Kommentar von IDC zur Personalie

Ist HP durch den Weggang von Mark Hurd am Scheideweg?

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Wie geht es für HP weiter?

Die Ereignisse im Zusammenhang mit Hurds Rücktritt kamen überraschend und die Bekanntgabe schlug wie eine Bombe ein. Doch für das Unternehmen, seine Mitarbeiter und das Silicon Valley läuft es aufs Gleiche hinaus: Hurds Zeit als HP-Chef ist vorbei. Dieser Job wird nun von jemand anderem übernommen.

Ironischerweise verlässt Hurd HP zu einem Zeitpunkt, der für das Unternehmen durchaus Sinn macht und auch kontrollierbar ist – eine gute Voraussetzung für die Sparten-Verantwortlichen, die in den nächsten Wochen und Monaten, während der Vorstand einen neuen Vorsitzenden sucht, das Ruder in der Hand haben. Cathie Lesjak wird nach eigenen Angaben nicht als Kandidatin für die Chefposition zur Verfügung stehen.

Mark Hurd verlässt ein Unternehmen, das in der obersten Liga mitspielt. Zum jetzigen Zeitpunkt ist der IT-Gigant in allen Märkten, in denen er dank Hurds Entscheidungen vertreten ist, besser positioniert als zuvor. Hurd hat einen sehr hohen Effizienzgrad etabliert und neue Wachstumsfelder eröffnet: mit EDS in der IT-Services-Branche, 3Com im Bereich konvergente Infrastruktur und Palm im Markt für Mobile Computing. Diese Geschäftsfelder werden von einem sehr starken Team geführt. Dieses Team sorgt dafür, dass die Pläne auch wirklich umgesetzt werden. HP-Kunden brauchen sich wegen Hurds Rücktritt nicht den Kopf zu zerbrechen: Sie müssen sich bezüglich HPs Lieferfähigkeit keine Sorgen machen.

Was die Zukunft angeht, steht HP an einem Scheideweg. Während der letzten fünf Jahre ging es um Rendite und Effizienz. Die Umsatzzahlen stiegen zwar, allerdings hauptsächlich aufgrund von Akquisitionen und mit einem eher bescheidenen organischen Wachstum. Kurz gesagt liegen die Renditezuwächse weit über den Umsatzzuwächsen. Gerechterweise muss man sagen, dass Mark Hurd auch das kurzfristige Wachstum ankurbelte.

Vor allem zwei kühne Schritte dürften wohl die Spielregeln im Markt verändern: zum einen der Aufkauf von EDS, mit dem HP seine Position in der IT-Services-Branche ausbauen und im potenziellen Zukunftsmarkt der Cloud-Applikationen und -Services Fuß fassen will. Ebenso mutig war die Akquisition von Palm als zukünftigem Differenzierungsfaktor im Mobile Computing Umfeld – mit Smartphones, Tablet PCs und angebundenen Endgeräten, oft auf Basis des Palm Betriebssystems. Damit könnte sich für HP das Blatt in dem von den Privatkunden gesteuerten Endgerätemarkt der Zukunft wenden.

Allerdings sind dafür ein fähiger Unternehmensführer und hohe Investitionen von Nöten. Ein neuer Chef wird gebraucht, der auf dem aufbauen kann, was HP derzeit am Laufen hält. Sicherlich müssen zur weiteren Transformation des Unternehmens auch neue Fähigkeiten dazukommen. Jetzt ist allerdings nicht der richtige Zeitpunkt für einen solchen Umbau: Vielmehr gilt es, aus dem bereits Geleisteten entsprechenden Nutzen zu ziehen.

Fast immer wenn Mark Hurd die Finanzzahlen bekannt gab, sagte er zum Abschluss: “HP macht Fortschritte, aber es gibt noch viel zu tun.” Das gilt auch heute noch.

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