Verschlüsselt telefonieren

iPhone-App mit Geheimhaltungsstufe

| Autor: Susanne Ehneß

Sicheres Telefonieren mit normalen Smartphones scheint möglich zu sein
Sicheres Telefonieren mit normalen Smartphones scheint möglich zu sein (© motortion - stock.adobe.com)

Eine Telekom-App soll Behörden vertrauliche Telefonate mit iOS-Handys ermöglichen.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat die „Mobile Encryption App“ für Ende-zu-Ende-verschlüsseltes Telefonieren der Geheimhaltungsstufe VS-NfD (Verschlusssache – nur für den Dienstgebrauch) freigegeben. Aktuell nutzen Behörden vorwiegend Spezialgeräte für vertrauliche Gespräche. Mit der App gibt es nun eine Alternative für die bisherigen Diensttelefone.

Entwickelt wurde die App durch die Telekom und die Berliner Gesellschaft für Sichere Mobile Kommunikation (GSMK). Zielgruppe sind explizit Ämter oder Unternehmen. Wie die Telekom betont, ­betreibt sie die Infrastruktur aus ihren deutschen Rechenzentren heraus. „Die App nutzt die aktuell stärksten Verschlüsselungen. Diese lassen sich nach Kryptologen auf absehbare Zeit nicht brechen“, versichert das Unternehmen. ­Außerdem erzeuge die App die Schlüssel immer auf dem Telefon selbst und lösche diese nach Gesprächsende. Der Netzbetreiber greife nicht auf die Schlüssel zu.

Der Quellcode der „Mobile Encryption App“ soll offen und damit verifizierbar sein. „Wir machen die Programmierung der App nachvollziehbar. Sie bietet so kein Versteck für Hintertüren: Damit schaffen wir Vertrauen bei den Kunden“, kommentiert Telekom-Security-Chef Dirk Backofen.

Laut Telekom funktioniert die App in jedem Telefonnetz oder ohne SIM-Karte über WLAN. Die App brauche nur 4,8 kbit Bandbreite und eigne sich so für Standorte mit langsamem Netz im In- und Ausland. Für verschlüsselte Telefonate müssen laut Telekom beide Gesprächspartner die App auf dem Gerät installieren, zusätzlich sei die App „SecurePIM Government“ notwendig. „Nutzer greifen mit dieser App auf die zentral gepflegte Kontaktdatenbank zu. Auch diese ist für VS-NfD zugelassen“, erläutert die Telekom.

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