Die Zukunft der AKDB

Kommunale Potenziale für eGovernment nutzen

| Autor: Manfred Klein

Ein weiteres bestimmendes Thema der Veranstaltung war der Bereich IT-Sicherheit. Können kleine Kommunen den Bedrohungen überhaupt noch etwas entgegensetzen, sind sie nicht vielmehr auf einen Dienstleister angewiesen, der über das notwendige Know-how und die erforderlichen Ressourcen verfügt? Und ist die AKDB hier schon ausreichend positioniert?

Schroth: Die IT-Sicherheit ist tatsächlich ein Aspekt, welcher der Öffentlichen Verwaltung derzeit einiges abverlangt und in Zukunft auch noch abverlangen wird. Neben schärferen Anforderungen des Gesetzgebers haben Verschlüsselungstrojaner wie etwa Locky in den letzten Monaten erkennbar dazu beigetragen, dass die IT-Sicherheit in den Mittelpunkt des Interesses rückt. Den kommunalen Entscheidern sind die Anforderungen bewusst und sie stehen Lösungsangeboten durchaus offen gegenüber. Allerdings genügen technische Lösungen von der Stange den Herausforderungen zumeist nicht. IT-Sicherheit ist ohne aktuelles Expertenwissen, Zeit und Geld dauerhaft nicht zu realisieren. Hinzu kommt, dass die geeigneten Lösungen von Kommune zu Kommune unterschiedlich sind. Hier liegt eine große Stärke der AKDB, dass sie den Kommunen individuelle Lösungskonzepte anbieten kann.

Die notwendigen Beratungsangebote und Dienstleistungen vor Ort werden von unserer Tochter, der Living Data GmbH erbracht. Hohe Nachfrage erfahren derzeit Beratungen zu Informationssicherheits-Management-Systemen (ISMS). Während eine aufwändige BSI-Zertifizierung zumeist nicht in Frage kommt, stoßen schlankere Systeme wie ISIS12 und VdS auf großes Interesse. Durch die Innovationsstiftung Bayerische Kommune, die wir vor sechs Jahren gemeinsam mit den Bayerischen Kommunalen Spitzenverbänden gegründet haben, wird derzeit ein speziell auf kleinere und mittlere Kommunen zugeschnittenes Informationssicherheitskonzept entwickelt. Damit ermöglichen wir den Kommunen, die gesetzlichen Anforderungen des Bayerischen eGovernment-Gesetzes zu erfüllen und ihre IT-Sicherheit gezielt und praxistauglich mit leistbarem Aufwand zu erhöhen.

Neben den notwendigen Aktivitäten vor Ort spielen unter dem Aspekt der IT-Sicherheit auch die Angebote aus dem Rechenzentrum der AKDB eine entscheidende Rolle. Dieses ist seit 2013 nach ISO 27001 auf Basis des IT-Grundschutzes durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) zertifiziert. Kommunen, die ihre Anwendungen mit besonders sensiblen Daten wie etwa dem Einwohner-, Sozial- oder Finanzwesen im AKDB-Rechenzentrum betreiben, gewährleisten so ein Maximum an nachgewiesener Sicherheit.

In den kommenden Monaten werden weitere Herausforderungen hinzukommen. Die eIDAS-Verordnung der EU – um nur eine zu nennen – wird Kommunen zwingen, auch die eID-Systeme der anderen EU-Staaten bedienen zu können. Welche Unterstützung können Gemeinden hier von der AKDB erwarten?

Schroth: Die Rechtsakte der Europäischen Gemeinschaft haben vielfach einen starken Einfluss auf die IT. Beispiele sind die aktuellen Änderungen im Vergaberecht, im Datenschutzrecht, bei der elektronischen Rechnungsstellung oder eben bei der elektronischen Identifizierung im Rahmen der eIDAS-Verordnung. Die AKDB informiert sich frühzeitig und in enger Zusammenarbeit mit den Bayerischen Kommunalen Spitzenverbänden, dem Freistaat sowie durch den Austausch in überregionalen Gremien im Rahmen der VITAKO über diese Vorhaben. Als Gesamtanbieter für alle kommunalen Kernverfahren kann die AKDB dabei die Auswirkungen auf Kommunen besonders gut beurteilen. Daher stellen wir schon heute fest, dass die neuen Anforderungen im Rahmen der eIDAS-Verordnung im Bürgerservice-Portal optimal umgesetzt werden können. Die AKDB wirkt zudem an einem europäischen Pilotvorhaben mit, in dem bis Ende 2017 der europaweite Austausch von Identifikationsdaten geklärt werden soll.

Die Digitalisierung wird auch die AKDB selbst vor neue Herausforderungen stellen. Wo sehen also Sie die AKDB zum Ende des Jahrzehnts?

Schroth: Wie Karl Valentin, ein Münchner Original, schon sagte: „Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.“ Bei einem Zeithorizont von rund drei Jahren liegt es nahe, die bestehenden Entwicklungen fortzusetzen. Demnach wird die Nachfrage nach modernen und innovativen IT-Lösungen der AKDB nicht nur in Bayern, sondern auch bundesweit weiter zunehmen.

Hierbei spielen unsere Partnerrechenzentren im gesamten Bundesgebiet eine wichtige Rolle, um die Kommunen zielgerichtet mit passenden Angeboten zu versorgen. Zukünftig werden noch weitere Partnerschaften zwischen den öffentlich-rechtlichen IT-Dienstleistern entstehen, gerade wenn es um Bereitstellung und länderübergreifende Vernetzung von eGovernment-Systemen geht.

Im Ergebnis ist die AKDB bestens aufgestellt, um die Kommunen auch weiterhin partnerschaftlich bei den anstehenden Herausforderungen zu unterstützen.

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 44368722 / Fachanwendungen)