SOA als Werkzeug der Organisationsreform

IT-Architektur erfolgreich gewandelt

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Vier neue Schichten

Das Architekturmodell der DRV basiert auf dem verbreiteten Schichtenmodell, das um vier Schichten erweitert wurde: um die Integrations- und die Geschäftsprozessschicht (GP-Schicht), einer Schicht zur Integration von Bestandssystemen sowie der Batch-Verarbeitung.

Die Infrastruktur- und fachlichen Dienste, der Benutzerinteraktionsdienst (BID), die GP-Steuerung, die Bestandssysteme sowie die Batch-Verarbeitung können dabei sowohl als Dienstanbieter als auch als -nutzer auftreten. Alle Dienste werden über standardisierte Schnittstellen an die Integrationsplattform (IP) angeschlossen und so miteinander verbunden.

Die aus den Schichtenarchitekturen bekannten Schichten finden sich hier innerhalb der einzelnen Dienste wieder. Beispielsweise beinhaltet der BID eine Client-, Präsentations- und Geschäftslogikschicht. Fachliche Dienste können aus einer Geschäftslogik- und Datenhaltungsschicht bestehen. Sie sind jeweils in der Geschäftslogikschicht (GL) über einen passenden Adapter mit der IP verbunden.

An den BID ist auch die grafische Benutzerschnittstelle (GUI) angebunden. In der Geschäftslogikschicht des BID ist darauf zu achten, dass dort keine anwendungsspezifische Logik realisiert wird. Dies wird dadurch erreicht, dass die Anwendungsfälle und die damit verbundenen Maskenfolgen regelbasierend ausgeführt werden. Formale Prüfungen von Eingabefeldern (Datum, Zeit, Ziffern, Text usw.) erfolgen im BID, während fachliche Plausibilitätsprüfungen durch Service-Aufrufe über die IP realisiert werden.

Die GP-Schicht besteht aus den GP-Beschreibungen und einer Workflow-Engine, welche die GP ausführt. In der DRV wird hier die Business Process Execution Language (BPEL) verwendet. Während der Ausführung eines GP können über die IP alle verfügbaren Dienste genutzt werden. Umgekehrt kann die Workflow-Engine in der GP-Schicht auch als komplexer Dienst, der einen bestimmten GP ausführt, genutzt werden. GP laufen – soweit möglich – vollautomatisch ab. Falls während der Ausführung eines GP eine Benutzerinteraktion erforderlich ist, werden die manuell zu erledigenden Aufgaben an den BID ausgesteuert und der GP angehalten. Nach Erledigung wird der GP wieder aufgenommen.

Die hostbasierenden Bestandssysteme der DRV werden über die Transaktionsmonitore UTM und CICS mit der IP verbunden. Für UTM wird eine eigene Anpassung des BeanConnect-Adapters eingesetzt. Bei anderen, externen Systemen ist die Transaktionssicherheit der Verbindung jeweils spezifisch zu berücksichtigen.

Die IP kümmert sich um die Lokalisierung der Dienste sowie um das Routing und die Transformation von Daten. Zur Realisierung werden derzeit drei Alternativen betrachtet:

  • ein Enterprise Service Bus (ESB) auf der Basis der Spezifikation Java Business Integration (JBI) des Java Community Process (JSR 208),
  • eine Integrationslösung nach der Spezifikation der Service Component Architecture (SCA) der Open Service Oriented Architecture (OSOA) Collaboration und?
  • ine Eigenimplementierung.?

Es kommen auch Kombinationen der drei Alternativen in Betracht. Im Rahmen des Prototyps wurde die grundlegende Funktionalität durch eine Eigenimplementierung realisiert.

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