Wie Behörden an der Digitalen Agenda mitwirken können

IT-Modernisierung in Behörden: Die Zeit läuft

| Autor / Redakteur: Axel Keller, Cassini Consulting / Manfred Klein

Welches aber ist der richtige Ansatz zur IT-Modernisierung? Auf diese Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort, denn keine Behörde ist wie die andere. Während die Konsolidierung für Behörden mit modernen IT-Strukturen und funktionierenden Prozessen eher eine Belastung sein mag, bieten sich Behörden mit veralteten Systemen und überholten Organisationsstrukturen große Optimierungspotenziale. Wichtig ist, für die eigene Behörde zu ermitteln, welche konkreten Auswirkungen die Konsolidierung hat:

  • Welche IT-Funktionen sind über das ITZ Bund abzuwickeln?
  • Gibt es veränderte Beschaffungsprozesse?
  • Wie sind Redundanz und sicherheitstechnische Konzepte von Netze des Bundes in der eigenen Infrastruktur fortzuführen?
  • Über welche Schnittstellen erhält man sicheren Zugriff auf ­Daten in der Bundes-Cloud?
  • Wie verändert sich die Kostenstruktur?

Um den geforderten Grad an Standardisierung zu erreichen, müssen Behörden ihre IT-Infrastruktur anpassen und mit neuen Dienstleistern zusammenarbeiten, wie etwa dem ITZ Bund. Die Modernisierung beschränkt sich nicht nur auf den bloßen Austausch der Bestands-IT, sondern umfasst alle Prozesse und Dienstleistungen – von der internen Organisation und IT-Verfahren über Netz und Rechenzentrum bis hin zum gesamten behördlichen Umfeld.

Die Zentralisierung der Bundes-IT kann sogar dazu führen, dass in Behörden nicht nur einzelne Stellen, sondern sogar ganze IT-Bereiche verlorengehen. Darum ist es so wichtig, jetzt zu analysieren, ob Defizite hinsichtlich Leistungsfähigkeit, Funktionalität, Personal etc. bestehen. Ebenso sind behördenspezifische Anforderungen gegenüber den Konsolidierungsvorhaben deutlich zu machen und Transparenz über deren Umsetzungsstand einzufordern. Nur so können Behörden von den großen Projekten des Bundes tatsächlich profitieren.

Unterstützung

Viele Behörden verfügen nicht über ausreichend Know-how beziehungsweise Personal, um diese komplexe Analyse selbst durchzuführen – zumal historisch gewachsene Alt-Verfahren und hochintegrierte Systeme das Prozedere vielerorts erschweren. Unterstützung finden Behörden in Beratungsunternehmen, die auf die Entwicklung von Strategien und die Umsetzung von Transformations­prozessen in der Öffentlichen Verwaltung spezialisiert sind.

Der große Aufwand, den die Analyse des Status quo und die damit einhergehende Konsolidierung verursachen, lohnt sich für Behörden dennoch: Sie profitieren von einer modernen, leistungsfähigen IT mit erhöhtem Sicherheitsniveau.

Behörden brauchen Unterstützung der Politik

Darauf basierend können sie die zum Teil sehr komplexen Fachverfahren samt entsprechenden Geschäftsprozessen adäquat abbilden und Synergieeffekte nutzen. Damit steigern Behörden nicht nur ihre Effizienz, sondern ihnen stehen auch Dienste zur Verfügung, auf die sie zuvor keinen Zugriff hatten. Darum ist es nicht zuletzt Aufgabe der Politik, Behörden von den Vorteilen der Konsolidierung zu überzeugen und sie zur IT-Modernisierung zu motivieren – zumal diese gar keine Wahl haben, da sie zur Mitwirkung an der Konsolidierung gesetzlich verpflichtet sind.

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posted am 28.03.2017 um 13:27 von Unregistriert

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