Interview

Keine Beschränkung mehr auf Absichtserklärungen

05.11.2008 | Autor / Redakteur: Manfred Klein / Manfred Klein

Staatsminister Rainer Robra sieht in der Bereitstellung einer gemeinsamen, ressortübergreifenden IT-Architektur die Grundlage eines bedarfs- und bürgerorientierten Angebots
Staatsminister Rainer Robra sieht in der Bereitstellung einer gemeinsamen, ressortübergreifenden IT-Architektur die Grundlage eines bedarfs- und bürgerorientierten Angebots

Wie auch Rheinland-Pfalz setzt Sachsen-Anhalt auf das Konzept einer zentralen Steuerung aller IT-Belange.

Die neue IT-Strategie gibt dazu verbindliche einheitliche Standards und Richtlinien vor. eGovernment Computing sprach mit Staatsminister Rainer Robra über die inhaltlichen Schwerpunkte der Strategie.

Herr Robra, Sachsen-Anhalt hat eine umfassende IT-Strategie verabschiedet. Wie unterscheidet sich die IT-Strategie Sachsen-Anhalts dabei von der anderer Bundesländer, etwa der von Rheinland-Pfalz?

Robra: Im Gegensatz zu den bisherigen IT-Konzepten des Landes beschränkt sich die am 29. Juli 2008 verabschiedete IT-Strategie nicht auf Absichtserklärungen. Durch die landesweite Festlegung konkreter Maßnahmen und Verantwortlichkeiten liegt ein verbindlicher, ressortübergreifender Arbeitsplan vor. Die laufende Anpassung der IT-Strategie an die aktuellen Rahmenbedingungen führt im Ergebnis zu einem dauerhaften, wirtschaftlichen und flexiblen IT-Einsatz.

Wie auch Rheinland-Pfalz setzt Sachsen-Anhalt auf eine zentrale Steuerung der IT-Belange der Landesverwaltung. Mit der Vorgabe einheitlicher verbindlicher Standards und Richtlinien bei gleichzeitiger Bündelung analoger Aufgaben der Ressorts soll die IT effektiver und kostengünstiger gestaltet werden. Die dadurch bei den Ressorts freiwerdenden Kapazitäten können künftig zur stetigen Erfüllung ihrer Fachaufgaben genutzt werden. Positive Erfahrungen wurden in den vergangenen Jahren zum Beispiel mit der Zentralisierung der Beschaffung der Standardhardware sowie der Nutzung von landesweiten Softwarerahmenverträgen gemacht. Zwingende Voraussetzung für die Zentralisierung zahlreicher IT-Aufgaben bei einem Dienstleister ist der Aufbau einer zentral integrierten IT-Architektur und die Optimierung der Kommunikationsinfrastruktur.

Das Land will mit der IT-Strategie Verwaltungsmodernisierung und eGovernment vorantreiben sowie zu einer Stärkung des Standortes beitragen. Was soll die Strategie zur Erreichung dieser Ziele beitragen?

Robra: In dem seit Jahren laufenden kontinuierlichen Prozess der Verwaltungsmodernisierung und der eGovernment-Initiative spielt die IT für uns eine Schlüsselrolle. Stetige Ausgaben bei eventuell mittelfristig wieder sinkenden Einnahmen und gleichzeitig wachsende Aufgaben und steigende Anforderungen an die Verwaltung engen die Handlungsspielräume in allen Bereichen ein und zwingen deshalb auch die IT, neue Wege zu gehen. Die Einführung einer gemeinsamen, ressortübergreifenden IT-Architektur in Sachsen-Anhalt bildet die Grundlage für die Bereitstellung von bedarfs- und bürgerorientierten Angeboten. Damit wird die eGovernment-Initiative des Landes unterstützt und der EU-Dienstleistungsrichtlinie entsprochen. Zur Verknüpfung der eGovernment-Bestrebungen des Landes mit der IT-Strategie wurden die Festlegungen des eGovernment-Maßnahmenplans 2008/2009 in der IT-Strategie berücksichtigt. Eine kontinuierliche Abstimmung für die Aufgabengebiete Informations- und Kommunikationstechnologie, eGovernment und Verwaltungsmodernisierung erfolgt über die etablierten Gremien des Landes, insbesondere den Ständigen Staatssekretärsausschuss IT unter meinem Vorsitz.

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