SOA als Werkzeug der Organisationsreform

IT-Architektur erfolgreich gewandelt

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Koexistenz der Systeme

Durch ihr SOA-Konzept ist die DRV-IT in der Lage, die fachlichen Anforderungen ihrer Kunden oder Auftraggeber und deren Kompetenz als Fachexperten adäquat mit einzubeziehen. Das neue Programmsystem wird iterativ und inkrementell entwickelt – leistungsfähige Bestandsverfahren werden weiterverwendet, wo dies möglich und sinnvoll ist (Investitionsschutz). Dies garantiert bei übergangsweiser Koexistenz von „alter“ und „neuer Welt“ eine Migration zu einem modernen, zukunftsfähigen IT-System im laufenden Betrieb auf der Basis der existierenden Systeme. Die Ziele der Organisationsreform lassen sich so adäquat und kostengünstig mit einer SOA erreichen, wie beispielsweise die Konsolidierung der Organisation nach Fusionen und Kooperationen einzelner Träger sowie die notwendige Arbeitsaufteilung in den neu entstandenen föderalen Strukturen der DRV-IT.

Der Weg der DRV

Auf der Basis der Ergebnisse aus den Projektgruppen wurde ein Programm zur Einführung einer SOA in der DRV-IT konzipiert und verabschiedet. Es legt die wesentlichen Konzepte und Methoden, die Architektur, einen Meilensteinplan und ein SOA-Rollenkonzept sowie ein auf diesen Rollen basierendes Ausbildungskonzept fest. Darüber hinaus wurde zur Unterstützung und Koordination ein SOA-Programmmanagement aufgebaut, in dem folgende Expertengruppen mitarbeiten:

  • Architekturmanagement (Referenz-, System- und Softwarearchitektur),
  • Facharchitektur (Geschäftsprozessmodellierung und Service-Identifikation),
  • Standards und Richtlinien,
  • Anforderungsmanagement,
  • Softwareentwicklungsprozess,
  • Betriebskonzepte,
  • Sicherheitskonzepte und
  • Kommunikation.

Diese Expertengruppen werden durch das Programmmanagement koordiniert. Dadurch stellt die DRV eine geeignete Governance sicher (konsequente Unterstützung und Koordination). Perspektivisch sollen alle Aufgaben weitgehend ohne externe Unterstützung erledigt werden.

Parallel dazu hat die DRV in den Jahren 2006 und 2007 ein erstes Pilotprojekt ins Leben gerufen, um die Realisation einer SOA-basierenden IT-Infrastruktur im Detail zu prüfen. Dazu wurde die bereits bestehende, moderne IT-Infrastruktur um eine Workflow-Engine, eine Integrationsplattform und einen Benutzerinteraktionsdienst erweitert. Dies gewährleistet die flexible Definition und Umsetzung von Geschäftsprozessen (GP), in denen Infrastruktur- und fachliche Dienste orchestriert und Aufgaben zur weiteren manuellen Bearbeitung ausgesteuert werden können.

Entscheidende Bestandteile wie das Identity- und Access-Management wurden zwar konzeptionell mit betrachtet, blieben aber bei der prototypischen Umsetzung zunächst außen vor. Auf der Grundlage dieser minimalen IT-Infrastruktur wurde ein repräsentativer GP umgesetzt und die Machbarkeit der Integration von Geschäftslogik aus den beiden bestehenden Kernverfahren nachgewiesen. Vorhandene Infrastrukturdienste wie Archivierung und Dokumentenmanagement wurden mit einbezogen.

Ziel des Prototyps war auch, die trägerübergreifende Zusammenarbeit von Fach- und IT-Bereichen im Rahmen eines gemeinsamen Entwicklungsprozesses auf der Basis einer Facharchitektur zu erproben und durch eine geeignete Infrastruktur zu unterstützen.

Derzeit bereitet die DRV-IT die zweite und die folgenden Iterationen zur Entwicklung eines neuen gemeinsamen Programmsystems für alle Träger in der DRV im Rahmen einer SOA-basierenden Infrastruktur vor. Dazu werden die beschriebenen Aufgaben des Programmmanagements angegangen: vor allem die Meilenstein- und Ressourcenplanung, die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, die SOA-Referenzarchitektur einschließlich der Facharchitektur, der Softwareentwicklungsprozess sowie die Werkzeugauswahl.

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