Wie Behörden an der Digitalen Agenda mitwirken können

IT-Modernisierung in Behörden: Die Zeit läuft

| Autor / Redakteur: Axel Keller, Cassini Consulting / Manfred Klein

Mit dem hochpriorisierten Vorhaben „Netze des Bundes“ (NdB), von dem über 100 Behörden und bundeseigene Einrichtungen betroffen sind, verfolgt die Bundesregierung das Ziel, bis Ende 2018 „eine Infra­struktur mit erhöhtem Sicherheitsniveau bereitzustellen, auf die die drei vom BMI-verantworteten Netze (IVBB & IVBV/BVN sowie DOI) vollständig migriert sind und die als Integrationsplattform für alle Weitverkehrsnetze der Bundesverwaltung dienen kann.

Hierdurch werden die gestiegenen Anforderungen und Sicherheitsbedürfnisse bei der Vernetzung der Bundesbehörden erfüllt. Gleichzeitig wird die komplette Bundesverwaltung im Bereich der IT-Infrastrukturen unter Nutzung von Synergie- und Konsolidierungspotenzialen zukunftssicherer aufgestellt.“

Dieses Projekt ist vor dem Hintergrund zu betrachten, dass mit der rasanten Entwicklung neuer Technologien und der stetig wachsenden Bedrohung durch Cyberkriminalität der Bedarf nach modernen und sicheren Netzinfrastrukturen steigt, damit Behörden spezifische Fachaufgaben adäquat erfüllen können.

Nicht zuletzt hat die Vielfalt der Netze einen Grad an Komplexität verursacht, der für die Sicherheit der Regierungskommunikation eine Herausforderung bedeutet. Mit der Ablösung von IVBV/BVN will man bereits 2016 einen ersten Meilenstein der Konsolidierung erreichen.

Der oberflächliche Blick auf diese drei Vorhaben verdeutlicht: Transformationsprojekte sind komplex und intransparent zugleich – und haben Effekte auf alle Dimensionen der IT-Organisation einer ­Behörde. Zu verstehen, welche Maßnahmen man in der eigenen Behörde umzusetzen hat, ist angesichts der Vielzahl an Einzelprojekten, Zuständigkeiten und Beteiligten sehr schwierig.

Ebenso gibt es vermeintlich konkurrierende Ziele, wenn einerseits die IT-Betriebe konsolidiert werden sollen, andererseits Sicherheitsanforderungen im Bereich Netze aber die Trennung von Nutzern und zugleich eine Trennung der Nutzung sowie eine Bereitstellung von IT-Verfahren erfordern. So ist es keine Überraschung, dass sich viele Behörden mit der digitalen Transformation und ihren Auswirkungen an ihren Leistungsgrenzen sehen.

Doch die Zeit drängt. Um ihre Mitwirkungspflichten zu erfüllen, ­hätten Behörden bereits vor zwei Jahren in ihren Haushaltsplänen finanzielle Mittel für nötige IT-Maßnahmen vorsehen sollen. Der Bund stellt zwar in Teilen Gelder bereit, etwa zur Anbindung an Netze des Bundes, doch technische, bauliche und organisatorische Maßnahmen müssen Behörden aus eigener Tasche finanzieren. Fehlen diese Mittel, können Behörden nicht die Voraussetzungen schaffen, um die Konsolidierungsvorhaben ausreichend zu unterstützen. Die Folge: Die Digitale Agenda gerät ins Stocken.

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posted am 28.03.2017 um 13:27 von Unregistriert

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