filtermöglichkeiten in Form eines sogenannten Dashboards, auf dem der Status der einzelnen eGovernment-Projekte und Maßnahmen aus dem Masterplan übersichtlich und je nach Filtereinstellung differenziert dargestellt wird. In der Grundeinstellung werden alle im eGovernment-Masterplan enthaltenen Maßnahmen von der Strategie, Konzeption, Umsetzung, Betrieb oder Weiterentwicklung dargestellt.

Der eGovernment-Monitor wird in den Internetauftritt des IT-Beauftragten der Landesverwaltung von Mecklenburg-Vorpommern inte­griert. Die Umsetzung der Konzep­tion erfolgt derzeit gemeinsam mit der DVZ Datenverarbeitungszentrum Mecklenburg-Vorpommern GmbH aus Schwerin. Die feierliche Freischaltung der Internetpräsentation erfolgt voraussichtlich am 8. März auf der CeBIT.

Und mit dem eGovernment-Wettbewerb E-Lüchttoorn M-V 2013 haben die Schweriner einen weiteren Pfeil in Sachen kooperatives eGovernment im Köcher. Im Frühjahr werden mit dem Preis eGovernment-Projekte ausgezeichnet, die eine medienbruchfreie Online-Abwicklung über Verwaltungsgrenzen hinweg ermöglichen.

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