Integration von Flüchtlingen

Klassenraum-Management für Kommunen

| Autor / Redakteur: Karin Wullschleger* / Susanne Ehneß

Blended Learning: Werkzeuge zur Kombination von Online- und Präsenzunterricht
Blended Learning: Werkzeuge zur Kombination von Online- und Präsenzunterricht (Bild: Netop)

Wie Kommunen ihr Ressourcen-Problem im (Sprach-)Unterricht mittels Klassenraum-Management-Lösungen in den Griff bekommen können.

„Sprache, Sprache und Sprache“ lautet die Antwort, wenn Bildungsforscher, Lehrer, Sozialarbeiter oder Mitarbeiter von Hilfseinrichtungen nach den drei wichtigsten Voraussetzungen für die Integration von Flüchtlingen in Deutschland gefragt werden.

In den letzten eineinhalb Jahren sind in Deutschland große Anstrengungen unternommen worden, Hunderttausende von Flüchtlingen aufzunehmen, auf das Leben im Alltag vorzubereiten und zu integrieren. Um das Sprach- und Bildungsangebot für Migranten auszubauen, haben Bund, Ländern und Gemeinden vielfältige Initiativen gestartet und umgesetzt. Parallel gibt es zahlreiche Initiativen von Kircheneinrichtungen, freiwilligen Helferkreisen sowie privaten Unternehmen.

Ressourcenproblem

Dabei tragen diejenigen die Hauptlast, die mit der Umsetzung beschäftigt sind, die Ressourcen oder die Infrastruktur dafür bereitstellen: In den Städten und Gemeinden sind dies Schulen und Bildungseinrichtungen, soziale und private Träger mit ihren Mitarbeitern, Lehrern und Dozenten sowie die freiwilligen Helfer vor Ort.

Das Sprach- und Bildungsangebot für Deutsch als Zweitsprache (DaZ) – beziehungsweise als Fremdsprache (DaF) – für Flüchtlinge hat allerdings ein Ressourcenproblem: Es entsteht überwiegend aufgrund fehlender finanzieller Mittel und des Mangels an Lehrkräften sowie außerdem durch eine unzureichende Koordination der vorhandenen Kapazitäten.

Deutscher Städte- und Gemeindebund fordert mehr Investitionen

So berichtete der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGb), Gerd Landsberg, in der Hörfunkserie „Campus & Karriere“ des DLF vom generell hohen Investitionsbedarf, den es aufzubringen gilt. Insgesamt gibt es in Gemeinden und Städten in Deutschland laut DStGb einen Investitionsstau von 137 Milliarden Euro. Und allein bei Schulen beläuft sich der Investitionsstau auf eine Summe von rund 26 Milliarden Euro.

Daher fordert der DStGb, dass in Deutschland mehr in Einrichtungen investiert wird, anstelle wie bisher überwiegend die Leistungszahlungen zu erhöhen. Stattdessen sollte zum Beispiel auch der Unterricht in Schulen verbessert werden, speziell was die zu erwartenden Anstrengungen bei der Inklusion von Flüchtlingskindern geht.

Rund 286 Millionen Euro

Hinsichtlich des Sprachunterrichts bei den erwachsenen Flüchtlingen ist ein enormer Anstieg zu verzeichnen. So gibt es in Deutschland derzeit für Deutsch-Sprachkurse von Erwachsenen rund 220.000 Plätze. Bis Ende 2016 hofft das BAMF (Bundesamt für Migration), diese Anzahl auf rund 550.000 Plätze steigern zu können. Dies ist ein hoch gestecktes Ziel und führt dazu, dass die Bundesregierung noch eine große Summe in die Hand nehmen will. Hochgerechnet auf 550 000 Flüchtlinge, die 2016 laut Bundesinnenministerium an Sprachkursen teilnehmen könnten, ergibt es eine Investitionssumme bis zu 286 Millionen Euro.

Im Gesamtprogramm Sprache, das noch einen Schritt weitergeht, hat die Bundesregierung Anfang Mai 2016 im Haushaltsansatz 2016 nun 559 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Mit diesem Programm verfolgt sie außerdem das Ziel, den Spracherwerb noch enger mit Beschäftigung und Ausbildung verzahnen.

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