„Hacker-Wettbewerb“ nach nPA-Krisensitzung ausgerufen Jetzt testet das BSI die AusweisApp für den neuen Personalausweis

Redakteur: Gerald Viola

Über eine Woche schwieg das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zur Software-Panne für den neuen Personalausweis. Gestern kündigte die Behörde eine neue Version an, die sich bereits im Test befinde, und rief quasi einen Hacker-Wettbewerb (ohne Preisgeld) aus.

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nPA: Probleme mit Software und Vornamen
nPA: Probleme mit Software und Vornamen
( Archiv: Vogel Business Media )

Von wegen „theoretischer Möglichkeit“. Nach der gestrigen geheimen Krisensitzung ließ das BSI heute wissen:

„Nachdem in der Software AusweisApp, die zur Nutzung der eID-Funktion des neuen Personalausweises erforderlich ist, Schwachstellen bekannt wurden, haben die beteiligten Unternehmen (OpenLimit SignCubes AG und Siemens IT Solutions and Services GmbH) inzwischen eine überarbeitete Version der Software bereitgestellt. Diese wird derzeit umfangreichen Tests unterzogen. Nach Abschluss der Tests wird die neue Version der AusweisApp zum Download zur Verfügung gestellt.

Gleichzeitig habe das BSI die mit dem Updateverfahren verbundenen Prozesse einer eingehenden Prüfung unterzogen, um künftig Probleme schnellstmöglich auszuwerten und erforderliche Updates schnell bereitstellen zu können. Zudem werde das BSI künftig zu regelmäßigen Terminen kumulierte Updates zum Download bereitstellen.

„Darüber können erkannte Schwachstellen geschlossen sowie Verbesserungen der Funktionalität, Benutzerfreundlichkeit und Performance eingespielt werden. Bei besonderen Vorfällen können Aktualisierungen auch sofort über sogenannte Hotfixes erfolgen.“

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Anregungen der Nutzer fließen in die Weiterentwicklung ein

Die AusweisApp wurde bereits im Vorfeld der Einführung des neuen Personalausweises von einer Vielzahl von Diensteanbietern und Nutzern getestet, im Rahmen von Begleitforschungsprojekten untersucht und dabei ständig weiterentwickelt. Trotzdem kann nicht ausgeschlossen werden, dass bei einer erstmaligen Bereitstellung einer komplexen Software, die für eine Vielzahl von Nutzern bei unterschiedlichsten Gerätekonfigurationen einsetzbar sein muss, weitere Probleme auftreten können, die auch bei sorgfältiger Qualitätssicherung nicht vollständig vorhersehbar sind.

Auch das Bekanntwerden von Sicherheitsproblemen sei insbesondere während des Einführungszeitraums ein Phänomen, von dem nicht nur die AusweisApp betroffen ist. Daher sei eine frühzeitige Meldung des erkannten oder vermeintlichen Sicherheitsproblems sowie dessen Beseitigung über ein effizientes Updateverfahren unverzichtbar.

„Das BSI begrüßt daher Vorschläge, Anregungen und Kommentierungen seitens der Nutzer, die dazu beitragen, den Bedienungskomfort, die Leistungsfähigkeit und die Sicherheit der AusweisApp kontinuierlich zu verbessern.“

Vorschläge können per eMail oder im Internet abgegeben werden.

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Neue Personalausweise kennen keine Rufnamen mehr

Menschen mit mehreren Vornamen können bei Ausstellung eines neuen Personalausweises oder Reisepasses eine böse Überraschung erleben. Das berichtete das ARD-Magazin Monitor. Danach lässt eine neue Software der Bundesdruckerei keine Rufnamen mehr zu.

Das könne dazu führen, dass der Rufname in der sogenannten maschinenlesbaren Zone, die für Ämter und Behörden maßgeblich ist, nicht mehr aufgeführt wird. Für die Betroffenen könne das zu massiven Problemen vor allem bei Banken, Kfz-Zulassungsbehörden oder Fernreisen führen. Erste Fälle gebe es bereits. Das Bundesinnenministerium rechtfertige die Änderung mit Empfehlungen der internationalen Organisation für zivile Luftfahrt und lehnt Änderungen der Software ab.

Unbürokratische Hilfe sei nicht in Sicht. Denn wenn die Meldebehörden von sich aus etwas ändern wollten, wäre dies Urkundenfälschung.

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