Hessen initiiert Runden Tisch zur Cybersicherheit

IT-Sicherheit nicht nur für eGovernment

| Redakteur: Manfred Klein

Im hessischen Innenministerium geht man den nächsten Schritt im Kampf um mehr Cybersicherheit
Im hessischen Innenministerium geht man den nächsten Schritt im Kampf um mehr Cybersicherheit (Bild: Innenmisterium Hessen)

Hessen fördert seit vielen Jahren die Forschung im Bereich der IT-Sicherheit. Die Ergebnisse dieses Engagements kommen nicht nur den Verwaltungen des Landes zugute, sondern auch der Wirtschaft. Nun will man mit der Gründung eines Runden Tisches Cybersicherheit den nächsten Schritt tun.

Der Runde Tisch soll zum ersten Mal auf dem Cxybersicherheitsgipfel tagen, der am 26. Februar in Frankfurt/M. stattfindet. Ziel des Rundes Tisches ist es, Vertreter aus Forschung und Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung zusammenzubringen, um Wege der Gefahrenabwehr zu diskutieren. Über das weitere Vorgehen sprach eGovernment Computing mit dem hessischen Innenminister Peter Beuth.

Herr Minister Beuth, ein hessischer Cybersicherheits-Gipfel – ist Cybersicherheit in Hessen ein Problem?

Beuth: Cybersicherheit ist sicher kein spezifisch hessisches Problem. Allerdings sehe ich mich als Innenminister in einer besonderen Verantwortung auch für die Sicherheit im Netz. Wir alle – ob als Bürger, Unternehmen oder auch die Landesverwaltung – sind in einem hohen Maße von funktionierender und vertrauenswürdiger Informationstechnik, insbesondere im Internet, abhängig. Der öffentliche Raum besteht heute eben nicht nur aus Straßen oder Märkten, er wurde und wird durch das Internet in vielerlei Hinsicht erweitert.

Das Internet muss daher als öffentlicher Raum sicher sowie rechtssicher sein. Cybersicherheit ist für uns daher ein wichtiges Thema und zugleich eine ständige Herausforderung.

... Herausforderungen, die worin bestehen?

Beuth: Zum Beispiel für ein angemessenes Sicherheitsniveau zu sorgen. Das fängt ja schon bei der privaten Nutzung mit Virenschutz und Firewalls an. In Unternehmen und Verwaltung besteht die Herausforderung darin, systematisch zwischen Funktionalität der Technik, ihren Kosten und der benötigten Sicherheit abzuwägen und zu entscheiden. Für mich ist das vor allem auch ein Thema der Führungsverantwortung.

Auf unserem Cybersicherheitsgipfel wollen wir deshalb Unternehmensvertreter, unsere Fachleute aus den Bereichen digitaler Wirtschaftsschutz und Cybercrime sowie Vertreter der Cybersicherheitsforschung, die in Hessen mit Darmstadt einen exzellenten Standort hat, zu einem Erfahrungsaustausch zusammenbringen und auch zeigen, wie wir in der Landesverwaltung die IT-Sicherheitsfragen angehen.

Cybersicherheit ist bestimmt ein weites Feld für die Forschung. Aber Unternehmen oder der Bürger brauchen praktische Lösungen. Was kann von Forschern auf einem solchen Gipfel erwartet werden?

Beuth: Hessen fördert seit vielen Jahren in besonderem Maße die Cybersicherheitsforschung. Mit dem CRISP (Center for Research In Security and Privacy) ist Darmstadt der nationale Spitzenstandort für Cybersicherheitsforschung geworden. Neben dem Bundesministerium für Forschung und Technologie, das das CRISP in den kommenden Jahren mit rund 17 Millionen Euro fördert, investiert die hessische Landesregierung bis 2018 knapp 9 Millionen Euro zusätzlich. Natürlich erwarten wir da auch relevante Beiträge zur Lösung der vorhin skizzierten Herausforderungen.

Deswegen freut es mich sehr, dass Staatssekretär Jung vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst mit mir gemeinsam auf dem Cybersicherheitsgipfel einen „Runden Tisch“ Cybersicherheit Hessen mit Vertretern der Forschung auf den Weg bringen wird. Der „Runde Tisch“ soll zukünftig ein Forum für den Austausch zwischen Praxis und Forschung bieten und gemeinsame Projekte initiieren. Ziel dabei ist es, die anwendungsorientierte Forschung weiter zu stärken. Auf dem Gipfel werden die Forscher im Übrigen auch einige praktische Ergebnisse zeigen.

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