Kongress des IT-Planungsrats

„Klassentreffen der IT-Verantwortlichen“

| Redakteur: Manfred Klein

Die Digitalisierung der Arbeitswelt betrifft ja nicht nur die Verwaltung. Inwiefern kann ein solches Projekt also Blaupause für die Wirtschaft sein?

Lühr: Im Bereich des mobilen Arbeitens hat die Wirtschaft eher die Nase vorn. Wir erleben gerade im IT-Bereich, dass unsere Lieferanten und Dienstleister schon eine ganz neue Kultur leben, in der zum Beispiel junge Kolleginnen und Kollegen ganz anders Arbeit, Familie und Freizeit miteinander verbinden.

Wir tauschen uns im Arbeitskreis der Personalchefs der Bremer Großbetriebe (Hafenlogistik, Krankenhäuser, Energie, Versicherungen, Raumfahrt, Autobahn, Universität, öffentlicher Dienst, Wohnungsbau) regelmäßig aus. Wir lernen voneinander! Auch bei der Zusammenarbeit mit der Handels- und Handwerkskammer im gemeinsamen Projekt „eRechnung“ hat sich die Kooperation als Erfolgsfaktor erwiesen. Wir setzen auch in Zukunft auf die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft.

Da für uns die Attraktivität als familienfreundlicher Arbeitgeber besonders wichtig ist, brauchen wir auch entsprechende Möglichkeiten und klare Angebote. Dass wir dabei besonders auf die Interessen der Beschäftigten eingehen, nicht zum Opfer der Entgrenzung werden zu müssen, oder aber auch Modelle entwickeln, wie Kolleginnen und Kollegen, die einen Büroarbeitsplatz klassischer Prägung schätzen, mit in die Gesamtorganisation integriert werden können, kann dann vielleicht etwas sein, was auch für Unternehmen von Bedeutung sein kann. Wir haben jedenfalls gute Erfahrungen dabei gemacht, die Arbeitsplatzgestaltung immer einvernehmlich mit den Interessenvertretungen des Personals weiterzuentwickeln.

Wie werden die Ergebnisse des Kongresses wieder in die Arbeit des IT-Planungsrats eingespeist und – vor allem – wie werden die Resultate zur Stärkung der föderalen Zusammenarbeit genutzt?

Lühr: Viele Mitglieder des IT-Planungsrates nehmen selber an dem Kongress teil und werden die hier gewonnenen Anregungen und Impulse in die weitere Arbeit einbringen. Der IT-Planungsrat wird in der angestrebten Neuorientierung der föderalen IT-Kooperation eine wichtige Rolle spielen. Nicht nur bei den Themen Portalverbund und Digitalisierungsstrategie, sondern auch beim Aufbau einer übergreifenden Digitalisierungsinfrastruktur, zu der auch ein neues Deutsches Verwaltungsdiensteverzeichnis, aber auch – zumindest perspektivisch – Nutzerinnen- und Nutzerverzeichnis stehen könnte, das zum Single-Sign-On genutzt werden kann. Schön wäre es, wenn auch der Austausch mit den Fachministerkonferenzen und deren IT-Organisationen, wie zum Beispiel dem KONSENS-Verbund der Steuer oder dem eJustice-Rat, hier intensiviert werden kann.

Wie wird es mit dem Kongress im nächsten Jahr weitergehen?

Lühr: Der Kongress findet unter diesem Namen zum fünften Mal statt. Er hat ja aber über den Vorgänger Erfahrungsaustausch des KoopA eine noch viel längere, über 40 Jahre reichende Geschichte. Diese Tradition wird nächstes Jahr fortgesetzt, mit einem Kongress in Thüringen. Das hat der Planungsrat bereits beschlossen.

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