Der IT-Kuchen wird (neu) verteilt

IT-Dienstleister Dataport ist auf dem Weg nach Süden

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Komplexe Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen

Die Ziele der angestrebten Kooperation beschreibt Felgner so: „Seit 1993 betreibt das Land Sachsen-Anhalt für die Zwecke der Verwaltung und der Polizei ein Landesdatennetz. Zunehmend komplexer werdende Anforderungen machen eine Erneuerung dieser Datennetz- und Sprachkommunikationsinfrastrukturen unumgänglich.“

Sachsen-Anhalt habe zudem in den letzten Jahren die für die elektronische Abbildung von Verwaltungsverfahren notwendigen eGovernment-Basiskomponenten aufgebaut, beispielsweise die virtuelle Poststelle und den Formularserver. Durch die zunehmend vielschichtigeren Verfahren und Ansprüche im eGovernment-Bereich seien die damit verbundenen Aufgaben im Alleingang immer schwerer zu bewältigen.

„Die langjährigen Erfahrungen von Dataport könnten das Land bei der Zielerreichung im IKT-Bereich schneller voranbringen. Sachsen-Anhalt könnte auf bestehende und bewährte Prozesse und Strukturen aufsetzen.“

„Eine länderübergreifende Kooperation ist daher eine gute Lösung, um durch Synergien ein effizientes, kostengünstiges Arbeiten zu ermöglichen“, so Felgner. „Durch einen zentralen IT-Dienstleister, wie ihn etwa Dataport darstellt, können auf der einen Seite Verfahren länderübergreifend abgestimmt und synchronisiert, auf der anderen Seite Länderspezifika und föderale Individualitäten hinreichend berücksichtigt werden.“

Die juristischen Hürden auf diesem Weg mögen lästig sein, unüberwindlich sind sie nicht. So müssten – damit Sachsen-Anhalt Dataport-Mitglied werden kann –, der Landtag von Sachsen-Anhalt und die Parlamente der bisherigen Träger, also Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern, zustimmen.

Dazu Dataport: „Die Gesetzgebungsverfahren, die für eine Erweiterung des Trägerkreises von Dataport notwendig sind, sind sicherlich aufwendig, die notwendige Konsensbildung führt aber auch zu einer breit getragenen Legitimation für das Unternehmen – dafür sind wir dankbar. Zurzeit prüfen wir die Auswirkungen eines Beitritts von Sachsen-Anhalt auf alle Beteiligten.“

Und: „Schon seit der Gründung von Dataport im Jahr 2004 konnte nachgewiesen werden, dass durch eine arbeitsteilige Kooperation der Träger und die Nutzung des gemeinsamen IT-Dienstleisters Effizienzsteigerungen von 15 bis 20 Prozent möglich sind. Darüber hinaus wird die demografische Entwicklung in Verbindung mit der zunehmenden Vielfalt informationstechnischer Lösungen dazu beitragen, dass kleinere IT-Häuser immer weniger in der Lage sein werden, umfassende Dienstleistungen anzubieten.“

„Wirtschaftliche Synergien und ein verlässliches Leistungsangebot sind also die bestimmenden Faktoren für die Prüfung eines möglichen Beitritts von Sachsen-Anhalt zu Dataport. Die vorläufigen Analysen geben bereits Hinweise darauf, dass bei einem Beitritt sowohl Sachsen-Anhalt, wie auch die bestehenden fünf Trägerländer von Dataport einen nachweislichen und nachhaltigen Vorteil gewinnen würden – eine klassische Win-Win-Situation. Wir gehen davon aus, dass die weiteren Untersuchungen diesen ersten Eindruck bestätigen werden“, heißt es dazu von Dataport abschließend.

Und auch in Sachsen-Anhalt sieht man den Verfahrensfragen entspannt entgegen: „Die Reaktionen im politischen Raum waren bislang vorwiegend positiv. Natürlich müssen sich alle beteiligten Länder auch mit den Auswirkungen auf ihre jeweilige Trägereigenschaft, die künftige Zusammenarbeit und auf Dataport auseinandersetzen. In den nächsten Wochen und Monaten geht es darum, dass Sachsen-Anhalt in Gesprächen mit den Trägerländern aufzeigt, das alle Länder von den Synergieeffekten eines möglichen weiteren Mitgliedslandes profitieren können“, so Felgner.

Gespannt darf man jetzt vor allem sein, wie der Freistaat Bayern mit der AKDB, Hessen und Baden-Württemberg auf die Entwicklung reagieren und wer die „Südlichter“ gegen die Nord-Allianz mit Dataport anführen will.

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