Smart aber verwundbar

IT-Sicherheit in Smart Cities

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Eine weitere Herausforderung stellt die Interkonnektivität zwischen der Smart-City-Infrastruktur und den traditionellen IT-Netzwerken der öffentlichen und privaten Unternehmen dar, die diese managen. Dieses Risiko besteht in beide Richtungen: Angreifer könnten schlecht gesicherte IoT- und OT-Systeme als Sprungbrett nutzen, um IT-Netzwerke zu infiltrieren und Angriffe auf persönliche Daten und geistiges Eigentum durchzuführen. Umgekehrt könnte ein Bedrohungsakteur, wenn die beiden Netzwerke nicht ordnungsgemäß getrennt sind, auch ein schlecht gesichertes IT-Netzwerk durch Techniken wie Phishing gefährden und dann die Sicherheitsfunktionen wichtiger OT-Systeme umgehen (Spillover-Effekt). Dieses Risiko besteht zwar immer, wenn Geräte vernetzt werden, bei Smart Cities wird es aber schon allein aufgrund der Größe und Vielzahl der unterschiedlichen Geräte und Systeme zu einer großen Herausforderung. Dies gilt insbesondere aufgrund der Tatsache, dass schon jetzt öffentliche Einrichtungen ein besonders beliebtes Ziel von Hackern sind.

Risiken reduzieren

Wir sehen, dass die Absicherung von smarten Städten eine große Herausforderung ist, die jedoch mit der richtigen Strategie und den richtigen Ressourcen adressiert werden kann. Entscheidend ist, dass vernetzte Städte mit einem „Security First“-Ansatz geplant werden. Die Stadtplanung sollte sich stark auf das potenzielle Risiko und die Auswirkungen eines Sicherheitsvorfalls konzentrieren, und jede Technologie, die in das Netzwerk eingeführt wird, umfassend überprüfen, um sicherzustellen, dass sie ausreichend sicher ist. Auf dem Reißbrett geplante Städte wie Woven City können Sicherheit von Anfang an mitdenken, während bestehende Städte sicherstellen müssen, dass sich durch die bislang eingesetzten Altsysteme keine zusätzlichen Risiken ergeben.

Die Sicherheit der einzelnen Komponenten ist jedoch nur die eine Seite der Medaille. Sicherheitsteams müssen auch das gesamte Netzwerk der smarten Stadt in vollem Umfang einsehen und überwachen können. Dabei sollten sie in der Lage sein, auf die Daten jeder Komponente des Netzwerks zuzugreifen, einschließlich des Modells der verschiedenen Geräte, der verwendeten IP-Adressen und der Patching-Pläne. Sie müssen potenzielle Schwachstellen erkennen und sie im Vorfeld beheben können, indem sie beispielsweise sicherstellen, dass neu entdeckte Zero-Day-Exploits oder Angriffsmethoden entsprechend adressiert werden.

Für die meisten IoT- und OT-Umgebungen erfordert eine effektive Risikobewertung und -minderung spezialisierte Lösungen, die mit den unterschiedlichen Kommunikationsprotokollen arbeiten können, die auch in Produktionsnetzwerken verwendet werden. Denn nur wenn alle Assets, unabhängig von den verwendeten Protokollen, einbezogen werden, kann eine umfassende Transparenz erreicht und damit Bedrohungen frühzeitig erkannt und adressiert werden.

Schließlich hängt eine effektive Sicherheit, wie bei einer traditionellen IT-Umgebung, auch von der Fähigkeit ab, ungewöhnliche Aktivitäten im Netzwerk zu erkennen. Angesichts der Größe der Infrastruktur einer intelligenten Stadt ist eine kontinuierliche, automatisierte Überwachung unerlässlich, um Anzeichen für potenziell böswilliges Verhalten zu erkennen. Und zwar in Verbindung mit kontextbezogenen Warnmeldungen, die es dem Sicherheitsteam ermöglichen, Prioritäten für seine Reaktionen festzulegen.

Durch die Kombination aus einem sicherheits­zentrierten Ansatz bei der Stadtplanung und -entwicklung mit der richtigen Technologie, sind Sicherheitsteams in der Lage, Bedrohungen sowohl in großem Maßstab als auch im Detail zu bewältigen und darauf zu reagieren. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Smart City der Zukunft tatsächlich unserer glänzenden Vision entspricht.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Schwesterportal Security-Insider.

Über die Autorin: Galina Antova ist Mit-Gründerin und Chief Business Development Officer von Claroty.

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