Interview

Knackpunkte auf dem Weg zum eGovernment

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Der Materna-Hauptsitz in Dortmund
Der Materna-Hauptsitz in Dortmund
(Bild: Materna)

Gleichzeitig fehlt es jedoch den meisten Behörden an finanziellen Ressourcen, um externe IT-Dienstleister in die Umsetzung ihrer eGovernment-Vorhaben einzubinden. Wie lässt sich diese Herausforderung meistern?

Neveling: Dieses Problem lässt sich nur ebenenübergreifend innerhalb der Behördenlandschaft lösen. Auf die finanziellen Gegebenheiten haben wir leider keinen Einfluss. Hier sind die Verwaltungen gefordert, bei ihren Haushaltsplanungen frühzeitig genügend Mittel zu berücksichtigen.

Alternativ sollten Behörden gezielte Kooperationen, zum Beispiel im Kommunalbereich mit kommunalen Rechenzentren, eingehen. Behörden, die sich dem Thema eGovernment nähern möchten, sollten Meilensteine setzen, mit denen sich die Umsetzung step by step realisieren lässt. Hier kann Materna ebenfalls unterstützend tätig werden.

Aus der Studie resultiert beispielsweise die Handlungsempfehlung, weitere Anreiz- und Impulsstrukturen, etwa Programme und Hilfen, zu schaffen. Wie die Ergebnisse zeigen, haben die Teilnehmer mehrfach den Wunsch nach der Bereitstellung von Basisinfrastrukturen bekundet. Diese lassen sich sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene für alle nachgeordneten Behörden und die Kommunen umsetzen.

Ein Positivbeispiel für ein erfolgreiches Programm ist die Initiative BundOnline 2005, die mit der Basiskomponente für das Content-Management-System Government Site Builder oder für das Formular-Management-System Standard-Lösungen hervorgebracht hat, die in der Bundesverwaltung von zahlreichen Behörden eingesetzt werden.

Welche Lösungen haben bei der Öffentlichen Verwaltung derzeit Priorität?

Neveling: Sehr weit fortgeschritten ist das Angebot elektronischer Formulare in den Behörden. Innerhalb der nächsten zwei Jahre können wir laut Studie einen Abdeckungsgrad von 80 Prozent erwarten. Gleich hoch ist auch die Erwartungshaltung in Bezug auf den elektronischen Zugang zur Verwaltung für die Übermittlung elektronischer Dokumente.

Hingegen planen nur knapp über 50 Prozent der Befragten, eID-Funktionen in ihre Prozesse zu integrieren. Kommunen sind bei dem Thema viel weiter fortgeschritten als Bund und Länder. Zudem werden auch die Aktivitäten rund um den Ausbau barrierefreier Angebote zunehmen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, welche Anwendungen Behörden priorisiert angehen sollten.

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