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eGovernment mit einem Quäntchen Daniel Düsentrieb Keine Alternativen zu einschneidenden Reformen

| Redakteur: Manfred Klein

Hat das Bundesland Bremen noch die Kraft, das deutsche eGovernment wie zu Beginn der neunziger Jahre entscheidend zu prägen?

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Finanzstaatsrat Hans-Henning Lühr sieht zu eGovernment keine Alternative (Quelle: Freie Hansestadt Bremen)
Finanzstaatsrat Hans-Henning Lühr sieht zu eGovernment keine Alternative (Quelle: Freie Hansestadt Bremen)
( Archiv: Vogel Business Media )

eGovernment Computing sprach dazu mit Staatsrat Hans-Henning Lühr im Finanzsenat der Hansestadt.

Herr Lühr, Bremen gönnt sich als kleiner Stadtstaat eine eigene eGovernment-Initiative. Bremen konnte damit eindrucksvolle Erfolge verbuchen, dennoch stellt sich die Frage, ob dies in dieser Größenordnung noch sinnvoll ist. Wie schätzen Sie das Bremer eGovernment ein?

Lühr: Die Modernisierung der Verwaltung und der Einsatz von Informationstechnik ist gerade in einem Haushaltsnotlageland alternativlos. Nur durch eine Elektronisierung können entscheidende Prozessverbesserungen erreicht werden. Ein Beispiel: Wir bereiten gerade die Einführung der elektronischen Rechnung vor. Wenn es uns gelingt, nur noch elektronisch mit den Lieferanten der Verwaltung zu kommunizieren, können wir durch den Wegfall von Lauf- und Liegezeiten Kosten sparen und durch eine bessere Datenlage unsere Aufträge optimieren und somit noch günstiger einkaufen. Das Festhalten an einer eGovernment-Strategie ist vor diesem Hintergrund alternativlos.

Eine andere Frage ist, mit wie vielen Ressourcen diese ausgestattet werden kann. Da unterliegen wir wegen des Konsolidierungskurses natürlich großen Beschränkungen. Aber gerade das Setzen auf Standards und Basiskomponenten ermöglicht es uns hier, angemessen zu reagieren. So haben wir die EU-Dienstleistungsrichtlinie mithilfe der in Bremen schon seit längerem eingesetzten – und bezahlten – Basiskomponente Elektronisches Gerichts- und Verwaltungspostfach (EGVP) und dem Dokumentenmanagementsystem VISKompakt eingeführt. Damit haben wir das Projekt für nur wenige 100.000 Euro realisiert, wo andere Länder, auch Stadtstaaten, Millionenbeträge investiert haben. Dabei war es hilfreich, dass wir uns schon früh entschieden haben, das EGVP aus dem Justizumfeld auch in der Kernverwaltung einzusetzen. So gelingt Zusammenarbeit im eGovernment.

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