Aber Vertrauen der Bürger in staatliche Stellen steigt

Kein Vertrauen in die Datensicherheit

| Autor: Sarah Böttcher

80 Prozent der Deutschen haben kein Vertrauen in die Sicherheit ihrer Daten.
80 Prozent der Deutschen haben kein Vertrauen in die Sicherheit ihrer Daten. (Bild: Pixabay)

Ausspähskandale und Hacker-Angriffe führen zu einem massiven Vertrauensverlust in die Sicherheit der eigenen Daten. Dem Bitkom zufolge ist dieses fehlende Vertrauen ein Innovationshemmnis für eGovernment-Anwendungen.

Nach den ersten Berichten über die weltweiten Ausspähungen durch den US-Geheimdienst NSA im Sommer 2013, sank das Vertrauen der Bevölkerung in die Sicherheit ihrer Daten von 41 auf 29 Prozent. Im Mai 2014 fiel der Wert erneut und erreicht mit 13 Prozent seinen Tiefststand.

Einer aktuellen Studie des Digitalverbandes Bitkom zufolge, halten momentan nur 20 Prozent der Internetnutzer in Deutschland ihre Daten im Netz für sicher. Folglich sind 80 Prozent der Deutschen der Verbreitung ihrer Daten gegenüber skeptisch eingestellt. 78 Prozent geben an, ihre Daten seien online eher (40 Prozent) oder völlig (38 Prozent) unsicher. Damit hat sich an der Einschätzung der Bürger verglichen mit dem Vorjahr nichts geändert, so der Bitkom.

„Fehlendes Vertrauen in digitale Dienste ist ein Innovationshemmnis und führt dazu, dass wir Anwendungen etwa im Bereich eGovernment oder im Gesundheitswesen nicht nutzen, obwohl sehr viele Menschen davon profitieren könnten“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Die Verbraucher müssen in die Lage versetzt werden, Möglichkeiten und Risiken der digitalen Welt selbst zu bewerten.“

Vertrauensvollste Datenkrake

Das höchste Vertrauen bei den Bürgern genießen beim Umgang mit ihren Daten der eigene Internet-Zugangsanbieter sowie der eigene eMail-Anbieter (je 49 Prozent). Das geringste Vertrauen wird den sozialen Netzwerken entgegengebracht (15 Prozent). Der Wirtschaft allgemein vertraut aktuell jeder Dritte (33 Prozent). Ebenfalls 33 Prozent geben an, staatlichen Stellen beim Umgang mit ihren persönlichen Daten zu vertrauen.

Der Anteil ist damit erstmals seit Beginn der NSA-Affäre wieder über 30 Prozent gestiegen. Zugleich ist dies ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr, damals brachte nur rund jeder Vierte (24 Prozent) Staat und Behörden Vertrauen entgegen. Laut dem Bitkom sei das gestiegene Vertrauen der Bürger in staatliche Stellen durch deren Einsatz im Kampf gegen Cyber-Kriminelle gestiegen. Dieser Weg müsse dem Bitkom zufolge „konsequent fortgesetzt werden.“

Zur Studie

Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Umfrage, die Bitkom Research durchgeführt hat. Dabei wurden 1.017 Internetnutzer ab 14 Jahren befragt.

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