Noch mehr eGovernment im Public Sector Parc Komcom Nord: CeBIT-Einbindung überzeugt Aussteller

Redakteur: Manfred Klein

Die nächste Komcom Nord findet im Rahmen der CeBIT statt und wird vollständig in das Ausstellungskonzept des Public Sector Parc integriert. Die erhofften Synergieeffekte der Zusammenarbeit sollen auch anderen Komcom-Messen nutzen.

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Klaus Ruffing, Gründer und Geschäftsführer der Komcom, war 30 Jahre als Kommunal- und Landesbeamter tätig
Klaus Ruffing, Gründer und Geschäftsführer der Komcom, war 30 Jahre als Kommunal- und Landesbeamter tätig
( Archiv: Vogel Business Media )

eGovernment Computing sprach mit Klaus Ruffing, Geschäftsführer der Komcom, über das Konzept.

Herr Ruffing, seit 2004 veranstalten Sie die Komcom Nord in Hannover, ursprünglich als Konkurrenz zur CeBIT? Wie kam es jetzt zu der Kooperation?

Ruffing: Die Kooperation stand schon seit einiger Zeit im Raum. Als wir 2004 die Komcom Nord ins Leben gerufen haben, hatten viele Aussteller das Gefühl, bei der CeBIT nicht die geeigneten Rahmenbedingungen für eine Kommunalmesse vorzufinden. In den letzten Jahren hat sich dies geändert. Viele Besucher und auch Aussteller zieht es in den letzten Jahren wieder verstärkt zur CeBIT. Entsprechend sind zahlreiche Firmen an uns herangetreten mit dem Vorschlag, die Komcom Nord im Rahmen der CeBIT stattfinden zu lassen.

Bleibt die Komcom damit ihrem Messekonzept noch treu?

Ruffing: Auf jeden Fall. Wir werden unser Messekonzept eins zu eins in der Halle 9 auf der CeBIT abbilden. Mit eigenem Ausstellungsbereich, der nahtlos in den Public Sector Parc übergeht, mit Workshop-Räumen in der Halle und mit eigenen Praxisforen. Anmeldung, Organisation, Messekatalog und Besucherwerbung laufen über uns. Selbst die Hallenplanung machen wir für unseren Bereich selbst. Komcom bleibt also Komcom.

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Was versprechen Sie sich davon langfristig für die Komcom?

Ruffing: Kurz gesagt versprechen wir uns neue Impulse, neue Anbieter, neue Produkte und auch neue Besucher. Wir wollen offen sein für neue Einflüsse von außen. Das Fehlen neuer Technologien und Impulse wurde in der Vergangenheit von einigen Besuchern kritisiert. Die Komcom-Besucher sind zum größten Teil in leitender Funktion in Ämtern und Behörden tätig, haben eine hohe Affinität zu IT- und Fachthemen und erwarten ein zeitgemäßes Messekonzept. Die Synergieeffekte, die uns die Komcom Nord im Rahmen der CeBIT 2011 eröffnet, hoffen wir auch auf die Komcom Süd und Komcom Ost zu übertragen.

Manche Aussteller haben dennoch Bedenken, ob diese Strategie aufgehen wird.

Ruffing: Veränderungen werden in der Regel mit einer gewissen Skepsis betrachtet. In den letzten Wochen merken wir allerdings, dass wir mit unserem Konzept die Komcom Nord 2011 auf der CeBIT anzusiedeln, immer mehr überzeugen können. Von den Firmen, die unserer Idee zu Anfang skeptisch gegenüberstanden, haben viele inzwischen eine Teilnahme signalisiert. Vor allem geht es darum, Vorurteile abzubauen.

Welche Vorurteile sind das im Einzelnen?

Ruffing: Das beginnt bei den Beteiligungspreisen. Viele Aussteller hatten befürchtet, dass sich ein Messeauftritt bei der Komcom Nord nun drastisch verteuern wird. Die Beteiligungspreise sind jedoch nahezu die gleichen wie im Vorjahr. Ein weiterer Aspekt war die Befürchtung, dass die Komcom sich in einem abgetrennten Bereich befindet, der nur mit speziellem Besucherticket zugänglich ist. Auch das ist natürlich nicht so. Der Komcom-Bereich ist jedem Besucher frei zugänglich. Schließlich wollen wir ja, dass möglichst viele Fachbesucher die Komcom Nord 2011 in der Halle 9 besuchen.

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Was macht Sie so sicher, dass die Mehrzahl der Mitarbeiter aus den Kommunen auch 2011 den Weg zur Komcom Nord bei der CeBIT findet?

Ruffing: Unsere aktuelle Kampagne heißt „Ja zur Komcom Nord 2011!“. Hintergrund ist eine Umfrage unter den Besuchern der Komcom Nord der letzten Jahre, in der wir abgefragt haben, wie das Konzept angenommen wird und ob ein Messebesuch bei der Komcom Nord 2011 in Halle 9 bei der CeBIT geplant ist. 84 Prozent gaben an, dass ein Messebesuch sicher oder wahrscheinlich ist. Rund 88 Prozent gaben zudem an, die CeBIT auch schon in den Vorjahren schon besucht zu haben. Viele beurteilen die Möglichkeit positiv, beide Messen quasi „im Paket“ zu besuchen. Zudem ist es vielen Besuchern wichtig, neben den klassischen Fachverfahren auch andere, neue Technologien sehen zu können. Die Mehrzahl der Besucher sagt also „Ja zur Komcom Nord bei der CeBIT!“

Gibt es auch bei der Komcom Nord 2011 spezielle Themenschwerpunkte?

Ruffing: Im Rahmen unserer Umfrage haben wir natürlich auch die Themenschwerpunkte abgefragt. Ganz oben auf der Agenda stehen wieder einmal die kommunale Doppik, Dokumentenmanagement und GIS. Zu diesen Themen werden wir auch wieder interessante Praxisforen anbieten. Gleiches gilt für Themen wie Facility Management, IT-Security und Virtualisierung.

Hand aufs Herz – mit wie vielen Ausstellern rechnen Sie tatsächlich?

Ruffing: Bei der Komcom Nord 2010 hatten wir rund 170 Aussteller. Wir hoffen natürlich, dass viele auch 2011 bei der Komcom Nord dabei sein werden. Bisher ist die Resonanz gut. Zudem verzeichnen wir ein starkes Interesse von Firmen, die bislang noch nicht bei der Komcom ausgestellt haben und für die eine Komcom im Umfeld der CeBIT interessant ist. Dazu gehören vor allem Hardwarehersteller und Beratungsunternehmen.

Ist die Einbindung der Komcom in IT-Messen wie die CeBIT ein Zukunftsmodell? Sind weitere Kooperationen geplant?

Ruffing: Eine Kooperation wie diejenige mit der Deutschen Messe AG besteht bislang nur für die Komcom Nord. Natürlich arbeiten wir auch in Karlsruhe und Leipzig eng mit den jeweiligen Messegesellschaften zusammen und haben im Laufe der Jahre ein vertrauensvolles, partnerschaftliches Verhältnis aufgebaut. Für einen Messeveranstalter ist es generell wichtig, sich ganz auf diese Partner verlassen zu können. In Karlsruhe und Leipzig fühlen wir uns deshalb sehr gut aufgehoben.

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