Pilotprojekt in der Domstadt

Köln will mit Verkehrsprognosen den Staus den Garaus machen

| Redakteur: Gerald Viola

Im Rahmen eines Pilotprojekts mit der Stadt Köln wurde in den vergangenen Monaten untersucht, wie eine Optimierung des Verkehrsflusses in der Millionenmetropole möglich ist
Im Rahmen eines Pilotprojekts mit der Stadt Köln wurde in den vergangenen Monaten untersucht, wie eine Optimierung des Verkehrsflusses in der Millionenmetropole möglich ist (Foto: kalafoto - Fotolia.com)

In einem Pilotprojekts mit der Stadt Köln untersuchten IT-Experten, wie eine Optimierung des Verkehrsflusses in der Millionenmetropole möglich wird. Auf Grundlage vorliegender Verkehrsdaten sollten möglichst präzise Voraussagen zur Verkehrsentwicklung Staus zu vermeiden. Die Genauigkeit der Kurzzeitprognosen lagen bei über 90 Prozent.

Autofahrer in Köln kommen meist nur im Schneckentempo voran: Die Stadt gehört zu den verkehrsreichsten und Stau-anfälligsten in Deutschland. Die Kölner Verkehrsleitzentrale verfügt zwar über rund 150 Messstellen und 20 Verkehrskameras an sensiblen Verkehrsknotenpunkten, doch eine computergestützte Verkehrsanalyse mithilfe von Prognoseinstrumenten gibt es nicht.

Angesichts einer ständig steigenden Verkehrsdichte sucht die Stadt nun nach neuen Wegen zu einer verbesserten Verkehrssteuerung. Gemeinsam mit IBM sollte deshalb im Rahmen eines Pilotprojektes untersucht werden, inwieweit eine Optimierung auf der Grundlage von Verkehrsprognosen helfen könnte, Staus zu verhindern.

„Köln geht bei diesem Projekt als eines der ersten staubelasteten Ballungszentren einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung“, sagt Yvonne Balzer, Leiterin des Bereichs Verkehrs- und Polizeibehörden bei IBM.

„Ein intelligentes Verkehrsmanagement auf Basis präziser Prognoseverfahren kann helfen, die Verkehrsbelastung in Ballungszentren zu reduzieren und damit auch das steigende Verkehrsaufkommen umweltverträglicher zu gestalten.“

Denn es sei davon auszugehen, dass möglichst präzise Kurzzeitprognosen und Verkehrslagen-Analysen wesentlich dazu beitragen könnten, drohende Verkehrsverdichtungen noch vor ihrer Entstehung zu erkennen und ihnen mit geeigneten Maßnahmen entgegenzusteuern. Außerdem wäre es auf Basis von Prognosedaten auch möglich, Autofahrer auf mögliche Verkehrsstörungen rechtzeitig hinzuweisen.

Das würde ihnen bei der Einschätzung der Fahrdauer und Planung der Fahrroute nützen sowie als Entscheidungshilfe für den Umstieg auf alternative Verkehrsmittel dienen.

Verkehrsexperten von IBM Deutschland und dem IBM Watson Research Center haben dafür die Daten von Messstellen an der links-rheinischen Rheinufer-Strecke in einem Zeitraum von sechs Wochen mithilfe der Verkehrsvorhersage-Software IBM Traffic Prediction Tool analysiert und sind zu verblüffend präzisen Ergebnissen gekommen:

In einem Vergleich der Prognosedaten mit den tatsächlich entstandenen Echtzeitdaten lag die Genauigkeit der Kurzzeitprognose bei einer 30-minütigen Vorhersage für die Fahrzeuggeschwindigkeit bereits bei 94 Prozent, beim Verkehrsaufkommen bei 87 Prozent.

„Wir sind mit den Analyseergebnissen sehr zufrieden“, sagt Thomas Weil, Leiter der Verkehrszentrale Köln. „Sie zeigen, dass die Nutzung der Messdaten für eine zuverlässige Prognose sehr gut geeignet ist, um für die Verkehrsteilnehmer präzisere Verkehrsinformationen bereitzustellen.“

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