Siemens auf dem ESC-Kongress 2014 in Barcelona

Kampf gegen kardiovaskuläre Erkrankungen

| Redakteur: Jürgen Sprenzinger

Kontrolluntersuchung zwei Monate nach einer Herzmuskelentzündung mit „MyoMaps“ auf Magnetom „Skyra“
Kontrolluntersuchung zwei Monate nach einer Herzmuskelentzündung mit „MyoMaps“ auf Magnetom „Skyra“ (Bild: Diagnostikum Berlin, Berlin, Deutschland)

Unter dem Motto „More cardiology, less heartache“ präsentiert Siemens auf dem diesjährigen ESC-Kongress, der vom 30. August bis zum 3. September in Barcelona stattfindet, neue Applikationen für eine genauere Diagnose bei kardiovaskulären Erkrankungen in Computertomographie, Magnetresonanztomograpie und Molekularer Bildgebung.

Die Magnetresonanztomographie des Herzens, kurz Herz-MRT, liefert detaillierte Informationen über die Morphologie und Funktion des Herzens. In den aktuellen Leitlinien der European Society of Cardiology (ESC) wird sie als „Goldstandard“ zur Diagnose und Behandlung von akutem und chronischem Herzversagen bezeichnet.

Gründe dafür sind vor allem die Genauigkeit der MRT bei der Messung von Volumen, Masse und Wandbewegung des Herzens sowie bei der Ischämie- und Vitalitätsdiagnostik. Siemens Healthcare präsentiert auf dem diesjährigen ESC-Kongress mit der Anwendung „MyoMaps“ den nächsten Entwicklungsschritt in der Herz-MRT.

Mikroskopische kleine Veränderungen des Herzmuskels darstellbar

Siemens bietet mit MyoMaps nicht nur die visuelle Befundung an, sondern auch die Mengenbestimmung – also die physikalische Quantifizierung der Gewebeeigenschaften des Herzmuskels: MyoMaps ermöglicht es, mikroskopische Veränderungen des Herzmuskelgewebes zu erfassen und als pixelbasierte, eingefärbte Abbildungen darzustellen. So können diffuse Erkrankungen des Herzmuskels, Narbengewebe und Ödeme sehr früh im Krankheitsverlauf diagnostiziert und quantifiziert werden. Die Früherkennung und Mengenbestimmung von Eisenablagerungen im Herzen, die zu Herzinsuffizienz führen können, wird ebenfalls ermöglicht.

Basierend auf den Ergebnissen können Ärzte Herzerkrankungen früher diagnostizieren. So kann die Therapie von Herzpatienten eher begonnen werden als zuvor und der Krankheitsverlauf somit positiv beeinflusst werden. Die Applikation „MyoMaps“ ist derzeit für die Scanner „Magnetom Aera“ mit 1.5 Tesla und Magnetom „Skyra“ mit drei Tesla verfügbar. Weitere Modelle sollen folgen.

Das komplette Spektrum der Myokardperfusion mit CT beurteilbar

Im Bereich Computertomographie stellt Siemens auf dem diesjährigen ESC-Kongress die Applikation „Syngo.CT Cardiac Function – Enhancement“ für die Myokardperfusion vor. Damit können die CT-Angiographie sowie die funktionale Beurteilung von Koronarläsionen durch Perfusionsbildgebung auf nur einer Modalität durchgeführt werden. Das ist komfortabler für den Patienten, ermöglicht dem Arzt eine schnellere Diagnose und spart Zeit.

Zusammen mit dem CT-Scanner „Somatom Force“ kann die Applikation besonders einfach in die tägliche Routine integriert werden, da er eine signifikant verbesserte räumliche Abdeckung des Herzens bietet.

Eine CT-Angiographie dient dazu, die Herzkranzgefäße (Koronararterien) zu untersuchen und Stenosen und damit Gefahren für die Durchblutung des Herzmuskels zu erkennen. Eine Beurteilung der Myokardperfusion soll dem Arzt wichtige Zusatzinformationen liefern, sodass er entscheiden kann, ob der Patient unter einer hämodynamisch relevanten Stenose leidet, die durch einen Eingriff im Herzkatheterlabor behandelt werden muss. Gerade bei Patienten mit einer mittelschweren Stenose ist dafür eine genaue und zuverlässige Diagnose notwendig, die nicht alleine auf Basis einer CT-Angiographie gestellt werden kann.

Hier kann der Arzt mit Hilfe der Auswertung durch „Syngo.CT Cardiac Function – Enhancement“ und der Untersuchung am „Somatom Force“ oder „Somatom Definition Flash“ stellen: Er kann aus dem kompletten Spektrum der Myokardperfusionauswählen – egal ob es sich um das „first pass“ enhancement zur qualitativen Identifizierung von Perfusionsdefekten, um das „late enhancement“ zur Diagnose von narbig verändertem Gewebe oder um die quantitative Auswertung des myokardialen Blutflusses durch die dynamische Myokardperfusion handelt.

Höhere Präzision in der molekularen Bildgebung

Im Bereich der molekularen Bildgebung präsentiert Siemens Healthcare auf dem diesjährigen ESC-Kongress zugleich auch drei neue Applikationen für das PET/CT-System *„Biograph mCT“. Mit Hilfe von „Phase Matching“ kann bei PET/CT-Untersuchungen eine bessere Quantifizierung und Bildqualität als zuvor erreicht werden: So wird beispielsweise die Herzphase sowohl bei der PET- als auch bei der CT-Messung automatisch identisch dargestellt – was den Arzt in die Lage versetzt, beide Datensätze direkt miteinander vergleichen zu können.

Die Applikation „Smart Autocardiac Registration“ sorgt dafür, dass PET- und CT-Bilder anhand von anatomischen Orientierungspunkten automatisch ausgerichet werden. So werden immer die richtigen Werte für die PET-Schwächungskorrektur verwendet – auch, wenn die CT- und die PET-Daten während unterschiedlicher Herzphasen aufgenommen worden sind.

Bisher musste das manuell gemacht werden, was zu mehr Zeitaufwand und weniger reproduzierbaren Ergebnissen geführt hat.

„HD Cardiac“ ist eine neue Applikation, die eine zweifach getriggerte Herz-PETAufnahme ermöglicht und eine Atem-Gating-Einheit überflüssig macht, die bisher für die atemabhängige Bestrahlung nötig ist. Das EKG-Gating wird dabei zusammen mit dem Atem-Gating durchgeführt. Eine zusätzliche Atem-Gating-Einheit neben dem EKG ist nicht nötig, da die Bewegung des Herzens, die durch die Atmung verursacht wird, durch die PET-Daten selbst korrigiert werden kann. So wird die durch die Atmungsbewegung verursachte Unschärfe in den Aufnahmen reduziert, außerdem können die PET-Aufnahmen besser visualisiert werden und die Patientenpositionierung vereinfacht werden.

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