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Geschäftsmodelle für die Wirtschaft 2.0 Kommunale Wirtschaftsförderung mit eGovernment und Open Data

Autor / Redakteur: Franz-Reinhard Habbel / Manfred Klein

Der demografische Wandel verstärkt den Fachkräftemangel in Deutschland. Und die Eurokrise schafft einen europäischen Arbeitsmarkt. Mit eGovernment und Open Data ergeben sich daraus weitreichende Chancen für die deutschen Kommunen. Wenn sie bereit sind, mit modernen Kommunikationsmitteln den Bedürfnissen junger Europäer zu entsprechen.

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Mit eGovernment lässt sich der entstehende europäische Arbeitsmarkt steuern
Mit eGovernment lässt sich der entstehende europäische Arbeitsmarkt steuern
(Foto: vaso - Fotolia.com)

Sie kommen aus Spanien, Italien oder Portugal und suchen Arbeit: junge Leute mit qualifizierten Abschlüssen, denn Deutschland ist ein interessantes Land: Der Fachkräftemangel wird aufgrund der demografischen Entwicklung in den nächsten Jahren gewaltig anwachsen. Die wirtschaftlichen Verhältnisse sind weitgehend stabil, die Arbeitslosenquoten relativ gering.

Franz-Reinhard Habbel, Sprecher des DStGB
Franz-Reinhard Habbel, Sprecher des DStGB
(Foto: DStGB)

Anders als zum Beispiel in Spanien. Dort liegt die Arbeitslosenquote bei Jugendlichen bei 50 Prozent. Viele junge Menschen finden keine Arbeit oder keinen Ausbildungsplatz. Das Ausland lockt und die Realität ist weiter als die Politik. Die Kinder der Globalisierung sind mit dem Internet aufgewachsen. Sie sind mobiler und bilden längst einen europäischen Arbeitsmarkt.

Da ist zum Beispiel die junge Zahnärztin aus Saragossa, die in ihrer Heimatstadt nicht praktizieren kann. Kieferorthopädie hat in schlechten Zeiten keine Konjunktur. Also arbeitet sie jetzt an mehren Tagen im Monat in Hannover in einer medizinischen Einrichtung. Sie lebt in Hannover und in Saragossa.

Noch sind dies Einzelfälle, aber es werden immer mehr. Denn die Easy-Jet-Generation reist kreuz und quer durch Europa. Frühzeitig gebucht, gehen die Flieger für 80 Euro von Hauptstadt zu Hauptstadt. Erasmusstudenten bilden im Internet Freundschaften und Communties und besuchen sich an Wochenenden.

Soziale Netzwerke verbinden die jungen Leute so miteinander, als ob sie nebenan wohnen würden. Sie wollen arbeiten, sich engagieren und teilhaben. Sie gehen dort hin, wo die Rahmenbedingungen für Arbeit und Leben am besten sind.

Berlin ist ein solcher Ort. Hier bildet sich eine neue Start-up-Kultur. In neuen Firmen arbeiten oft Menschen aus zehn verschiedenen Ländern zusammen. Viele kommen nach Berlin, wohnen eine zeitlang im Hos­tel oder bei Freunden und versuchen in der Gründerszene Fuß zu fassen.

Für die deutschen Städte und Gemeinden ist dies eine interessante Entwicklung. Es wäre klug, diese Menschen mit einer Willkommenskultur zu empfangen und ihnen Möglichkeiten zu eröffnen, mit Firmen in Kontakt zu kommen. Und es sind gerade die kreativen Köpfe, die in einem Umfeld von Technologien, Toleranz und Bildung Jobs für sich und andere schaffen.

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