Trends in der Gesundheitswirtschaft

KI entwickelt sich zum Megatrend im eHealth

| Autor: Manfred Klein

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen berührt auch das Selbst-verständnis aller Beteiligten
Die Digitalisierung im Gesundheitswesen berührt auch das Selbst-verständnis aller Beteiligten (© ipopba – stock.adobe.com)

Auch wenn in Deutschland die Digitalisierung im Gesundheitswesen nur langsam Fahrt aufnimmt, kann sich die Branche den Kräften der digitalen Revolution doch nicht entziehen. Das macht eine Studie von Rochus Mummert erneut deutlich. Die Autoren wollten wissen, welche Trends das Gesundheitswesen in diesem Jahr dominieren werden.

So halten die Autoren der Untersuchung fest: „Ob elektronische Krankenakte, assistierende Robotersysteme oder automatisierte Logistikprozesse – die Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft nimmt Gestalt an.“ Deshalb seien 2019 weitere Verbesserungen bei der Patientenversorgung, weniger unnötige Behandlungen und Kosteneinsparungen zu erwarten, so die Prognose der Experten.

Auch im Recruiting könnten Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen von neuen Technologien profitieren und freie Stellen schneller besetzen. Die fortschreitende Digitalisierung stelle die Branche aber auch vor große Herausforderungen – vor allem im Bereich Daten- und IT-Sicherheit. Um innovationsfähig zu bleiben, müssen Klinik-Geschäftsführer umdenken, auch in puncto Führung.

Im einzelnen konnte die Untersuchung folgende Trends identifizieren.

Roboter und Künstliche Intelligenz halten im Gesundheitswesen Einzug

Künstliche Intelligenz (KI), maschinelles Lernen (ML) sowie Robotersysteme halten verstärkt Einzug im Gesundheitswesen. Roboter werden der Studie zufolge vorrangig in Materialwirtschaft und Logistik (87 Prozent der Nennungen) sowie bei Operationen (75 Prozent) eingesetzt werden. Systeme, die Muster in großen Datenmengen erkennen und sich auf deren Basis weiterentwickeln, würden Ärzten bereits heute wertvolle Dienste leisten – etwa bei der Analyse von Röntgenbildern, der Vorhersage von Krankheitsverläufen oder in der Diagnose.

Damit sei das Potenzial der intelligenten Technologien jedoch noch lange nicht erschöpft. Kliniken müssen sich daher angesichts des rasanten technischen Fortschritts die Frage stellen, was diese Entwicklung für ihre Organisations- und Personalstrategie konkret bedeutet und welche Strukturen und Fähigkeiten sie brauchen, um innovationsfähig zu bleiben. Zudem rühre die Frage, welche Rolle die KI künftig spielen wird, am Selbstverständnis der Ärzte, der Pflege, aber auch der Klinikleitungen. Denn im Kontext der zunehmenden Automatisierung verschiebe der Vormarsch der KI die Grenzen der bislang ausschließlich menschlichen Domäne strategischer Entscheidungen.

Datenschutz- und Sicherheitsschulungen sind unerlässlich

Die Cyber-Angriffe auf Kliniken, Krankenhäuser und andere Einrichtungen im Bereich der Gesundheitsversorgung haben es mehr als deutlich gemacht: Mit dem zunehmenden Einsatz digitaler Technologien sollten sich Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen auch stärker mit datenschutzrechtlichen Fragen beschäftigen. Das sehen auch die Autoren der Studie so.

Für den Umgang mit personenbezogenen Daten in der Gesundheitsbranche gelten – auch unabhängig der viel diskutierten Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) – strenge Regeln. Grundsätzlich dürften daher nur Daten erhoben werden, die für die Behandlung notwendig seien. Die Weitergabe an Dritte, auch wenn es sich um Angehörige des Patienten handelt, sei in der Regel nur nach ausdrücklicher Einwilligung zulässig.

Um diese und andere rechtlichen Anforderungen erfüllen zu können, sollten Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen dedizierte Datenschutzkonzepte erstellen und ihre Mitarbeiter für das Thema sensibilisieren und schulen.

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