eNorm

Komplexe Gesetzestexte – leicht erstellt

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eNorm: Werkzeug zur Erstellung von Gesetzen und Verordnungen

Die anschließenden Demonstrationen der noch englischsprachigen Software konnten Anwender und Berater davon überzeugen, dass LegisWrite als Basis dienen könnte, die deutschen Besonderheiten zu implementieren: Wo im EU-Umfeld noch weniger als 100 Absatzformatvorlagen zur Textstrukturierung genügt hatten, waren zur Abbildung der wesentlich formaleren deutschen Gesetzgebung bereits 250 nötig. Masse und Komplexität stellten grundsätzlich neue Anforderungen an die Lösung.

Da DIaLOGIKa sich bereits viele Jahre in diesem Umfeld betätigt, konnte schnell ein tragfähiges Konzept zur Erweiterung von LegisWrite präsentiert werden, das den anspruchsvollen Termin- und Budgetvorgaben des BMJ entsprach.

In weniger als zwei Monaten wurde eine deutsche Variante von LegisWrite hergestellt, die bereits alle Kernelemente realisierte. Die Benutzer- und insbesondere die Administrator- und Multiplikatorenschulungen konnten anlaufen, während weitergehende Anforderungen des BMJ gleichzeitig implementiert wurden.

Die Arbeit des Legisten ist nun wesentlich einfacher: eNorm wacht darüber, dass die Strukturanforderungen eingehalten werden. So „weiß“ das Werkzeug,

  • wie Stamm- oder Änderungsgesetze aufgebaut sein sollen,
  • welche Elemente dieser Texte (z.B. Begründung, Vorblatt, Verzeichnisse usw.) wo hingehören,
  • wie und in welchen Stufen nummeriert werden soll und
  • welche Formatvorlagen anzuwenden sind.

Dabei wird nicht nur kontrolliert, sondern effektiv geholfen: Funktionen zum „intelligenten“ Einfügen von Strukturelementen stehen ebenso zur Verfügung, wie die automatische Um- und Weiternummerierung.

eNorm verfügt über Funktionen zur Prüfung der Struktur eines Dokumentes, zum „intelligenten“ Einfügen von Elementen in diese Struktur und zur Überprüfung weiterer Kriterien, die im „Handbuch der Rechtsförmlichkeit“ aufgelistet sind: Unnötige oder überzählige Abschnitte und Nummerierungen werden ebenso erkannt wie fehlerhafte Verzeichnisse und überflüssige Leerzeichen und Absätze. eNorm gibt die strukturierten Word-Dateien im XML-Format aus. Die XML-Strukturelemente (tags) wurden im Einklang mit einer „Document Type Definition“ (DTD) festgelegt. Diese DTD ist mit dem Verlag abgestimmt, der mit der Herstellung und dem Druck der Verkündungspublikationen betraut ist.

Das Bundesministerium der Justiz wird eNorm ab 2007 verbindlich einsetzen, schon heute werden die ersten Gesetze mit eNorm entworfen. Der Bundestag sowie das Finanzministerium prüfen den Einsatz von eNorm, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat sich bereits dafür entschieden. Die ersten Länderregierungen – allen voran Baden-Württemberg – erkennen, dass eNorm völlig analog im Rahmen der Gesetzgebung der Länder eingesetzt werden kann.

(ID:2007126)