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Gemeinsames Positionspapier von Vitako und DLT Konzept für eine föderale Digitalisierungsarchitektur

Autor: Julia Mutzbauer

Das Onlinezugangsgesetz (OZG) stellt die Verwaltungs-IT aller Ebenen mehr denn je vor die Herausforderung, qualitativ hochwertige digitale Lösungen anzubieten. Die Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister Vitako hat daher gemeinsam mit dem Deutschen Landkreistag (DLT) ein Positionspapier zur Ausgestaltung einer Digitalisierungsarchitektur erarbeitet. Das Konzept bezieht bisherige IT-Strukturen mit ein und soll zugleich einen übergreifenden Rahmen für eine konstruktive Umsetzung des OZG schaffen.

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Definierte Standards und einheitliche Schnittstellen sind Voraussetzungen für eine effektive Digitalisierungsarchichtektur
Definierte Standards und einheitliche Schnittstellen sind Voraussetzungen für eine effektive Digitalisierungsarchichtektur
(© magele-picture - stock.adobe.com)

Der DLT und Vitako entwickeln in ihrem „Positionspapier zur Konzeption und Umsetzung einer föderalen Digitalisierungsarchitektur“ eine Organisation auf föderaler Basis, die gut funktionierende Infrastrukturen, Systeme und Komponenten mit einbezieht. Zur ihrer Umsetzung müssten gemeinsame Standards sowie einheitliche, medienbruchfreie und interoperable Schnittstellen konkretisiert und stärker etabliert werden, folgern die Autoren. Nur so ließen sich die zahlreichen elektronischen Fachverfahren in der Fläche auf größere Portalstrukturen mit nutzerfreundlichen Services verknüpfen.

Für eine bundesweite Nachnutzung der Micro Services, die die kommunalen Spitzenverbände im IT-Planungsrat angeregt haben, empfehlen Vitako und DLT ein bundesweites Code Repository einzurichten. Dieses Repository solle den Bestand der in den Digitalisierungslaboren zu entwickelnden Micro Services abbilden und es Ländern und insbesondere den Kommunen ermöglichen, einzelne Services zu prüfen. Darüber hinaus komme eine sichere Öffnung dieses Repositories für weitere, außerhalb der Labore in Ländern und Kommunen entwickelte Services, in Betracht. „Auf diese Weise kann eine bundesweite Landkarte aller nachnutzbaren Online-Services entstehen und die Umsetzung des OZG beschleunigen“, erklären die Verbände.

In ihrem Positionspapier argumentieren DLG und Vitako weiter: „In den OZG-Digitalisierungslaboren des IT-Planungsrats zeichnete sich von Anfang an ab, dass die Herausforderung nicht nur in der Zahl der zu digitalisierenden Prozesse liegt, sondern vor allem die Nachnutzbarkeit der neu entstehenden Anwendungen ein Problem darstellt.“ Die „disruptive Umsetzung des OZG“ reduziere die Verwaltungs-IT auf die Herstellung und Optimierung von User-Experience und blende die notwendige prozessuale Gestaltung von Backoffice-Strukturen sowie die Herstellung der dazu erforderlichen Schnittstellen dabei aber weitgehend aus.

Derzeit fehle zudem eine flächendeckende Transparenz hinsichtlich der Frage, wer, wie und an welchen Digitalisierungslaboren beteiligt sei, und wer die Nachnutzung der Digitalisierungslaborergebnisse sicherstelle. „Hierbei sollte die kommunale Verwaltungs-IT viel stärker eingebunden werden, denn sie verfügt über das notwendige Know-how“, betonen die Verbände.

Die Initiatoren gehen von zwei Phasen zum Aufbau der Digitalisierungsarchitektur aus.

Phase eins

Da die erfolgreiche OZG-Umsetzung einen entscheidenden Einfluss auf die Verwaltungsdigitalisierung und die zukünftige Digitalisierungsarchitektur haben wird, konzentriert sich die erste Phase auf die Unterstützung des OZG-Projekts und hat in den beiden kommenden Jahren eine entsprechend hohe Priorität für die Kommunen.

Einzelne Aufgaben in dieser Phase sollen sein:

  • die Herstellung von Transparenz über die vorhandenen und geplanten OZG-Services im Hinblick auf Nachnutzbarkeit und fehlende Schnittstellen,
  • die Herstellung fehlender Schnittstellen zwischen Online-Diensten und bestehender Fachverfahren, sowie zwischen Online- und Basisdiensten (z. B. Servicekonto),
  • die Frontend-Integration „externer“ Online-Dienste sowie
  • die stärkere Nutzung und der Ausbau vorhandener Übergangssysteme und Schnittstellen.

Phase zwei

Nach Ansicht der Verbände muss aus der Debatte um eine föderale kommunale Digitalisierungsarchitektur letztlich auch die Governance für übergreifende Services mit den folgenden Zielen hervorgehen:

  • Nutzerakzeptanz,
  • Kostentransparenz,
  • Investitionsschutz,
  • Verfügbarkeit und Sicherheit kommunaler IT
  • Leistungsaustausch und Wettbewerb.

Weitere Informationen

Das vollständige Positionspapier zur Konzeption und Umsetzung einer föderalen Digitalisierungsarchitektur finden Sie hier.

(ID:46833752)

Über den Autor

 Julia Mutzbauer

Julia Mutzbauer

Redaktion, eGovernment Computing