Neuer Personalausweis kommt langsam in Fahrt

Kommunen und Landesverwaltungen wollen nPA (endlich) unterstützen

27.07.2011 | Redakteur: Gerald Viola

Sechs Millionen neue Personalausweise wurden bereits ausgegeben. Jetzt sollen nach und nach die passenden Anwendungen folgen.
Sechs Millionen neue Personalausweise wurden bereits ausgegeben. Jetzt sollen nach und nach die passenden Anwendungen folgen.

Über 60 Prozent der Kommunal- und Landesverwaltungen planen, bis zum Jahr 2013 in neue Angebote zur Nutzung des neuen Personalausweises zu investieren – viele Maßnahmen sind noch für dieses Jahr vorgesehen. Damit ruhen große Hoffnungen auf dem kleinen Ausweis im Scheckkartenformat: Er soll Kosten sparen und zusätzlich Herausforderungen im Kontext des demografischen Wandels lösen helfen.

Das sind die Ergebnisse der Studie „Branchenkompass 2011 Public Services“ von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem FAZ-Institut.

Zu den wichtigsten Treibern von eGovernment zählen der neue Personalausweis mit der Online-Ausweisfunktion zur Feststellung der Identität und die qualifizierte elektronische Signatur. Letztere ist der persönlichen Unterschrift gleichgestellt. Amtliche Schriftstücke oder Anträge können zukünftig auch online mit dem neuen Personalausweis unterzeichnet werden.

Medienbruchfreie Formulare, wenn die eSignatur kommt

Beide Anwendungen ermöglichen damit die medienbruchfreie Durchführung von Antragsverfahren per Internet. Besonders Kommunen, die unter hohem Kostendruck stehen, könnten so Ausgaben für Personal und Standorte reduzieren.

Gleichzeitig bliebe das Dienstleistungsangebot für die Bürger bestehen und würde darüber hinaus sogar verbessert, wenn zusätzlich neue mobile Lösungen und Angebote in Form von Kiosk-Systemen, sogenannten „Bürgerterminals“ von der Verwaltung angeboten werden. Gerade Behörden in ostdeutschen Ländern sehen hier eine Chance. 83 Prozent der Kommunen zwischen Rügen und Erzgebirge planen, die Signaturfunktion in den Verwaltungsverfahren anzuwenden.

Mit dem nPA das Flensburger Punktekonto abfragen

Acht Monate nach der Einführung gibt es – so die Consulting-Experten – bereits einige interessante Angebote:

  • Autofahrer können ihren Punktestand beim Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg abfragen.
  • Eltern bekommen bei der Arbeitsagentur direkte Informationen zum Kindergeld und
  • die Pilotstadt Münster stellt ihren Bewohnern eine Online-Bestellung von Katasterauszügen zur Verfügung. Sie will bis Ende des Jahres weitere 25 neue städtische Online-Angebote nutzbar machen.

Bürger brauchen Anreize, den neuen Personalausweis zu nutzen

„Die Verwaltungen sind trotz und wegen erster Erfolge gefordert, weitere Angebote zu entwickeln“, sagt Christian Mohser, Senior Manager Public Services bei Steria Mummert Consulting. „Die Bürger brauchen Anreize, den neuen Personalausweis zu nutzen, damit die Verwaltungen über Skaleneffekte Kosten einsparen können. Sechs Millionen neue Ausweise wurden in der Bundesdruckerei produziert und ausgegeben. Bis zum Jahr 2020 soll jeder Deutsche einen haben. 60 Millionen Nutzer – das ist eine überaus interessante Zielgruppe“, so Mohser.

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posted am 27.07.2011 um 21:19 von Jan.dark2


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