Hessens Co-CIO im Interview

„Kooperation ist das Gebot der Stunde“

| Autor: Manfred Klein

eGovernment ist in Hessen Sache des Finanzministeriums
eGovernment ist in Hessen Sache des Finanzministeriums (Bild: © Hessisches Finanzministerium)

Bald ein Vierteljahr ist Hessens Co-CIO Roland Jabkowski nun im Amt. Zeit also für eine erste Zwischenbilanz. An einem lässt Jabkowski aber keinen Zweifel: An Zusammen­arbeit führt bei eGovernment kein Weg mehr vorbei.

eGovernment Computing sprach mit Roland Jabkowski über seine Erfahrungen und Pläne.

Herr Jabkowski, mit dem Ende des diesjährigen Public Sector Parc auf der CeBIT rücken Ihre ersten 100 Diensttage als Co-CIO des Landes Hessen näher. Welche Erfahrungen konnten Sie in dieser Zeit als Co-CIO des Landes Hessen machen?

Jabkowski: 100 Tage können wie im Flug vergehen. Erst recht, wenn man eine neue und zeitintensive Aufgabe angenommen hat. Seit Anfang Januar habe ich meinen beruflichen Mittelpunkt von Wien nach Wiesbaden verlegt. Die ersten Wochen ist man natürlich zunächst einmal sehr damit beschäftigt sich zu organisieren und viele neue Gesichter kennenzulernen. Meine bisherigen Erfahrungen sind durchweg positiv. Die neuen Kolleginnen und Kollegen haben mir den Einstieg wirklich leicht gemacht, wofür ich im Übrigen sehr dankbar bin. Ich wusste bereits aus meiner Zeit in Österreich: Hessen ist ein Bundesland, das in den vergangenen Jahren kontinuierlich seinen Weg im Bereich des eGovernments gegangen ist und dabei einige Pionierentscheidungen getroffen hat.

In Hessen entschied man sich beispielsweise 2003, und damit im bundesweiten Vergleich als erstes Bundesland, für die Einrichtung einer CIO-Funktion auf Ebene der Landesregierung. Erfolgreiche Verfahren, wie etwa die digitale Lehrer- und Schülerdatenbank, mit deren Hilfe man in Hessen die Daten von rund 60.000 Lehrkräften und mehr als 800.000 Schülern zentral verwaltet, nimmt man natürlich auch in Österreich interessiert zu Kenntnis.

Wichtig ist für mich persönlich vor allem: Den ersten positiven Eindruck, den ich von Hessen bereits zu meiner Zeit in Österreich hatte, der hat sich in den ersten, annähernd 100 Tagen täglich verfestigt. In meiner neuen Wahlheimat hat man viel für digitale Verwaltungsmodernisierung übrig.

Welche Rolle spielt das neue Landesportal in der Strategie „Digitale Verwaltung Hessen 2020“?

Jabkowski: Die ‚Digitale Verwaltung Hessen 2020‘, also die gegenwärtige IT- und eGovernment-Strategie des Landes, umfasst eine Vielzahl von Projekten und ­Maßnahmen, die sich an die Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen in unserem Land, aber auch an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung richten. Das Ziel ist also klar vorgegeben: Wir möchten Angebote und Dienstleistungen künftig noch viel stärker in digitaler Form bereitstellen.

Denn die Chancen der Digitalisierung liegen auch im Bereich des Verwaltungshandelns auf der Hand. Dank moderner IT können wir noch gezielter und serviceorientierter auf die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger und der Wirtschaft eingehen. Ich möchte, dass die Verwaltung zukünftig noch stärker als ein attraktiver Dienstleister wahrgenommen wird.

Im Übrigen profitiert auch die Verwaltung selbst von moderner IT. Verfahren können so effizienter und schlanker gestaltet werden. Mit dem neuen Verwaltungsportal des Landes haben wir nun den Startschuss für einen zentralen Baustein unserer Strategie gegeben. Auf service.hessen.de finden alle Nutzerinnen und Nutzer Dienstleistungen und vielfältige Informationen in mehr als 150 Themengebieten rund um die Landesverwaltung.

Die Informationen können zeitunabhängig und übersichtlich abgerufen werden. Die Angebote sollen in den kommenden Jahren stetig ausgebaut werden. Schon jetzt können Antragsverfahren beispielsweise im Bereich des elektronischen Rechtsverkehrs oder auch BAföG-Anträge online in Anspruch genommen werden.

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