Umfrage des VKU Kommunale Unternehmen entdecken die IKT-Möglichkeiten

Autor: Ira Zahorsky

Die Mitglieder des Verbandes kommunaler Unternehmen nutzen zunehmend IKT-Systeme, um ihre täglichen Aufgaben zu erfüllen. Außerdem ergeben sich dadurch speziell im Smart-Home-Bereich für zahlreiche Unternehmen Geschäftsmöglichkeiten oder -Alternativen. Datenschutz und -sicherheit sind dabei ein wichtiger Punkt.

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Kommunale Unternehmen vernetzen sich zunehmend und setzen smarte Technologien ein.
Kommunale Unternehmen vernetzen sich zunehmend und setzen smarte Technologien ein.
( © Kobes - Fotolia)

Einer Umfrage des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) unter 232 Mitgliedsunternehmen zufolge bekommen Informations- und Kommunikationstechnologien für den Unternehmenserfolg eine immer stärkere Bedeutung. „Um die kommunale Infrastruktur in den Bereichen Energie, Wasser und Abfall zu entwickeln, zu modernisieren und zu sichern, haben die VKU-Mitgliedsunternehmen die Potenziale von IKT-Systemen längst erkannt“, sagt VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck. „Mit dem effizienten Einsatz smarter Technologien sorgen sie außerdem dafür, neue Geschäftsfelder zu erschließen, ihr Image und die Kundenbindung zu stärken und qualifizierte Mitarbeiter zu finden.“

Einsatzgebiete

Am häufigsten wurden von den befragten Unternehmen aller Sparten als Einsatzgebiete genannt:

  • Vertriebsbereich und Kundenmanagement (78 Prozent), zum Beispiel die gezielte Kommunikation mit den Kunden durch Customer-Relationship-Managementsysteme (CRM)
  • Netzbetrieb (63 Prozent)
  • Logistik (38 Prozent), zum Beispiel die Planung der Abfallsammeltouren der kommunalen Abfallwirtschaftsbetriebe

In der Energie- und Wasserwirtschaft gaben zudem 46 Prozent der Befragten an, sie bei den Prozessen der Energieerzeugung und -gewinnung zu nutzen. Eine Schlüsselrolle spielten zudem Smart-Home-Techniken – also die digitale Vernetzung im gesamten Haushalt. Ein gutes Viertel (26 Prozent) der befragten Stadtwerke beschäftigt sich mit Smart-Home-Dienstleistungen, sieben Prozent bieten konkrete Produkte an. „Gerade in diesem Bereich wird der Wettbewerb in den nächsten Jahren immens zunehmen“, so Reck.

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Besonders in den vergangenen Monaten sei zu beobachten gewesen, dass neben den großen Energiekonzernen auch zahlreiche Telekommunikationsunternehmen mit neuen Dienstleistungen rund um das Smart Home an den Markt gegangen seien. „Allein mit dem klassischen Energiegeschäft werden die Stadtwerke langfristig ihr Portfolio nicht bestreiten können. Auf der Suche nach Alternativen bietet der Markt für Energiedienstleistungen interessante Chancen der Geschäftsfelderweiterung – auf dem Weg vom Energieversorger zum Energiedienstleister“, erläutert Reck.

Beim Einsatz von IKT setzten die VKU-Mitgliedsunternehmen überwiegend auf eigene Ressourcen: Rund ein Drittel der befragten Unternehmen verfüge über eigene Unternehmensbereiche, vergäbe Aufträge an IT-Töchter oder kooperiere mit anderen kommunalen Unternehmen. Demgegenüber arbeitee nur ein Drittel mit externen Partnern aus der IT-Branche zusammen.

Datenschutz im Fokus

Die VKU-Mitgliedsunternehmen planen, sich in den nächsten fünf Jahren beim Einsatz von IKT-Technologien verstärkt auf den Datenschutz und die Datensicherheit sowie die Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter zu konzentrieren. Die IT-Sicherheit wird von den Unternehmen derzeit als große Herausforderung angesehen. Das Bundesinnenministerium hatte am 19. August 2014 den Entwurf für ein IT-Sicherheitsgesetz (ITSiG) vorgelegt, das den Schutz der Integrität und Authentizität datenverarbeitender Systeme verbessern soll.

Der VKU begrüßt den Ansatz des Bundesinnenministeriums, auf Vorschlag der betroffenen Unternehmen und ihrer Verbände IT-Mindestsicherheitsstandards zu entwickeln. Aus VKU-Sicht sei das wichtig, um angemessene Systeme, Komponenten und Prozesse gemäß der Größe und Leistungsfähigkeit der Unternehmen und Betriebe zu schaffen.

Die vorgesehenen Berichtspflichten und organisatorischen Auflagen bedürfen nach Auffassung des VKU nochmals der genauen Betrachtung. „Wir brauchen konsistente und erfüllbare Pflichten mit Augenmaß“, betont Reck. „Sie müssen zu einem Mehr an Sicherheit führen, statt nur zu einem Mehr an Bürokratie!“ Der Gesetzentwurf macht aus Gründen der Verhältnismäßigkeit Ausnahmen für besonders kleine Unternehmen. Allerdings seien die kommunalen Unternehmen von dieser Regelung ausgenommen worden. Das müsse im weiteren Gesetzgebungsverfahren nochmals überarbeitet werden.

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Über den Autor

 Ira Zahorsky

Ira Zahorsky

Redakteurin und Online-CvD, IT-BUSINESS