Kritische Infrastrukturen (KRITIS)

IT-Stresstest für Krankenhäuser

| Redakteur: Ira Zahorsky

Die IT-Strukturen in Krankenhäusern müssen auch aus Sicherheitsgründen dringend überarbeitet werden.
Die IT-Strukturen in Krankenhäusern müssen auch aus Sicherheitsgründen dringend überarbeitet werden. (© adam121 - stock.adobe.com)

Krankenhäuser sind in höchstem Maße von der IT abhängig. Oft schwächelt ausgerechnet das Rechenzentrum, das die Klinik vor Cyberangriffe auf die sensiblen Daten schützen soll. Ursache sind fehlende Investitionen.

Der Gesundheitssektor investiert noch viel zu wenig in die Professionalisierung seiner IT-Strukturen. Diese Warnung äußert aktuell das Expertengremium der 7Alliance. „Sicher werden auf der Weltleitmesse der Medizinbranche, der MEDICA, wieder Lösungen präsentiert, um die längst überfällige Digitalisierung des gesamten Sektors voranzutreiben. Auch auf der it-sa, der Leitmesse der IT-Sicherheit, fand das Mühen um den Schutz der technologischen Strukturen in Krankenhäusern in diesem Jahr besondere Beachtung. Eine dringend notwendige und überfällige Entwicklung, denn Deutschland rangiert im digitalen Transfer nicht gerade auf den vorderen Plätzen. Immer wieder müssen wir in unserem Alltagsgeschäft erleben, dass es gerade das Rechenzentrum, das Rückgrat der IT ist, das verdächtigt schwächelt“, sagt Thomas Lechner, Geschäftsführer der INST-IT und Mit-Initiator der 7Alliance.

Kliniken und Krankenhäuser mit einer entsprechend großen Kapazität werden zu den so genannten Kritischen Infrastrukturen gerechnet. Laut BSI haben diese Institutionen (KRITIS) eine wichtige Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen. Krankenhäuser sind entsprechend dazu aufgefordert, die Sicherheit der Daten nach aktuellem Stand der Technik nachzuweisen. „Praktisch bedeutet das für die Häuser unter anderem, ein funktionierendes Backup zu schaffen, also ein zweites Rechenzentrum bereitzustellen, für den Fall, dass das erste ausfällt. Absolut praktisch ist es aber auch eine Forderung an die Politik, die sehr viel weitreichendere finanzielle Mittel und zusätzliche Unterstützungsleistungen zur Verfügung stellen sollte. Schließlich geht es um Menschenleben“, so Lechner.

Cyberattacken keine Seltenheit

Cyberangriffe wie die Ransomware WannaCry im Jahr 2017 treffen den gesamten Healthcare-Sektor: Behandlungen werden aufgeschoben, Medikamente nicht so verabreicht, wie es sein sollte, möglicherweise lebensrettende Informationen gehen verloren. „IT-Strukturen kranken oft daran, dass sie immer wieder nur geflickt werden, anstatt grundlegend saniert. Das gilt für eingesetzte Software wie auch für komplette Rechenzentren. Die unbedingte Sofortlösung ist es, einen hoffentlich vorhandenen Notfallplan zu prüfen. So kann zumindest der gröbste Schaden vorerst abgewendet werden. Um eine sichere und tragfähige Struktur zu schaffen ist eine umfassende Neuschaffung allerdings unvermeidlich“, sagt Lechner.

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