Die Zukunft der AKDB

Kommunale Potenziale für eGovernment nutzen

| Autor: Manfred Klein

(Bild: © Robert Kneschke – fotolia.com)

Auf dem 2. Kommunalforum der AKDB wurden Fragen der künftigen eGovernment-Gestaltung in Deutschland thematisiert. eGovernment Computing sprach mit dem Vorstandsvorsitzenden der AKDB, Alexander Schroth, darüber, welche Konsequenzen die AKDB daraus ableitet.

Herr Schroth, ein Schwerpunktthema des 2. AKDB Kommunalforums 2016 war die Frage, wie Behörden und Verwaltungen mit dem rasanten Tempo des digitalen Wandels mithalten können. Wie schätzen Sie die aktuelle Situation ein, und wie unterstützt die AKDB Kommunen bei diesem Transformationsprozess?

Schroth: Der digitale Wandel hat alle Bereiche der Verwaltung erfasst. Tiefgreifende Änderungen in der täglichen Arbeit ergeben sich aus den technischen Veränderungen wie Virtualisierung, Cloud-Computing und mobile Anwendungen bis hin zu den kontinuierlichen Updates von Windows 10. Diese immer komplexer werdende IT-Landschaft erfordert ein enormes Know-how, das die einzelne Kommune längst nicht mehr selbst vorhalten kann. Auch die Ansprüche der Anwender an die IT sind deutlich gestiegen. Sie erwarten einen modernen Arbeitsplatz mit intuitiv zu bedienenden Anwendungen.

Die AKDB stellt die hierfür notwendigen Angebote bereit. Großer Nachfrage erfreuen sich besonders die Outsourcing-Angebote, da diese die technische Komplexität bei der Kommune vor Ort deutlich reduzieren. Dem Wunsch nach besonders einfach zu bedienenden Anwendungen kommen wir vor allem mit unserer Softwaregeneration SYNERGO nach. Diese unterstützt besonders fachübergreifende Tätigkeiten in einem Bürgerbüro und sorgt dafür, dass sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schnell in den Fachanwendungen zurechtfinden.

Der digitale Wandel findet aber nicht nur in den Amtsstuben statt, sondern natürlich auch bei den Online-Angeboten der Verwaltung. Bürger und die Wirtschaft erwarten bequeme und rund um die Uhr verfügbare eGovernment-Angebote, mit denen sie ihre Anliegen vollständig erledigen können. Bundesweit bieten mittlerweile über 900 Kommunen mit dem Bürgerservice-Portal der AKDB Online-Dienstleistungen rund um die Uhr an. Die kostenfreie Bereitstellung der Basiskomponenten Bürgerkonto, Postfach und ePayment für alle bayerischen Kommunen durch den Freistaat hat dem eGovernment in Bayern einen enormen Schub gegeben.

Die AKDB unterstützt und begleitet die Kommunen bei diesem durch den digitalen Wandel ausgelösten Transformationsprozess nicht nur mit der Bereitstellung von IT-Systemen, sondern auch mit umfassenden Beratungsangeboten und ergänzenden Dienstleistungen.

Der Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik, Staatssekretär Klaus Vitt, hat in seiner Rede eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen gefordert. Welche Rolle sehen Sie für die AKDB bei einer solchen Zusammenarbeit?

Schroth: Auch die Erfahrungen der AKDB zeigen, dass die Ebenen übergreifende Zusammenarbeit eine wesentliche Grundlage für erfolgreiche IT-Projekte ist. Als vorbildlich kann ich in diesem Zusammenhang den Bayerischen eGovernment-Pakt zwischen den Bayerischen Kommunalen Spitzenverbänden und dem Freistaat anführen, auf dessen Grundlage in Bayern seit 2005 eine Reihe zukunftsweisender Projekte realisiert wurden. Beispiele sind das Bayerische Behördeninformationssystem für landesweite Adressauskünfte, das bayernweite elektronische Personenstandsregister oder ganz aktuell die bayerische eGovernment-Initiative Montgelas 3.0, mit der das Bürgerkonto bayernweit etabliert wird.

Ich begrüße es sehr, wenn dieser Kooperationsgedanke auch zwischen den Bundesländern und dem Bund noch stärker in den Fokus rückt. Staatssekretär Vitt hat in seiner Rede betont, dass es durch intensive Nutzung der sich bereits im Einsatz befindlichen IT-Systeme gelingen könne, schnell und ohne Umweg zu konkreten Verbesserungen beim eGovernment zu kommen. Die AKDB kann etwa mit dem Bürgerservice-Portal eine in der Breite erprobte und praxistaugliche Lösung für eGovernment-Portale anbieten, die bereits heute von Kommunen, dem Freistaat und dem Bund erfolgreich eingesetzt wird.

Wünschenswert wäre auch, wenn diese Zusammenarbeit sich nicht allein auf technische Kooperationen beschränken, sondern den Kommunen auch eine stärkere Stimme im IT-Planungsrat geben würde. Gerade weil eGovernment-Angebote vor allem von Kommunen bereitzustellen sind, bietet sich hier ein großes Potenzial für den weiteren Ausbau elektronischer Verwaltungsangebote. Das aktuelle Vorhaben, den IT-Planungsrat effizienter zu organisieren (FITKO – Föderale IT-Kooperation), bietet die Chance, dieses kommunale Potenzial in Zukunft noch besser zu nutzen.

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