SOA als Werkzeug der Organisationsreform

IT-Architektur erfolgreich gewandelt

24.07.2008 | Redakteur: Gerald Viola

Entwicklungszyklen. Das SOA-Rollenkonzept und das Vorgehensmodell der DRV-IT ermöglichen eine klare Aufteilung
Entwicklungszyklen. Das SOA-Rollenkonzept und das Vorgehensmodell der DRV-IT ermöglichen eine klare Aufteilung

Die Deutsche Rentenversicherung setzt zurzeit eines der größten SOA-Projekte in der deutschen Verwaltungslandschaft um. Bislang arbeiten die Regional- und Bundesträger mit zwei unterschiedlichen IT-Verfahren, um die Rentenansprüche von rund 51 Millionen Versicherten zu verwalten und zu berechnen. Die bisherigen Kernverfahren rvGlobal und GRVS werden jetzt auf der Basis einer SOA-Infrastruktur durch ein gemeinsames Programmsystem ersetzt.

Dabei wird deutlich, dass die SOA den organisatorischen und inhaltlichen Umbau, der durch die Organisationsreform der gesetzlichen Rentenversicherung ausgelöst wurde, ideal unterstützt. Im Rückblick zeigt sich auch, welche Kriterien bei der erfolgreichen Umsetzung eines SOA-Rahmenkonzepts eine entscheidende Rolle spielen.

Zur Umsetzung der Organisationsreform in der Deutschen Rentenversicherung (DRV) haben die Rentenversicherungsträger unter anderem die Migration der beiden bestehenden IT-Systeme zu einem gemeinsamen System beschlossen. Den IT-Infrastrukturrahmen haben Projektgruppen in Form eines IT-Architekturplanes für die DRV erarbeitet, in dem Funktionalitäten über offene, standardisierte Schnittstellen zur Verfügung gestellt werden. Die Projektgruppen legten die SOA und die Java Enterprise Edition (Java EE) als technologische Plattform fest. Außerdem wurde festschrieben, dass die zukünftige IT-Architektur eine weitestgehende Nutzung der existierenden Systeme unterstützt.

Schrittweises Vorgehen

Die verabschiedete Architekturvariante sieht die Realisierung einer SOA-basierenden IT-Infrastruktur mit neuer einheitlicher Benutzeroberfläche vor, in der Infrastrukturdienste und gegebenenfalls ein Teil der fachlichen Dienste zur gemeinsamen Nutzung bereitgestellt werden. Die Geschäftslogik der beiden Bestandssysteme soll dabei zunächst gekapselt und über eine Integrationsschicht zur Verfügung gestellt werden. Anschließend soll die Funktionalität Schritt für Schritt aus den beiden Kernverfahren herausgelöst und in „neuer“ Technologie (Java EE) als Service angeboten werden. Dann erst ist die angestrebte Zielarchitektur erreicht.

Die DRV stellt hohe Erwartungen an die neue Architektur. Durch die Verwendung standardisierter Schnittstellen ermöglicht die SOA die lose Kopplung der Dienste und bietet dadurch mehrere Vorteile:

  • Eine flexible Orchestrierung und Nutzung von Diensten in Geschäftsprozessen,
  • die Wiederverwendung, das heißt, die Verwendbarkeit eines Dienstes in unterschiedlichen Geschäftsprozessen,
  • ein technologieunabhängiges Angebot von Diensten sowie
  • die Interoperabilität, also auch die Integration der bereits existierenden Systeme.

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