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ADAC-Test in verschiedenen Großstädten Kfz-Zulassung ist Zeitfresser für die Käufer

Autor / Redakteur: gr/sp-x / Andreas Grimm

Wer ein neues Auto kauft, muss entweder gut planen oder viel Zeit mitbringen. Einige Zulassungsstellen sind aus Sicht des ADAC wenig kundenfreundlich. Noch können Händler mit einem Zulassungsservice punkten.

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(Bild: Pro Motor)

Die Fahrzeugzulassung als Dienstleistung für den Neu- oder Gebrauchtwagenkunden kann für den Autokäufer ein echter zeitlicher Mehrwert sein. Wie ein Test des ADAC ergeben hat, müssen Autokäufer für die Zulassung ihres neuen Fahrzeugs je nach Zulassungsstelle sehr viel Zeit einkalkulieren.

Routinierte und freundliche Mitarbeiter sind dabei in den Zulassungsstellen die Regel, konstatiert der ADAC. Negativ fallen allerdings lange Warteschlangen sowie die dürftige Informationen bei Anfragen per Telefon und Mail auf. Untersucht hat der ADAC-Test Kfz-Zulassungsstellen in zehn deutschen Städten. Vier der zehn Behörden erhielten die Note "gut", fünf ein "ausreichend". Die Zulassungsstelle in Hamburg Mitte wurde mit "mangelhaft" bewertet.

Wie lange es bis zum Kfz-Kennzeichen dauert, ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich. Ohne Termin ist aber generell Geduld gefragt (Zum Vergrößern bitte klicken).
Wie lange es bis zum Kfz-Kennzeichen dauert, ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich. Ohne Termin ist aber generell Geduld gefragt (Zum Vergrößern bitte klicken).
(Bild: ADAC)

Größter Kritikpunkt im Test war die Wartezeit. Ohne Termin betrug sie durchschnittlich 62 Minuten. In der Zulassungsstelle der Hansestadt mussten die Tester bei einer Anmeldung ohne Termin 182 Minuten auf ihr Kennzeichen warten. Das waren 62 Minuten länger als in Düsseldorf auf Platz zwei der Negativ-Rangliste. Gerade einmal elf Minuten dauerte es in Dresden – das beste Ergebnis unter den zehn untersuchten Großstädten.

Besorgt man sich vorab einen Termin, lässt sich die Wartezeit in der Regel extrem verkürzen: auf 4 bis 13 Minuten. In Hamburg mussten die Kennzeichen-Aspiranten dann immer noch 20 Minuten warten – konsequenterweise war auch das der Spitzenwert.

Kritik ernteten die Ämter auch für ihre wenig bürgerfreundlichen Öffnungszeiten. Abends ist in der Regel zu, an Samstagen boten nur Wiesbaden und Potsdam Dienste an. Verbesserungsbedarf gibt es zudem bei der Beantwortung telefonischer Anfragen. In einigen Ämtern wurden sie gar nicht entgegengenommen, in anderen hing der Anrufer minutenlang und letztlich erfolglos in der Warteschleife. Antworten auf E-Mails kamen zwar schnell, waren aber häufig unvollständig.

„In vielen Zulassungsstellen hat man heute immer noch das Gefühl, als lebten wir im Jahr 1980“, kommentiert ADAC-Geschäftsführer Alexander Möller das Ergebnis .Doch auch die Kfz-Zulassung sieht sich dem digitalen Wandel ausgesetzt. Es existiert bereits ein Projekt, das die Online-Zulassung von Fahrzeugen künftig möglich machen soll. Aus Sicht des ADAC eine „schlaue digitale Lösungen für besseren Kundenservice“.

Die Umsetzung des Vorhabens erfolgt laut dem ADAC in drei Stufen: Bereits seit Januar 2015 kann man sein Fahrzeug bereits online abmelden. In wenigen Monaten, ab 1. Oktober 2017 wird dann die Wiederzulassung eines Fahrzeugs auf denselben Halter im selben Zulassungsbezirk mit dem bei vorheriger Abmeldung reserviertem Kennzeichen per Internet möglich sein. In einer dritten Stufe, voraussichtlich ab 1. Oktober 2018, sollen alle Zulassungen in allen denkbaren Konstellationen online durchführbar sein.

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei kfz-betrieb.

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