Kongress des IT-Planungsrats

„Klassentreffen der IT-Verantwortlichen“

| Redakteur: Manfred Klein

(Bild: Hansestadt Bremen)

Was erwartet Sie auf dem Kongress des IT-Planungsrats in Bremen? eGovernment Computing wollte es wissen und hat mit einem der Gastgeber, dem Bremer Staatsrat Hans-Henning Lühr, gesprochen.

Herr Lühr, der IT-Planungsrat steht in diesem Jahr vor großen Aufgaben – man denke nur an die Planung des Verbundportals, an FITKO und das Onlinezugangsgesetz – kurz die Verbesserung der föderalen Zusammenarbeit. Welche Rolle spielt der Kongress in solchen Projekten und der Verbesserung der föderalen Zusammenarbeit?

Lühr: Der Kongress ist das Klassentreffen der IT-Verantwortlichen in Bund, Ländern und Kommunen. Gelegenheit, ohne institutionellen Entscheidungsdruck nach vernünftigen Lösungen zu suchen. Im Herbst haben die Regierungschefs der Länder und die Bundeskanzlerin vereinbart, die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern in der IT auf neue Grundlagen zu stellen. Der Kongress ist die erste große Veranstaltung, auf der nun die Umsetzung diskutiert wird. Es ist notwendig, die vorliegenden Aufgaben gemeinsam zu bewältigen. Wenn wir dabei Erfolg – im europäischen Ranking stehen wir unter einem gewissen Erfolgsdruck – haben wollen, müssen wir einen tragfähigen Konsens zwischen allen Verwaltungsebenen erreichen. Dazu bietet der Kongress die geeignete Plattform.

Staatsrat Hans-Henning Lühr unterstreicht die Bedeutung des IT-Planungsratskongresses in Bremen und wirbt für noch mehr Zusammenarbeit
Staatsrat Hans-Henning Lühr unterstreicht die Bedeutung des IT-Planungsratskongresses in Bremen und wirbt für noch mehr Zusammenarbeit (Bild: Finanzsenat Bremen)

Bremen selbst bringt in den Kongress sein Projekt Arbeit 4.0 – Perspektiven für die Arbeitswelt in der Öffentlichen Verwaltung ein. Was hat es mit diesem Projekt auf sich?

Lühr: Die Digitalisierung hat inzwischen die ganze Gesellschaft erfasst und neue Dynamiken ausgelöst. Die Verwaltung ist einerseits Gegenstand der Digitalisierung, andererseits gestaltet sie den Wandel mit. Dabei sind die Beschäftigten die zentralen Akteure.

Bremen hat die Gelegenheit wahrgenommen, sich an einem Verbundprojekt mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales, dem DGB und weiteren Partnern aus dem kommunalen Bereich zu beteiligen. Mithilfe von sogenannten „social labs“ sollen Führungskräfte dabei begleitet werden, neue Führungs- und Kooperationswege zu entwickeln. Dabei geht es darum­, wie die digitalisierten Prozesse in eine neue demokratische Verwaltungskultur und ein die Interessen der Beteiligten berücksichtigendes Regelsystem eingebunden werden: „Online Rights for Online Worker“ lautet das Motto.

Wie könnte denn eine moderne Verwaltungs- und Führungskultur aussehen? Gibt es hier vielleicht schon Ergebnisse aus BMAS-Projekt „Führung in der digitalen Verwaltung“ oder zeichnen sich anderweitig bereits erste Umrisse ab?

Lühr: Die Zeiten, wo wir den Amtsschimmel an die Datenautobahn gewöhnen mussten, sind vorbei! Auch Management by Daniel Düsentrieb reicht nicht mehr aus. Digitalisierung ist Alltag geworden. Wir brauchen ein neues Führungskonzept.

Das Projekt beginnt gerade. Für uns ist die zentrale Frage, wie die Führungskräfte dabei unterstützt werden, auch den Wandel zur Chefsache zu machen. Bis heute ist es so, dass Führung nicht unbedingt mit einem Wunsch – oder gar Zwang – zur Veränderung gleichgesetzt wird. Das ist aber notwendig, wenn richtig ist, dass durch die Digitalisierung viele Prozesse angepasst und geändert werden müssen. Und vor allem: sie werden sich voraussichtlich immer weiter verändern. Da müssen Führungskräfte eine entsprechende Arbeitskultur aufbauen, wie auch mit den dabei entstehenden Unsicherheiten umgegangen werden kann, wenn zum Beispiel die Arbeitsplätze nicht mehr nur vor Ort in Behörden, sondern auch zu Hause oder unterwegs entstehen.

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