eGovernment in Hessen

IT in Hessen: Vielfältigkeit und Standardisierung

| Autor / Redakteur: Horst Westerfeld / Gerald Viola

Horst Westerfeld
Horst Westerfeld (Foto: Detlef Knapp)

Aufgabe der Verwaltung ist die Daseinsvor­sorge. Zur Unterstützung dieses Ziels spielt die IT eine bedeutende Rolle. Ohne die IT ist eine Interaktion mit dem Bürger und Unternehmen sowie auch innerhalb der Verwaltung kaum mehr möglich. Dies zeigt sich auch in der hessischen Landesverwaltung, in der eine große Breite von verschiedenen Aufgabenfeldern mit IT-Verfahren unterstützt wird.

Ein Beispiel ist das Schulmanagement-System, die Lehrer- und Schüler Datenbank LUSD, mit der an rund 2.000 Schulen der Einsatz von 55.000 Lehrern mit 800.000 Schülern geplant und gesteuert wird, von der Einschulung bis zur Zeugniserstellung. Ein Beispiel aus der Justiz ist die elektronische Gerichts­akte mit elektronischem Verwaltungspostfach und der Nutzung von E-Payment für die elektronische Abwicklung eines kompletten „Geschäfts-Prozesses“.

Auch innerhalb aller anderen Landesdienststellen wird der papierbasierte Aktenlauf zunehmend vollständig durch die E-Akte ersetzt. Ein weiteres Beispiel für einen elektronisch basierten Prozess stellt das Förderverfahren für Land- und Forstwirtschaft dar. Von der Antragstellung, der Prüfung, dem Bescheid bis zur Auszahlung wird der gesamte Prozess elektronisch ausgeführt. Dies gilt zum Beispiel auch für das länderübergreifend betriebene Verfahren für die Steuer ELSTER/KONSENS.

Mit der Einrichtung der Institution des „Einheitlichen Ansprechpartners“ im Rahmen der EU-Dienstleistungsrichtlinie ist ein IT-Verfahren geschaffen worden, das den gesamten Prozess von der Antragstellung unter Nutzung elektronischer Formulare über verschiedene Zuständigkeiten kommunaler Behörden und Landesdienststellen verschiedener Ressorts in einem Antrags-, Genehmigungs- und Bescheid-Prozess elektronisch abbildet. Nicht nur dabei, sondern etwa auch beim Bürgertelefon 115, ist die Nutzung des in Hessen geschaffenen „Hessenfinders“, der für alle kommunalen und Landesbehörden die Zuständigkeiten und Ansprechpartner anzeigt, mittlerweile ein nicht wegdenkbares Auskunftssystem für Bürger, Unternehmen und Verwaltung.

Aber auch das kommunale Fallmanagement, das Melde-, Kfz- und das Personenstands­wesen oder das Bußgeldverfahren wird ebenenübergreifend elektronisch abgewickelt. Hier hat sich in Hessen besonders die Zusammenarbeit des kommunalen IT-Dienstleisters, der ekom21, mit den Landesdienststellen und der Hessischen Zentrale für Datenverarbeitung (HZD) bewährt.

Je vielfältiger die Leistungen einer Verwaltung werden, umso höher sind die damit verbundenen Kosten. Um diesen Zusammenhang aufzubrechen, sind Standardisierungen notwendig. In Hessen wurden hierzu wegweisende Maßnahmen im Bereich der IT ergriffen. Die IT-Leistungen für die gesamte hessische Landesverwaltung werden nur von einem zentralen IT-Dienstleiter erbracht, der HZD. Durch Optimierungsmaßnahmen innerhalb der HZD konnten die Kosten um 30 Millionen Euro gesenkt werden. Die Kostensenkung wurde an die Ressorts weitergegeben und entlastet somit unmittelbar den Haushalt. Möglich wurde die Einsparung beispielsweise durch Reduktion externen Personals und Produktivitätssteigerungen.

Durch Virtualisierung der Server – derzeit beträgt der Server-Virtualisierungsgrad rund 80 Prozent – konnten über 1.400 Server eingespart werden. Neben den wirtschaftlichen Vorteilen trägt die Virtualisierung auch deutlich zum schonenden Umgang mit der Umwelt bei. Seit Beginn der Server-Virtualisierung sank der CO2-Ausstoß der HZD um 1,25 Millionen Tonnen. Neben Einsparungen im Rechenzentrum werden ebenfalls 50.000 Arbeitsplatz-PC der hessischen Landesverwaltung auf einen einheitlichen Standard mit Hardware, Basissoftware, Office-Paket, Virenschutz und Festplattenverschlüsselung sowie zentralen Dienstleistungen wie dem Beschaffungs-, Entsorgungs- und dem Lizenz-Management standardisiert. Dieser HessenPC sorgt für eine höhere IT-Sicherheit, verbessert die IT-Qualität sowie die Nutzerzufriedenheit erheblich und ist außerdem wirtschaftlicher als jede andere Lösung.

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